LETZTER BEITRAG
Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster in St. Viktor in Birten (1968)
Die römisch-katholische Kirche zeichnet ein Phänomen aus, das bislang kaum einmal positiv herausgestellt wurde: Nach 1945 brachte sie große Sakralkünstlerinnen hervor, in Deutschland namentlich drei: Erentrud Trost, Else Hildegard Bircks und Hildegard Bienen (Reihenfolge ohne

Walter Benner (1912-2005): St. Marien in Mönchengladbach-Rheydt (1962)
Im Jahr 1962 bekam die römisch-katholische Kirche St. Marien zu Mönchengladbach-Rheydt ein Glasfenster des Künstlers Walter Benner (1912-2005) (Signatur WB oben rechts). Das Fenster aus überwiegend blauem und rotem Antikglas, Blei, Schwarzlot und Betonformsteinen befindet sich im Seitenschiff der Kirche, als erstes Fenster rechts vom Eingang. Es zeigt im oberen

Ernst Jansen-Winkeln (1904-1992): St. Maria Empfängnis in Mönchengladbach-Venn (1963)
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg waren einfache Himmelspforten plötzlich wieder populär. Das Thema hat seit dem 16. Jahrhundert immer wieder Renaissancen, vornehmlich in katholischen Regionen. Nach 1945 gibt es mehrere Beispiele von anonymen Arbeiten, aber auch Rudolf Fuchs, Vincenz Pieper, Wilhelm de Graaff, Guido Nincheri oder Heinz Bienefeld

Heinz Hindorf (1909-1990): Evangelische Kirche in Monsheim (1960)
Sein erstes, aber lange nicht letztes Fenster mit einem Jerusalems-Motiv schuf der Glasmaler Heinz Hindorf (1909-1990) im Jahre 1960/61 für die evangelische Kirche in Monsheim in der Nähe von Worms. In den nächsten Jahren sollten noch einige Fenster von Hindorf zu diesem Motiv, überwiegend in römisch-katholischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, Hessen

Paul Kälberer (1896-1974): evangelische Kirche in Rosenfeld (1961)
Das pastellfarbene Chorfenster der evangelischen Kirche in Rosenfeld (Zollernalbkreis in Baden-Württemberg) wurde 1961 eingebaut. Gestaltet hat es der Kunstmaler und Grafiker Paul Kälberer (1896-1974) im Auftrag der Firma Saile. Es ist eine der ganz wenigen Glasgestaltungen dieses Künstlers, die wissenschaftlich noch wenig Beachtung fand. Üblicherweise hat die Landeskirche Glasmalereien mit

Christof Grüger (1926-2014): Evangelische Kirche in Rockenau (1959)
„Zur Zuflucht“ heißt eine evangelische Kirche in Rockenau bei Eberbach am Neckar, die im Jahr 1959 als Vertriebenenkirche fertiggestellt wurde. Der Bau liegt abseits bedeutender Verkehrswege, ist meist verschlossen und überregional zu unrecht kaum bekannt. Die umfangreiche Fenstergestaltung des Nachkriegsbaus übernahm Christof Grüger (1926-2014). Sie ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert:

Ernst Jansen-Winkeln (1904-1992): Kirche Heilig Kreuz in Mönchengladbach (1991)
Der Maler und Glaskünstler Ernst Jansen-Winkeln (1904-1992) hat das Himmlische Jerusalem während seines Schaffens mehrfach dargestellt. Überwiegend finden sich seine Werke in römisch-katholischen Sakralbauten. Wir kennen Arbeiten von ihm vor allem aus den 1960er Jahren: St. Martin in Linnich, die Mutter-Gottes-Kapelle in Schleiden-Scheuren oder St. Maria Empfängnis in Mönchengladbach-Venn. Nach

Clemens Hillebrand (geb. 1955): St. Johann Baptist in Wuppertal-Oberbarmen (1992)
Anlässlich der Renovierung der neoromanischen Kirche St. Johann Baptist in Wuppertal-Oberbarmen (Bergisches Land) wurde von 1990 bis 1992 der Altarraum neu gestaltet. In einem gewaltigen zentralen Blendfenster an der Chorwand über dem Hauptaltar ist das irdische Jerusalem dargestellt, in dem Rosettenfenster dagegen das Himmlische Jerusalem. Der Durchmesser dieses gewaltigen Fensters

Bernhard Lütke-Jüdefeld (1958-2009): Friedhofskapelle von Oster (1990)
Die römisch-katholische Kapelle am Friedhof von Oster in Ochtrup im Münsterland wurde unter dem Pastor Josef Wichmann konzipiert. Der ausführende Künstler war dann Bernhard Lütke-Jüdefeld (1958-2009) aus Münster. Die Tür wird traditionell auf dem Friedhof zu Oster nach der Einsegnung des Sarges unmittelbar vor dem Gang zum Grab geöffnet, nachdem

Albert Reinker (1926-2014): St. Petrus Canisius in Kirchlengern (1990)
Das Stift Quernheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Kirchlengern in Ostwestfalen. Die dortige römisch-katholische Kirche St. Petrus Canisius besitzt auf der Empore gegenüber dem Altar das Glasfenster „Das Lamm im Himmlischen Jerusalem“. Die komplexe Arbeit ist von dem freischaffenden Künstler Albert Reinker (1926-2014), der sich auf Glasfenster-, Mosaik- und Wandgestaltungen

