LETZTER BEITRAG
Jean Ganiere (um 1615-1666): Kupferstich „Refugium Peccatorum“ (1650 um)
Neben hochwertigen Ölmalereien und hochwertigen Kupferstichen akademischer Meister hat es auch immer wieder Arbeiten gegeben, die von der Kunstgeschichte ignoriert wurden, manchmal zu unrecht, manchmal aber einfach auch aufgrund der grottenschlechten Ausführung. Hier haben wir

Pforte aus Saint-Paul-Saint-Louis, Paris (1641)
Die römisch-katholische Kirche Saint-Paul-Saint-Louis ist eine in den Jahren 1627 bis 1641 im Jesuitenstil erbaute Pfarrkirche im vierten Arrondissement von Paris. Im Inneren zeigt die Decke der Kapelle Notre-Dame-des-Sept-Douleurs (Kapelle zu den sieben Schmerzen der Jungfrau) verschiedene Symbole der Lauretanischen Litanei, wie den Brunnen, die Lilie, den Marienstern etc. Eines

Wandmalerei der Abtei Sainte-Marie in Lagrasse (1280-1309)
In Lagrasse in der Region Languedoc-Roussillon sind seit 779 bis heute Mönche unterschiedlicher Ordensrichtungen ansässig. Die Abtei Sainte-Marie wurde als Station des Jakobwegs nach Compostela das erste religiöse Zentrum im Languedoc und schnell sehr wohlhabend, man nannte sie daher auch „die Fette“. Ihre einstige Ausstattung, von der sich wenig erhalten

Wandfresko San Pietro al Monte (um 1050)
Das Himmlische Jerusalem aus der Kirche San Pietro al Monte in einem abgeschiedenen Tal bei der Ortschaft Civate (Provinz Lecco, Lombardei) besitzt die älteste Darstellung dieses Motivs in Italien als Wandmalerei. Selbst die Verwüstungen unter dem Kaiser Friedrich Barbarossa, unter Napoleon und den Weltkriegen hat es so gut wie unbeschadet

Friedrich Mibes (1657-1722): Gebetbuch „Himmlisches Jerusalem“ (1719)
Wie lange die reformatorischen Gegensätze nachwirkten, belegt dieses außergewöhnliche Kunstwerk: 1719 veröffentlichte der Mönch Friedrich Mibes (1657-1722) in Sulzbach (Oberpfalz) ein katholisches Gebetbuch unter dem Titel „Himmlisches Jerusalem Welches Durch die Würckung des Heil. Gebetts starck belagert und durch Macht und Gewalt desselben glücklich erobert wird“. Es beinhaltet eine Beschreibung

Franz Wirth: Apokalypse-Tapisserie in Prüm/Eifel (1918)
Die römisch-katholische Basilika Sankt Salvator in Prüm in der Eifel besitzt eine großformatige Tapisserie zum Thema der Apokalypse. Sie wurde einst vom lokalen Paramentenverein zur Feier seines fünfzigjährigen Jubiläums im Jahre 1918 gestiftet. Dieser aus Frauen bestehende Verein stellte diesen Teppich in zehnjähriger Handarbeit nach den Plänen eines Aachener Künstlers

Paulus Krebs (1849-1935): Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard in Eibingen (1907-1913)
Das mittelalterliche Mosaik von Santa Prassede (um 820) in Rom gab die Inspiration und künstlerische Vorlage für das gemalte Chorbogenfeld der Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard in Eibingen bei Rüdesheim im Rheingau. Es ist dort im oberen Abschluss ein Teil der goldfarbenen Stadtmauer zu sehen, die an den Seiten von je zwei

„Master of the Artés Family“: Jüngstes Gericht (um 1510)
Um 1510 entstand das Gemälde „O Juízo Final e a Missa de São Gregório“, auf deutsch „Das Jüngste Gericht oder die Messe des Heiligen São Gregório“. Es ist eine Ölmalerei, die sich heute im brasilianischen Kunstmuseum in São Paulo befindet. Im Himmelsbereich oben ist Christus beiderseits von Heiligen gerahmt. Links

Wandmalerei der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Rosenweiler (14. Jh.)
Über die Wandmalereien in der römisch-katholischen Kirche Mariä-Himmelfahrt (Notre-Dame de l’Assomption) in der Ortschaft Rosenweiler (Rosenwiller im Elsass) ist kaum etwas bekannt, auch hat sich im Elsass kein vergleichbares Beispiel erhalten. Sie entstanden wohl im 14., und nicht im 15. Jahrhundert, als bereits eine erste Restaurierung vorgenommen wurde. Im 14.

Johann Friedrich Greuter (um 1590-1662): Vision des San Pietro Nolasco (1627)
Johann Friedrich Greuter war ein Maler und Kupferstecher, der hauptsächlich in Italien wirkte. Geboren wurde Greuter um 1590 in Straßburg, verstorben ist er 1662 in Rom. Er war in erster Linie als Gehilfe seines Vaters Matteo Greuter (1564-1638) tätig, durch den er nach Rom an den päpstlichen Hof kam und

Théodore-Cyrille Deligny (1808-1887): Mariensymbol aus Saint-Denis in Remy (um 1870)
Auf diesem Ausschnitt sehen wir einen Doppelkreis vor quadratischem, braunem Hintergrund. In den Kreis ist eine gemauerte Pforte gesetzt, deren anschließender Mauerzug das Braun des Hintergrunds wieder aufnimmt. Das Bauwerk füllt fast das gesamte Innere des Tondo aus. Lediglich ganz oben vermag man noch einen schmalen Streifen des Himmels zu

