LETZTER BEITRAG
Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) zugeschrieben: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1597)
Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) war ein spanischer Maler der Spätrenaissance aus Bocairent. Um 1597 ist er in Valencia nachgewiesen, einer Stadt, die in Spanien damals in der Malerei führend war. An wenigen Werken aus kirchlichen

„Meister der Medaillons“: Histoire extraite de la Bible (um 1415)
Um 1415 wurde in Frankreich eine „Histoire extraite de la Bible et Apocalypse“ illustriert. Es ist eine bedeutende Arbeit eines namentlich nicht bekannten Künstlers, den man daher den „Meister der Medaillons“ nennt. Dieser arbeitete stilistisch wie die Handschrift von MS BM 439 oder Meister Orosius, es sind alles Meistewerke der

Cristóbal de Villalpando (1649-1714): Maria Immaculata aus Nuestra Senora de Guadalupe in Zacatecas (um 1700)
Der neuspanische Malermeister Cristóbal de Villalpando (1649-1714) war um 1700 neben dem Ölgemälde „Mystica Ciudad“ mit einem weiteren Gemälde beschäftigt, welches das Himmlische Jerusalem zum Thema hatte, wenngleich weniger prominent. Es handelt sich um ein 205 x 124 Zentimeter großes Ölgemälde auf dem Höhepunkt der Barockmalerei. Es befindet sich heute

MS 5091: Lyoner Apokalypse (um 1475)
In Frankreich entstanden auch im 15. Jahrhundert zahlreiche Apokalypse-Handschriften, von denen einige auch mit Miniaturen ausgestattet wurden. Ein schönes Beispiel ist die Pretiose MS 5091 aus der Pariser Bibliothèque de l’Arsenal, die inzwischen der Französischen Nationalbibliothek inkorporiert wurde. Beide Darstellungen, die in dem Werk das Himmlische Jerusalem zeigen, sind jeweils

Willem Vrelant: Weltgerichtsdarstellung aus Brügge (um 1465)
Diese Miniatur ist im Original lediglich 10,5 x 6 Zentimeter klein. Sie entstand um das Jahr 1465 in Brügge und ist heute Teil einer Privatsammlung in der Schweiz (Basel). Möglicherweise gehörte sie einst zu einem französischsprachigen Stundenbuch. Der unbekannte flämische Meister aus der Werkstatt von Willem Vrelant (tätig um 1450

Blockbuch Heidelberger Bilderkatechismus (1455-1458)
In diesem Band ist auf fol. 35v eine erste Weltgerichtsszene zu finden, die in der unteren Hälfte das Himmlische Jerusalem als Torszene architektonisch thematisiert. Dort steht eine Gruppe von Geretteten zwischen der Himmelspforte links und dem Höllendrachen und -rachen rechts. Die Pforte wird gerade von Petrus aufgeschlossen, der die Gruppe

Miguel de Santiago (um 1620-1706): Gemälde „Jerusalén celestial“ aus der Kathedrale in Bogotá (1650-1700)
Die römisch-katholische Kathedrale Primada de Colombia (offiziell: Catedral Basílica Metropolitana de la Inmaculada Concepción) in Bogotá besitzt eine Ölmalerei von Miguel de Santiago (um 1620-1706), einem bekannteren Vertreter der Quito-Schule aus Ecuador. Die Malerei hat den Titel „San Juan y su visión de la jerusalén celestial“ („Der Heilige Johannes und

William Howland: Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1851
Es gibt eine ganze Reihe von Illustrationen des 19. Jahrhunderts, die auf einmal die Himmelspforte aus dem Roman „Pilgrim’s Progress“ in einen morbiden Kontext stellen: Entweder sind die Mauern mit Efeu überwuchert, oder es stehen Urnen umher, das Licht ist düster, Kreuze stehen vor Gräbern, mitunter liegt ein Totenschädel herum

Einzelblatt zu John Bunyans Pilgrim’s Progress (1792)
John Bunyan (1628-1688) war ein englischer Baptistenprediger und erfolgreicher Schriftsteller. Heute noch ist vor allem seine Schrift „The Pilgrim’s Progress“ im angloamerikanischen Raum bekannt. Das Werk, ein Erbauungs- und Reiseroman, gehört zur Weltliteratur und wird immer wieder neu aufgelegt. Bislang wurde es in über 200 Sprachen übersetzt. Vom 17. Jahrhundert

Edward Henry Wehnert (1813-1868): Pilgrim´s Progress, Ausgabe 1858
Eine spezielle Ausgabe für Jugendliche erschien im Jahr 1858 in London. Sie enthält 16 Zeichnungen des englischen Künstlers Edward Henry Wehnert (1813-1868). Diejenige auf Seite 19 zeigt eine breite Himmelspforte mit neogotischen Stilanklängen. Der Rahmen der breiten Pforte ist mit einer Inschrift versehen: „Knock and it shall be opened vnto

Isaac Taylor (1787-1865): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1808
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist ein deutliches Bestreben festzustellen, endlich neue Illustrationen für die Ausgaben von „Pilgrim’s Progress“ zu erarbeiten. Eine Ausgabe mit diesem Anspruch betreute der Prediger George Burder. Sie erschien im Jahr 1808 in London. Schon im Titel wurde darauf verwiesen, dass hier sechs neue Zeichnungen enthalten

