
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)

Tympanon der Kollegiatskirche von Saint-Émilion (14. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)
Gerichtsszenen auf einem Tympanon hat es selbstverständlich auch in Deutschland gegeben. Ein bekannteres Beispiel aus Süddeutschland ist das Jüngste Gericht eines unbekannten Bildhauers am Kapellenturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts in Rottweil. Dieser Kapellenturm

Grete Reichardt (1907-1984) und Anton Wendling (1891-1965): Wandteppiche des Zyklus „Hoffnung“ der Berliner Hedwigskathedrale (1963 und 1965)
Die Berliner Hedwigskathedrale war vor allem in der DDR ein wichtiges religiöses Zentrum, für das bevorzugt Kunstwerke angeschafft wurden, nachdem auch hier der Zweite Weltkrieg nicht nur das Bauwerk, sondern auch die Ausstattung in Mitleidenschaft gezogen hat. Schon Ende der 1950er Jahre entstand die Idee, Kunstwerke bewusst von Künstlern aus

Fresken aus Sankt Laurentius in Ahrweiler (um 1450)
Ahrweiler ist ein Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz (Eifel). In diesem Stadtteil befindet sich die römisch-katholische Kirche Sankt Laurentius. Der Kirchenbau besitzt zahlreiche spätmittelalterliche Wandmalereien verschiedener rheinischer Meister aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Namen bzw. die näheren Entstehungshintergründe sind nicht überliefert. Die Malereien wurden

Friedrich Greiner (1864-1943): Reichstag-Jerusalem (1935)
1935 wurden 25 Bilder des Malers Friedrich Greiner zur Offenbarung des Johannes erstmals veröffentlicht. Es handelt sich um eine Serie, die nochmals im Jahr 1937 in zweiter und 1950 sogar in einer weiteren Auflage erschien. Der Autor und Illustrator der kommentierten Apokalypse mit einer Lutherübersetzung war ein evangelischer Theologe. Er

Auguste Louis Jobbé-Duval (1819-1881): Himmelspforte aus Saint-Pierre in Rennes (1844)
Die Kathedrale Saint-Pierre in Rennes (Bretagne) geht auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Ihr heutiges Erscheinungsbild erlangte der römisch-katholische Kirchenbau nach langen Planungen und mehrfachen Umbauten schließlich 1845 im Stil der Neorenaissance. Ein Höhepunkt des Baus ist ihre wuchtige Kassettendecke. Von der zentralen Kuppel gehen vier halbkreisförmige Hauptgewölbe aus,

Paul Ohnsorge (1915-1975): Relief in St. Richard in Berlin (1976)
Im Mai 1976 wurde das Altar-Rückwandrelief fertiggestellt, das den Innenraum der römisch-katholischen Kirche St. Richard im Berliner Ortsteil Neukölln dominiert. Es ist nicht etwa aus verschiedenen einzelnen Segmenten zusammengesetzt, sondern wurde aus einer gewaltigen Schale in Beton in einem Stück gegossen. Es ist ein Werk, welches in dieser Technik und

Hildegard Bienen (1925-1990): Ambo der Bochumer Kirche St. Liborius (1973)
Ein Ambo ist in römisch-katholischen Kirchen ein (meist) erhöhter Ort, von dem aus der Lektor, Diakon oder Priester die biblischen Lesungen der Gemeinde verkündet. Der Ambo stammt aus der frühchristlichen Kirche, kam aber im Mittelalter weithin außer Gebrauch. Erst im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum kam es zu

Adam Eck (1604-1664): Kabinettschrank aus Schloss Branitz (um 1650)
Im Bibliotheksraum des Museums von Branitz unweit von Cottbus (Lausitz) befindet sich ein Kabinettschrank aus der Werkstatt von Adam Eck (1604-1664). In der ehemaligen Freien Reichsstadt Eger (heute: Cheb, Tschechien) wurde zwischen 1630 und 1730 von den dort ansässigen Holzbildhauern eine hochwertige Intarsientechnik gepflegt. Nach seinem Entstehungsort wird das Möbelstück

Boëtius à Bolswert (um 1585-1633): Kupferstich „Pia desideria“ (1624) und Gemälde aus der Kirche Katharinenheerd (um 1650)
Die pietistische Schrift „Pia desideria“ des Hermannus Hugo, gedruckt 1624 in Antwerpen gilt als eines der erfolgreichsten Bücher des gesamten 17. Jahrhunderts, bislang wurden 49 Reprints und 90 Übersetzungen ausfindig gemacht. Als Illustrator konnte Boëtius à Bolswert (um 1585-1633) gewonnen werden, der eng mit dem Maler Rubens zusammenarbeitete. Für die

Otto Veen (Vaenius) (1556-1629): „Amoris divini emblemata“ (1615) und Kopie (1724)
Dieser Kupferstich entstammt der Ausgabe „Amoris divini emblemata“, welche ein gewisser „Vaenius“ 1615 als religiöses Gegenstück zu seinen säkularen Erotikemblemen („Amorum Emblemata“, 1608) herausgab, um seinen Ruf wiederherzustellen oder sein Gewissen zu beruhigen. Dieser Vaenius (Otto Veen, 1556-1629) ist heute höchstens noch bekannt als Lehrer von Rubens, war seinerzeit aber