John Martin (1789-1854): Ölmalereien zur Apokalypse aus der Tate Gallery London (1841, 1850-1853, und 1853)
John Martin (1789-1854) ist der Apokalypsenmeister der beginnenden klassischen Moderne. Wenige Künstler haben die Zeichen der Zeit in einer so treffenden, aktuellen Sprache auf die inzwischen zweitausend Jahre alte Offenbarungsschrift appliziert wie Martin. Seine gewaltigen Gemälde zur Offenbarung des Johannes fangen die Betrachter förmlich ein und üben suggestive, meditative Kraft

Nikolaus Pattert: Emporenmalerei aus der Bartholomäuskirche in Uettingen (1783)
In der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Uettingen im Landkreis Würzburg (Unterfranken) findet man eine der letzten barocken Darstellungen des Himmlischen Jerusalem kurz vor der Französischen Revolution, die selbst Utopievorstellungen auf Erden zu verwirklichen trachtete. Die Bartholomäuskirche zu Uettingen wurde nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1754 als spätbarocker Bau errichtet. Die Gemeinde

Gotisches Glasfenster in Sainte-Anne, Mantes-la-Jolie (13. Jh.)
Mantes-la-Jolie im Département Yvelines (Île de France) ist berühmt für seine mittelalterlichen Glasmalereien, wie in der dortigen Kirche Notre-Dame, wo sich eine sehr alte Darstellung des Himmlischen Jerusalem der Zeit um 1230 erhalten hat. In dem Stadtteil Gassicourt befindet sich die römisch-katholische Kirche Sainte-Anne, die ebenfalls Bleiglasfenster im Chorbereich aus

Elisabeth Coester (1900-1941): Deutschhauskirche in Würzburg (1924)
Weil man sie zu Kriegsbeginn zum Schutz vor Bombenschäden ausgebaut hatte, haben die 10 x 1,65 Meter großen Chorfenster der evangelisch-lutherischen Deutschhauskirche in Würzburg den vernichtenden Fliegerangriff vom 16. März 1945 fast unbeschadet überstanden. Die Szenerien aus der Glaswerkstätte Heberle & Co. in Hagen-Haspe zeigen die Geschichte der sündigen und

Fresken der Abtei Saint-Évroult-Notre-Dame-du-Bois in Champs (14. Jh.)
Vom Himmlische Jerusalem in Champs (Département Orne in der Normandie) ist heute nicht mehr viel zu sehen. Reste der Malerei aus dem 14. Jahrhundert sind bzw. waren auf der Eingangsseite gegenüber dem Altar zu finden. Es handelte sich um eine traditionelle Weltgerichtsszene dieser Zeit: In der Mitte thronte Christus Pantokrator, eingerahmt

Gaspar Miguel de Barrio (um 1706-1762): Himmelspforte im Rahmen der Maria Immaculata (um 1760)
Gaspar Miguel de Barrio (um 1706-1762) ist der führende Repräsentant des neuspanischen Barock. Er arbeitete in seiner Heimatstadt und dem Kunstzentrum Potosí, das einst zum Vizekönigreich von Peru gehört, im heutigen Bolivien. Im Jahr 2003 wurde der Öffentlichkeit bei einer

Sante Pizzol (geb. 1939): Regina Pacis in Bozen (2000-2001)
Zum fünfzigjährigen Jubiläum der Gemeinde sollte 2000 eine großformatige Innenausmalung der Apsis der römisch-katholischen Kirche mit dem Namen „Regina Pacis“ („Königin des Friedens“) in einem Neubaugebiet von Bozen (Südtirol) abgeschlossen sein. Verantwortlich für die 210 Quadratmeter große Malerei waren der

Charles Filiger (1903-1905): „Jérusalem céleste“ (1905)
Diese Zeichnung mit dem Titel „Jérusalem céleste“ oder auch „La chapelle au Christ couronne“ stammt von dem Elsässer Charles Filiger (1863-1928), sie ist auch rechts unten mit C. F. signiert. Der Künstler arbeitete daran von 1903 bis 1905. Filiger stand

Josef Anton Mohr (1809-1888): Himmelspforte der Kapelle von Zaisenhofen (1857)
Die Abbildung zeigt eine einfache Himmelspforte im Rahmen einer Lauretanischen Litanei, bei der verschiedene Symbole versammelt sind, die der Reinheit und Heiligkeit Mariens Ausdruck verleihen sollen. Die einfache, volkstümliche Malerei in hellen Pastelltönen des ansonsten nicht weiter bekannten Malers Josef

Jakob Berwanger (1900-1959): St. Katharina in Solingen-Wald (1955)
Im Jahr 1955 entstand ein Jerusalems-Fenster im Kirchenschiff der römisch-katholischen Kirche St. Katharina in Solingen-Wald im Bergischen Land. Es befindet sich dort oberhalb der Sakristeitür an der linken Seite vorne am Altarbereich. In Farbe und Ausführung ist es eine typische

Gregorio Gamarra (um 1570-1642): Verschiedene Maria Immaculata-Darstellungen (1600-1630, 1609, um 1620 und um 1625)
Aus dem Umkreis oder aus der Schule des Malers Gregorio Gamarra stammt diese Himmelspforte in weichen Pastelltönen. Sie gehört zu einem zwischen 1600 und 1630 entstandenen Ölgemälde, einer Immaculata-Darstellung mit den üblichen Marienattributen. Die Pforte ist oben links positioniert. Das
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.




