Curth Georg Becker (1904-1972): Fenster in der Markuskirche in Singen (1959)

Die Markuskirche der evangelischen Südstadtgemeinde von Singen im Süden von Baden-Württemberg hat insgesamt zwölf großformatige Fenster. Das erste Fenster links vom Eingang aus gesehen stammt aus dem Jahr 1959. Die Arbeit trägt den Titel „Das Himmlische Jerusalem“ und bietet eine frühe überwiegend abstrakte Auseinandersetzung mit diesem Thema an. Die Form eines Dreiecks unten und eines Ovals oben ähnelt einem Abendmahlskelch, wie auch das Himmlische Jerusalem der Ort des ewigen Abendmahls sein soll. Es dominieren helle Farben, unten weiße Töne, im mittleren Bereich rote Töne und oben gelbe bzw. goldfarbene Töne. Umgeben ist das Ganze von einem tiefem Blau des Hintergrund. 
Es ist ein Werk des heute weniger bekannten Künstlers Curth (auch Kurt) Georg Becker (1904-1972), der hier das einzige Himmlische Jerusalem seiner langen Karriere geschaffen hat. Becker war ganz überwiegend als Maler und Grafiker tätig. Zu der Fensterarbeit kam es lediglich, weil Becker in Singen geboren wurde und sich verpflichtet fühlte, am Wiederaufbau des Landes künstlerisch mitzuwirken. Mit der Stadt war er intensiv verbunden, da von 1947 bis 1972 der Leiter der Singener Kunstausstellungen war, die er von einer lokalen Kunstschau zur einer überregional bedeutenden Kunstausstellung ausbaute. Becker hatte ab 1954 auch seinen Wohnsitz in der Stadt, führte sein Atelier aber in Montagnola im Tessin.

50 Jahre Markuskirche Singen, Singen 2009.
Evangelische Markus-Kirche Singen Hohentwiel, Festschrift, Singen 1959.
Curth Georg Becker, Kunstverein Singen: Curth Georg Becker (1904–1972) : … ein Fest für das Auge“: Gemälde, Arbeiten auf Papier, öffentliche Aufträge und Kunst am Bau, Singen 1999.

 

tags: Nachkriegskunst, Baden, Abendmahl, abstarkt
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