Meister Thomas von Villach: Fresken in Villach (um 1450)
Der „Meister Thomas von Villach“ ist der vielleicht bedeutendste Vertreter der Gotik bei Wandmalereien in der Alpenregion. Italienische Einflüsse auf seinen Wandfresken und Tafelbildern werden immer wieder diskutiert, ob er aber selbst Italien bereiste, ist ungewiss. Gesichert ist, dass er in Villach seine Werkstatt hatte. Neben einer Wandmalerei mit der

Ludwig Richard Conradi (1856-1939): „Der Dienst der Engel“ (1920)
Dargestellt sind hier im Bildmittelpunkt „Erlöste“ um Jesus Christus vor dem Himmlischen Jerusalem, das von den ewig Früchte tragenden Bäumen gänzlich eingerahmt ist. Die eigentliche Stadt erhebt sich im Hintergrund, man erkennt hohe, kahle Mauern, dahinter zahlreiche Bauten.Die einfarbige Zeichnung trägt noch Züge des Jugendstils und findet sich auf der

Wandmalereien des Doms von Gurk, Kärnten (um 1265)
Die Fresken im ersten Stock der Westempore der Bischofskapelle von Gurk gehören zu den wertvollsten und bekanntesten Wandmalereien Österreichs. Wer diese Malereien ausführte, ist unbekannt, und so spricht man von einem „Meister von Gurk“, der auch die Malereien im nahegelegenen Sankt Marein bei Neumarkt ausgeführt hat. An der Stelle der

Adolf Valentin Saile (1905-1994): evangelische Kirche in Nehren (1963)
Der Glaskünstler Adolf Valentin Saile (1905-1994) war in Württemberg eine Institution, zahlreiche Glasarbeiten für Kirchen und Kapellen sind nach 1945 in seiner Stuttgarter Werkstatt geschaffen worden. Meist geschah dies in Zusammenarbeit mit anerkannten Künstlern oder mit Talenten, die hier ihre Ausbildung absolvierten. Saile war einer der Glasmaler der Nachkriegszeit, der

Frederick Rhead (1856-1933): Illustration zu John Bunyans Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1898
Die Zahl der Ausgaben von John Bunyans im angloamerikanischen Raum überaus erfolgreichem Erfolgsroman „The Pilgrim’s Progress, from this world to that which is to come“ ist schier unüberschaubar. 1898 erschien mit Hilfe der Anglikaner in den USA eine opulente Prachtausgabe, an der renommierte Illustratoren wie George Woolliscroft (1855-1920), Louis Rhead

Weltgericht aus Santa Maria del Tiglio in Gravedona (1300-1350)
Die römisch-katholische Kirche Santa Maria del Tiglio befindet sich in Gravedona, einer italienischen Ortschaft in der Provinz Como in der Lombardei. Die mittelalterliche Kirche besitzt ein prächtiges Wandfresko mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts. Es zählt zu den ältesten Fresken dieser Kirche und soll in der ersten Hälfte des 14.

Michael Düchting (geb. 1956): Tabernakel des St.-Patrokli-Doms in Soest (2000)
Im mittelalterlichen St.-Patrokli-Dom in Soest wurde nach den Kriegszerstörungen 1945 wieder eine Krypta eingerichtet und modern ausgestattet. Diese wurde 2000/2001 umgestaltet und erneuert. Im Zentrum auf einer Steinstele vor dem Altar befindet sich ein Tabernakel in Kubusform. Die Stele ist

Hilde Ferber (1901-1967): Ehemalige Christuskirche in Bielefeld-Senne (1956)
Mit der evangelischen Christuskirche in Bielefeld-Senne nahm es ein frühes Ende. Die Kirche wurde erbaut, als die Stadt überfüllt war mit Flüchtlingen, die damals noch fast alle einer christlichen Gemeinschaft angehörten. Die Stadt expandierte, man benötigte Gotteshäuser, die Christuskirche wurde

Claudia Mohr: Schmuckstück (2003)
Schmuckstücke mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem sind etwas Seltenes, sie haben aber eine Jahrhunderte währende Tradition: Erinnert sei kurz an den Jerusalems-Anhänger aus dem Louvre (16. Jahrhundert), die Goldbroschen von Matthäus Bayer aus den 1960er Jahren oder das Jerusalems-Kreuz

Maria Immaculata aus der Kathedrale von Pasig (17. Jh.)
In den römisch-katholischen Gegenden der Philippinen hat es stets eine besondere Marienfrömmigkeit gegeben, die sich auch in Kunstwerken Ausdruck verschaffte. Beispiele sind nicht allein die Elfenbeintafel aus dem Victoria and Albert Museum oder die Türgestaltung der Kathedrale von Manila, sondern

S. Judin, J. G. Wächter: Russische Gedenkmünze (1698)
Im Jahr 1698 ließ der Zar Peter der Große eine Gedenkmünze aus Anlass seines Krönungsjubiläums herausgeben. Sie ist komplett aus Silber gefertigt, 66 Millimeter groß und 95.65 Gramm schwer. Der Avers zeigt ein Porträt des Zaren, der Revers zeigt den

Marian Zidaru (geb. 1956): Jerusalemtor des Klosters Glodeni-Vale in Rumänien (1990)
In Rumänien wurde tatsächlich ein Tor des Himmlischen Jerusalem nach- bzw. vorgebaut. Es ist das Tor eines Klosters in Glodeni-Vale bei Pucioasa im Vorland der Karpaten. Hierhin hat sich eine Gruppe orthodoxer Mönche und Nonnen zurückgezogen, die ihre Gemeinschaft „Noul
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



