Clemens Schmidt (1890-1979): Fenster aus St. Josef, Frankfurt am Main (1957)

Bis auf drei erhaltene Jugendstilfenster in der Hauptfassade der römisch-katholischen Josefskirche in Frankfurt-Höchst sind alle übrigen Fenster im März 1945 bei einem Bombenangriff zerstört worden. Lange Zeit gab es nur eine behelfsmäßige Notverglasung. Erst 1957 hat der Frankfurter Künstler W. Clemens Schmidt (1890-1979) drei neue Buntglasfenster im Chorbereich der Kirche mit Szenen aus der Offenbarung des Johannes gestaltet. Es ist im Schaffen von Schmidt das erste und letzte Mal, dass er das Himmlische Jerusalem zur Darstellung brachte.
Das mittlere Fenster zeigt auf drei Bahnen im oberen Bereich Bauten und Symbole des Neuen Jerusalem, darunter das Lamm in der Mitte und das versiegelte Buch darunter. Die Stadt ist auf dem Fenster durch individuelle Bauten dargestellt, die meist eine weiße oder auch gelbe Fassade und eine blaue Dachzone haben. Auch Kirchen oder Tempelbauten scheinen darunter zu sein. Sie reihen sich wie ein Kranz um den Kopf des bekrönten Lammes und bilden quasi eine erweiterte Gloriole. Man kann unter der Stadt sogar eine dritte Gloriole festmachen: zwölf wechselweise rote und blaue Punkte, die für die Edelsteine ebenso wie für die Perlen der Stadt stehen könnten. Merkmal des Fensters sind seine kräftigen Farben Blau, Gelb und Rot, wie man es Ende der 1950er Jahre und Anfang der 1960er Jahre ähnlich auch bei anderen Glasarbeiten finden kann.

Ferdinand Eckert: Pfarrführer und Chronik der Pfarrgemeinde St. Josef, Frankfurt am Main-Höchst, o.O. 1957.
Ulrike Schubert: Frankfurt am Main – Höchst, St. Josefskirche, Regensburg 2009.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 3, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 26).

 

tags: Frankfurt am Main, Nachkriegskunst, Lamm
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