Gerhard Dreher (1924-2008), Gisela Dreher (1924-2020): Glaswand der Trinitatiskirche in Endenich (1964)

Das imposante großformatige Glasmosaik der evangelischen Trinitatiskirche in Endenich bei Bonn stellt an der Giebelseite das Himmlische Jerusalem in einfacher, auf Grundformen reduzierter Form dar. Es handelt sich um starkes Glas in Bleiverglasung, vorrangig in Blau- und Türkistönen. Zu erkennen sind Fenster und/oder Dächer, die über die gesamte Glaswand verteilt sind. Sie sind meist in Zweier- und Dreiergruppen zusammengesetzt, man findet sie aber auch vereinzelt. Der Künstler schrieb dazu: „Die Steine sind wie Menschen gelegt: manche bilden Familien, andere leben lieber alleine; viele finden sich zu Städten zusammen, andere leben auf Weilern – in der zukünftigen Schöpfung sind sie aber alle gleichmäßig vom göttlichen Licht durchstrahlt“. Hohe Bedeutung hat die Farbkonzeption: Im Inneren sind es ausschließlich blaue und violette Glassteine. An den Rändern finden sich aber auch gelbe Steine. Freilich, die überwiegenden Steine sind farblos und lassen daher viel Licht in den modernen Innenraum. Ebenso wichtig wie die Verglasung ist hier die Struktur der Beton-Strebepfeiler und der Bleiruten, die die kleinteilige Strukturen formen. Manche sehen darin Tore der Stadt, andere vergrößerte kristalline Strukturen.
1964 wurde diese Glasfront nach einem Entwurf von Gerhard Dreher (1924-2008) in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau Gisela Dreher (1924-2020) aus Weilheim-Teck gestaltet. Gerhard Dreher war war ein Glas- und Objektkünstler, der vor allem in den Bereichen Kunst am Bau und Glaskunst tätig war, Gisela Dreher arbeitete als Zeichnerin, Psychologin und Schriftstellerin.

Sibylle Dahmen (Hrsg.): 50 Jahre Evangelische Trinitatiskirche Bonn: 1957-2007, Bonn 2007.

tags: Bonn, Rheinland, Nachkriegskunst, Glaswand
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