LETZTER BEITRAG
Weltgerichte als Hinterglasmalerei, überwiegend Rumänien (19. Jh.)
Die Hinterglasmalerei kam im 19. Jahrhundert über Bayern und Niederösterreich nach Rumänien, vor allem in die Landesteile, die damals zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörten. Hier in Rumänien wurde vor allem das Weltgericht gerne als Thema herangezogen,

Claes Jansz Visscher (1587-1652): „Theatrum Biblicum“ (1643) und Folgeauflage (1674)
1643 erschien bei dem Amsterdamer Verleger Nikolaus Johannes Piscator (i.e. Claes Jansz Visscher der Jüngere, 1587-1652) eine umfassend illustrierte Ausgabe von „Theatrum Biblicum“. Visscher gilt als Begründer einer niederländischen Kunsthändler-, Kupferstecher- und Verleger-Dynastie. Sein biblisches Hauptwerk „Theatrum Biblicum“ stattete Visscher opulent mit zahlreichen Kupferstichen aus, die er sich vor allem

Peder (Peter) Lykt: Dorkirche von Holbøl (um 1480) und Johanniskirche in Flensburg (1515-1525)
Das Wandgemälde der Kirche von Holbøl (Syddanmark), entstanden um 1480, ist ein Meisterwerk des Spätmittelalters im südlichen Dänemark. Es schmückt die Deckekappe über dem spätgotischen Schnitzaltar der Kirche, der ebenfalls um 1480 entstanden ist. Um diese Zeit befand sich die Marienverehrung auf einem neuen Höhepunkt, der bald durch die Reformation

Camillo Procaccini (1561-1629): Himmelspforte aus Madonna di Campagna in Verbania (um 1596)
Die römisch-katholische Kirche Madonna di Campagna in Verbania (Piemont) ist bekannt für ihre umfangreichen und vor allem hochwertigen Freskenmalereien aus der Renaissance. Da die Kirche der Jungfrau Maria geweiht ist, lag es nahe, hier auch die Symbole der Lauretanischen Litanei zur Darstellung zu bringen, die im späten 16. Jahrhundert, als

Fresko aus St. Georgen ob Judenburg (13. Jh.)
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde St. Georgen ob Judenburg als Saalkirche mit Ostturm angelegt und um 1450 im Osten durch Hinzufügung von Chor und Sakristei vergrößert. Stilistisch ist der romanische Gründungsbau dem Typus der Chorturmkirche mit eingezogenem Chorraum in Quadratform zuzurechnen, eine Bauform, welche in der Steiermark

George Edmund Street (1824-1881): St Thomas the Martyr in Oxford (1869)
Das Fenster, auf dem eine weibliche Figur das Himmlische Jerusalem in ihren Händen hält, verursachte im Jahr 1869 bei seinem Einbau einen Skandal. Man empfand die figürliche Darstellung als zu katholisch für die anglikanische Kirche Thomas the Martyr in Oxford (England). Eine Marienfigur habe hier nichts zu suchen, die Engelsfiguren

Francisco Antonio de Anaya: Chorgestühl in Guadalupe, Mexiko (1756)
Auch in Holz ist das Motiv der Himmelspforte einmal geschnitzt worden: Der Bildhauer Francisco Antonio de Anaya schuf 1756 diese „Ianua Coeli“, was so in goldenen Buchstaben in das untere Spruchband eingefasst wurde. Es ist Teil einer umfangreichen Schnitzerei für das Chorgestühl des Königlichen Kollegiums in dem römisch-katholischen Kloster Nuestra

Johann Baptist Zimmermann (1680-1758): Kuppelmalerei der Wieskirche (um 1754)
Nach dem Mittelalter wurden Torszenen als Wandmalereien in der Frühen Neuzeit zunächst zur Seltenheit, erlebten dann aber eine gewisse Renaissance im katholischen Barock. Eine der berühmtesten Himmelspforten überhaupt findet man in der bayerischen Wieskirche (auch „Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“). Dort gestaltete der Meister Johann Baptist Zimmermann (1680-1758)

Himmelspforte aus St. Vitus in Breitenworbis (1692)
Das Eichsfelder Land in Thüringen war einst stark von der Gegenreformation durch das Bistum Erfurt ergriffen. Das trifft auch auf die römisch-katholische Kirche St. Vitus in Breitenworbis zu, die kurz nach Bau der Kirche im Jahr 1692 von einem unbekannten Maler mit umfangreichen Decken- und Wandmalereien auf Eichengrund ausgestattet worden

Stadtdarstellung aus Notre-Dame in Cunault (15. Jh.)
Die touristische wie kunsthistorische Attraktion der kleinen französischen Ortschaft Cunault an der Loire ist die mittelalterliche ehemalige Abteikirche Notre-Dame. Die mächtige Hallenkirche der Romanik ist mit vielen Malereien aus verschiedenen Jahrhunderten ausgestattet. Die Verklärungsdarstellung über der Tür zum Priorat stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde mehrfach restauriert und immer

Samuel Lee (1625-1691): „Orbis Miraculum, or the Temple of Solomon“ (1659)
Samuel Lee (1625-1691) war ein englischer Puritaner aus London, der die letzten Lebensjahre in der Kolonie New England verbrachte. Als er sein Hauptwerk, „Orbis Miraculum, or the Temple of Solomon“ verfasste, war er Minister von St. Botolph’s in Bishopsgate (London). Zu diesem Posten wurde er von Lordprotector Oliver Cromwell ernannt.