Nikolaus Bette (geb. 1934): St. Lucia in Altenaffeln (1993)
Das auf Grundformen reduzierte Fenster „Christus als Siegeslamm im Himmlischen Jerusalem“ ist aus St. Lucia in Altenaffeln, einem Ort im Sauerland. Entworfen wurde es 1993 von Nikolaus Bette (geb. 1934 in Bottrop). Für die Ausführung in Opalglas, Blei und Schwarzlot war Hein Derix aus Kevelaer verantwortlich. Bette ist ein Experte

Max Ingrand (1908-1969): Kolumbarium in Marl-Hüls (1959)
Ein Kolumbarium ist ein Bauwerk auf einem Friedhof, in dem Särge oder auch Urnen aufgebahrt sind, bis zur eigentlichen Trauerfeier oder auch dauerhaft. Man kennt diese Bauten überwiegend aus Bayern und Österreich, wo sie ein fester Bestandteil der Sepulkralkultur sind und eine lange Historie haben. Zunehmend findet man sie aber

Paul Weigmann (1923-2009): St. Elisabeth in Leverkusen-Opladen (1992)
Eine gewaltige Porta Coeli hat der Leverkusener Glasmaler Paul Weigmann (1923-2009) auf einem Monumentalfenster aus Antik- und Opalglas sowie Blei in der Rückfront der römisch-katholischen Kirche St. Elisabeth in Leverkusen-Opladen am Rhein geschaffen. Zu dem Künstler hatte man in der Kirchengemeinde enge Beziehungen, da er in der Nähe des Baus

Ingrid Vetter-Spilker (1939-1999): St. Mariä-Himmelfahrt in Rheinberg-Ossenberg (1991)
Die Werkstatt für Glasmalerei Hein Derix in Kevelaer erhielt am 18. November 1991 den Auftrag, in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Ingrid Vetter-Spilker (1939-1999) aus Hamminkeln, das Chorfenster der römisch-katholischen Kirche St. Mariä-Himmelfahrt in Rheinberg-Ossenberg (Niederrhein) zu fertigen. In der Kirche befanden sich bereits figürliche Fensterarbeiten des Künstlers Heribert Reul aus

Paul Weigmann (1923-2009): Herz Jesu in Friedrich-Wilhelms-Hütte (1959)
Der Glasmaler und Zeichner Paul Weigmann (1923-2009) aus Leverkusen verknüpfte im Jahr 1959 in einem Monumentalfenster die Motive der Erde als erlöstes Paradies mit dem Himmlischen Jerusalem. Dieses ist überwiegend in weißen und hellblauen Tönen gestaltet, was an kristalline Strukturen erinnert. Zahlreiche Splitter, Zacken und Ecken lassen sich finden, zwischen

Himmelspforte in St. Marien in Wesseling (1958)
Aus den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als zahlreiche Kirchen neu verglast werden mussten, ist der Künstler namentlich nicht immer bekannt. Dies ist auch der Fall bei der römisch-katholischen Kirche St. Marien in Wesseling am Niederrhein. Dies ist insofern ungewöhnlich, als dass der Sakralbau damals überregional Beachtung fand. Es

Neuspanische Franziskanerfestung (1650)
In der römisch-katholischen Klosterkirche San Francisco de Asís (Iglesia, Museo y Convento de San Francisco) im peruanischen Cusco befindet sich eine frühe Fassung der sogenannten „Franziskanerfestung“. Es ist eine Ausführung sicherlich mehrerer unbekannter Maler, die der Cusco-Malerschule zugeordnet werden. Auf

Französische Historienbibel (um 1420)
Die „Bible Historiale“ des Guyart des Moulins (geb. 1251) war zunächst noch ohne Apokalypse, wurde aber bald vervollständigt und mit entsprechenden Illustrationen verschönert. Die Königliche Bibliothek zu Brüssel besitzt eine zweibändige Edition dieser Historienbibel oder Geschichtsbibel, die mit damals modernen

Nordamerikanische Bibelausgabe (1796)
Im Laufe der letzte zweitausend Jahre gab es bezüglich Bibelausgaben fast alles, was künstlerisch möglich war: Prachtausgaben mit echten Edelsteinen, handgeschriebene Fassungen, die Bibel als Comic, die Bibel in Blindenschrift und viele andere Kuriositäten. Unter anderem gab es immer wieder

MS 10176-78: Spiegelvision des Guillaume de Digulleville (1400-1410)
Diese Ausgabe der „Pélerinage de la vie humaine“ aus dem südlichen Flandern, einem Zentrum der Miniaturmalerei im 15. Jahrhundert, entstand zwischen 1400 und 1410, wahrscheinlich in Artois. Der Prachtband, der einem Adeligen oder Geistlichen gehörte, befindet sich heute unter der

MS Beinecke 406: Spiegelvision des Guillaume de Digulleville (um 1400)
Die Ausgabe MS Beinecke 406 wird heute in der US-amerikanischen Yale University Library aufbewahrt, die sie am 25. November 1969 bei Sotheby’s ersteigerte. Einst ist sie möglicherweise im Nordosten Frankreichs angefertigt worden. Es ist eine Pélerinage des Guillaume de Digulleville,

Karen A. Simmons: Jerusalemsflaggen (1998-2005)
Karen A. Simmons, eine Künstlerin und Lebensberaterin aus den USA, die seit ihrer christlichen Erweckung im Jahr 1987 gestalterisch tätig ist, schuf zwischen 1998 und 2005 mehrere Jerusalemsflaggen. Flaggen und Banner spielen schon seit Hunderten von Jahren auf Bildern des
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






