1977, St. Joseph, Dortmund-Nette, Ruhrgebiet, NRW, Paul Weigmann 1 © Claus Bernet

Paul Weigmann (1923-2009): Altarfenster aus St. Josef in Dortmund-Nette (1977)

Die beiden gleich großen Fensterbahnen „Das Himmlische Jerusalem“ stammen aus der römisch-katholischen Kirche St. Josef in Nette, einem nördlichen Stadtteil von Dortmund im Ruhrgebiet. Man findet sie im Altarbereich an der linken Seite, gegenüber von zwei kleineren Doppelfenstern.

Die langen Bahnen aus Opalglas und Schwarzlot zeigen unten, an den Seiten und oben jeweils sechs Doppeltore. Die hohen Tore ähneln klassizistischen Bauten, stehen auf drei Stelen und bei ihnen ist in der Dachzone ein Giebeldreieck angedeutet. Bei diesen Toren, aber auch bei den weißen geometrischen Strukturen dazwischen, sind immer wieder einzelne Blätter und auch Früchte zu finden, die auf den Lebensbaum hinweisen. Die rechteckigen Strukturen sollen, laut Information des Künstlers in einer brieflichen Mitteilung vom 18.3.1998, auf die Edelsteine hinweisen. Ursprünglich sollten vor allem die Quadrate in Pastelltönen gehalten sein, was aber von der Kirchenleitung damals abgelehnt wurde, da man eine betont schlichte Ausführung wünschte, die sich der übrigen Gestaltung des Baus einordnen sollte.
Das Kunstwerk stammt von Paul Weigmann (1923-2009). Eingebaut wurde es anlässlich einer umfangreichen Kirchenrenovierung. Es atmet noch den Geist einfacher Nachkriegsarbeiten der 1950er Jahre, vor allem die zurückhaltende Farbgebung mit verschiedenen Gelbtönen erwecken diesen Eindruck. Entstanden sind die Arbeiten aber erst 1977. Damals hatte sich Weigmann intensiv mit dem Thema der Himmelsstadt auseinander gesetzt; davon zeugen auch seine Glasmalereien der Kirche Heilig-Kreuz in Darscheid (Eifel) oder St. Martinus in Bedburg-Kaster. 

Paul Weigmann. Glasmalerei aus dem rheinischen Raum, Leverkusen 1983.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 2, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 16).

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