Johann Pfunner (um 1715-1788): St. Alexius in Herbolzheim (1754)
St. Alexius ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Herbolzheim im Breisgau. In der Achse des barocken Kirchenschiffs reihen sich von West nach Ost drei große Deckenmalereien aneinander. An jeder Seite begleiten fünf kleinere Bilder die drei großen, thematisch auf die letzteren bezogen. Das letzte Gemälde rechts präsentiert über dem Altarbereich die

Johann Baptist Zimmermann (1680-1758) u.a.: Freskomalerei aus der Wallfahrtskirche Maria Brünnlein in Wemding (1754)
Das Fresko hat den Titel „Ianua caeli“ (Pforte des Himmels), wie es der lateinischen Beschriftung der Kartusche zu entnehmen ist. Bereits über dieser Kartusche findet man eine Kuriosität, wie sie das Spätbarock liebte: einen Christuskopf mit einer Gloriole aus seiner Dornenkrone.Die dazugehörige Beischrift unter der Pforte verrät durchaus Ironie, wenn

Anonyme Illustrationen aus John Bunyan: Pilgrim’s Progress (17. Jh.)
1678 erschien erstmals John Bunyans „The Pilgrim’s Progress, from this world to that which is to come“, gedruckt von Nathaniel Ponder in London. Der Stecher hatte die Initialen „R. W. f.(ecit)“, was auf der Illustration unten rechts neben dem Löwen zu finden ist. Er zeigt den Pilger zweimal, einmal im

Welterfolg „Vitam Aeternam“ (16. und 17. Jh.)
Auf um 1570 wird dieser Kupferstich datiert, den Marten (Martin) de Vos (1532-1603) geschaffen hat. Der flämische Verleger John Baptista Vrints gewann dann Julius Goltzius dafür, die Vorlage des Marten de Vos in Antwerpen zu stechen: „Vitam Aeternam“ war geboren. Die beiden, also de Vos und Goltzius, erfanden eine Fassung,

Benvenuto Tisi Garofalo (1481-1559): „Allegorie der Testamente“ (1523 und 1528-1531)
Eine Monumentalmalerei der Gesamtgröße 8 x 3 Meter entstand 1523 für das Kloster Sant’Andrea in Ferrara (heute Pinacoteca Nazionale, Ferrara, Inventarnummer 143). Es stammt von Benvenuto Tisi Garofalo (1481-1559) und hat den Titel „L’Antico e Nuovo Testamento“. Verständlicherweise wurde bei einer allegorischen Darstellung des Alten und Neuen Testaments das Himmlische

Weltgericht aus der Peterskirche in Weilheim (1499/1601)
Im Jahr 1489 wurde der Grundstein der heutigen evangelisch-lutherischen Peterskirche in Weilheim an der Teck (Württemberg) gelegt, und 1517 begann der Innenausbau. Aus den Jahren unmittelbar davor stammt ein gewaltiges Gemälde auf der Ostwand, welches das Langhaus vom Chor trennt.

Inge Sandeck (geb. 1940): Station „Völkerwallfahrt“ in Retzstadt (1998)
Retzstadt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Der Retzbach-Retzstadt-Rundweg (auch Besinnungsweg oder Bibelweg genannt) geht zurück auf eine Initiative von Pater Fritz Schaub und das römisch-katholische Pfarramt Retzbach. Der 13 Kilometer lange Besinnungsweg soll Wanderer zur Ruhe kommen lassen

Emil Wachter (1921-2012): Deckengemälde in St. Martin, Ettlingen (1988)
Die evangelische Barockkirche St. Martin in Ettlingen blieb Jahrhunderte lang im Inneren unvollendet. In den 1980er Jahren präzisierten sich Pläne, die Deckenausmalung endlich anzugehen. Die Planer gingen davon aus, dass der moderne Mensch mit dem Thema Zukunft nur noch „Dunkles

Emil Wachter (1921-2012): Autobahnkirche bei Baden-Baden (1978)
Die 1970er Jahre waren die Hochzeit der Autobahnkirchen. Autobahnen sollten damals ganz Deutschland überziehen, an ihnen sollte sich das moderne Leben ereignen – da wollten die Großkirchen selbstverständlich nicht abseits stehen. Der Fairness muss hinzugefügt werden, dass etwa zeitgleich die

Klaus Arnold (1928-2009): St. Kilian in Assamstadt (1972)
Im Jahr 1972 erarbeitete Klaus Arnold (1928-2009) ein Himmlisches-Jerusalem-Fenster für die römisch-katholischen Kirche St. Kilian in Assamstadt im Main-Tauber-Kreis. Damals verließ man die alte Altstadtkirche und errichtete in einem Neubauviertel einen gewaltigen Neubau, der heute für diese ländliche Gemeinde völlig

Josef Henger (1931-2020): Tabernakel aus St. Maria in Böblingen (1964)
Eine der ersten neuen Tabernakel im Zuge der tiefgreifenden Liturgiereform von 1963 befindet sich in St. Maria in Böblingen südlich von Stuttgart, an der Altarrückwand des Chorraumes, unmittelbar vor einem Backsteinmosaik. Der Tabernakel wurde 1964 von dem Ravensburger Bildhauer Josef
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.