Joseph Mallord William Turner (1775-1851) u.a.: Pilgrim’s Progress, Ausgaben 1838 und 1855
1838 erschien in Paris und in London eine Parallelausgabe von John Bunyan‘s Meisterwerk „Pilgrim’s Progress“, die der Verlag „Fisher, Son, and Co.“ herausbrachte. Wie zu dieser Zeit beliebt, wurden unterschiedliche Zeichnungen bekannter und unbekannter Illustratoren zusammengestellt: Die Zeit liebte diese „bunte Mischung“, und für die Verleger war es kostengünstig, denn

Joseph Yeager (um 1792-1859): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1830
Von dem Künstler Joseph Yeager (um 1792 – 1859) aus Philadelphia kennen wir eher einzelne Kupferstiche und Drucke, wie „The ‚Lion‘ of the Party“, ein Porträt von Samuel Egerton Brydges, „The Young Lord“ oder das Schlachtengemälde „Battle of New Orleans and the Death of Major General Packenham on the 8th

Howard Dudley (1820-1864): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1848
Howard Dudley (1820-1864) schuf den Kupferstich „Mercy at the Gate“, welcher der Londoner Ausgabe des Romans „Pilgrim’s Progress“ des John Bunyan vorangestellt wurde. Erschienen ist diese im Jahr 1848. Kaum eine Illustration war im Viktorianismus so beliebt wie diese Szene, das belegen zahlreiche ähnliche Arbeiten namhafter Künstler Englands, wie von

William Harvey (1786-1866): Pilgrim’s Progress, Ausgaben 1850 und 1857
Neue Illustrationen nach Vorlagen von William Harvey (1786-1866), welche von den drei Brüdern Dalziel gestochen wurden, bringt eine Londoner Ausgabe aus dem Jahr 1850. Seite 254 zeigt eine offene, aber fast zugewachsene Pforte in freier Natur. Aus dieser dringt Licht nach draußen und beleuchtet bzw. erleuchtet die Personen davor. Mit

Trierer Apokalypse und Apokalypse von Cambrai (9. Jh.)
Die Trierer Apokalypse wurde in Nordfrankreich in einem karolingischen Skriptorium geschrieben und illustriert (Stadtbibliothek Trier, Cod. 31: fol. 67r, 69r, 70r, 71r, 72r und 73r). Sie gilt als Meisterwerk der Romanik. Von 74 ganzseitigen, rot gerahmten Miniaturen zeigen sechs das Himmlische Jerusalem. Entstanden vermutlich zu Beginn des 9. Jh. sind

„Meister des Weltgerichts“: Rheinländische Tafelmalerei (um 1465)
Um das Jahr 1465 entstand durch einen anonymen Meister, der den Notnamen „Meister des Weltgerichts“ bekam, eine Tafelmalerei auf Eichenholz. Diese Malerei wurde am 21. September 1846 von den Erben des Kunsthändlers Johann Georg Schmitz vom Wallraf-Richartz-Museum in Köln angekauft

Leuchter der Basilika St. Godehard in Hildesheim (1864)
Die Begeisterung für historische Radleuchter hat mehrere Renaissancen erfahren, so beispielsweise gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Damals wurden im Zuge der Neorenaissance nicht allein Gebäude in diesem Stil erbaut, sondern auch passende Einrichtungsgegenstände hergestellt. Ein Beispiel dafür ist der Radleuchter

Radleuchter von Franz Rickert (1904-1991) in der Apostelkirche Bocholt (1963)
Ein Jerusalemsleuchter von Franz Rickert (1904-1991) befindet sich in der evangelischen Apostelkirche zu Bocholt am Niederrhein. Zwölf Engel mit spitzen, nach oben gerichteten Flügeln zieren die zwölf schmalen Tore aus Bronze, die am Reif mit Bergkristallen geschmückt sind. In der

Erhardt Klonk (1898-1984): Wandmosaik der Friedhofskapelle in Helmstedt (1967)
Ruhehallen und Friedhofskapellen sind naturgemäß der Ort, an dem gerne das Himmlische Jerusalem als motivisches Thema gewählt wird, bedeutendere Beispiele finden sich in Duisburg-Marxloh (1955), in Holte (1956) oder in Stommeln. In die Qualität dieser Arbeiten reiht sich ein Mosaik

Maurice de La Pintière (1920-2006): „Le Mandala ou la Jérusalem céleste“ (1984)
Vorstellungen und Bilder des Himmlischen Jerusalem sind immer auch ein Spiegel ihrer Zeit, in der sie entstanden sind. So gibt es neuerdings auch Werke, die von anderen Weltreligionen mit beeinflusst sind. Beispiele sind ein Altargemälde von Nikolaus Bette in Bad

Hans Gerhard Biermann (1933-2023): Retabel aus St. Ursula in Bremen (1968)
Der Altarbereich wird von einem gewaltigen, über drei Meter hohen Monolith dominiert. Er differenziert sich in zwölf Blöcke, die auf einem dreiteiligen Sockel ruhen. Diese sind aus grob behauenem, geriffeltem Muschelkalk in einer einheitlich grauen Färbung, die damals bewusst Beton
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



