LETZTER BEITRAG

John Devoto: Himmelfahrt des Hesekiel in „Hermathenæ“ (1740)

Im Jahr 1740 erschien in London „Hermathenæ; Or, moral emblems, and ethnick tales, with explanatory notes“. Es war ein emblematische Sammlung von Gedichten des Francis Tolson mit jeweils einer Illustration von dem Kupferstecher Devoto.Francis Tolson (gest. 1745) war ein englischer Dichter, Dramatiker und Verfasser zahlreicher Werke. Er gehört zum großen

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Christian Georg Bessel (1636-1688): „Faber Fortunae“ (1673)

In der Renaissance wurde der Tempel mitunter zum Himmlischen Jerusalem. Ähnlich wie bei der Himmelspforte stellt dieses Bauwerk, der Tempel, pars pro toto die gesamte Stadt dar. Damit reduzierte sich der gestalterische Aufwand selbstverständlich ganz erheblich, was zwar allein nicht die Tempel-Begeisterung erklärt, aber doch einen wesentlichen Grund liefert. Bekannte

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J. L. van Oostayen: „Kinderkarte“ (1939)

Bei dem Bild handelt es sich um eine „Kinderkarte“ (Kinderprentje), die vor allem in den Niederladen in der katholischen Tradition verwurzelt waren. Frühe Tode waren in der von Mangelernährung und Infektionen geprägten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren des 20. Jahrhunderts keine Seltenheit, so dass zu vielen Verstorbenen eine spezielle Erinnerungskarte hergestellt

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Paul Gustave Doré (1832-1883), Héliodore-Joseph Pisan (1822-1890): „Der Engel zeigt dem Heiligen Johannes Jerusalem“ (1866)

Paul Gustave Doré (1832-1883) gelang mit seiner schwarz-weißen Illustration des Himmlischen Jerusalem 1865 ein Welterfolg. Es ist die in Frankreich bekannteste Druckgrafik der heiligen Stadt, die auch heute noch auf Kalendern, Postkarten und jetzt wieder im Internet popularisiert wurde und wird. Verständlich, dass Doré kurz darauf nachlegte, aber mit seinen

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E. M., Ziegler: „Das Hohe Lied dess Königes Salomons“ (1656)

Dieser Bildaufbau ist ungewöhnlich, er verknüpft mehrere Bildtraditionen zu einem neuen Ganzen. Zunächst ist es ein Weltgericht. Links treten Menschen aus einer Stadt ins Freie, sie freuen sich und sind zum Tanz gekleidet, doch es endet für die meisten übel in der Verdammnis an der rechten Seite. Die Verdammnis ist

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Ehemaliges Altarbild der Marienwallfahrtskirche in Grimmenthal (1717)

Die Buchdarstellungen der Lauretanischen Litaneien sind gewöhnlich hochkant, bei Wandmalereien wurde hingegen aus funktionalen Gründen (breite, niedrige Wände, etwa in Kreuzgängen) oft eine breite Form gewählt. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden manche dieser Malereien immer absonderlicher, opulenter und skurriler, Beispiele finden sich im Kloster Schwaz ebenso wie im Krakauer

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William Faithorne (ca. 1620-1691): Radierung „Pilger“ (1687)

Das Bild zeigt eine wandernde Person, die anhand ihrer Bekleidung deutlich als Pilger zu erkennen ist. Dabei handelt es sich um eine Illustration zu John Bunyans Erfolgsroman „Pilgrim‘s Progress“. In dem Bild findet man unten links irdische Kostbarkeiten, darüber einen prächtigen Palast mit islamischen Anklängen, dann einen Löwen in der

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„Meister des Orléans Triptychons“: Weltgerichts-Triptchon aus Limoges (um 1500)

Limoges in der historischen Region Limousin war im Hochmittelalter das europäische Zentrum der Emaille-Herstellung und Bearbeitung. Vor allem sakrale Kunstwerke für den liturgischen Gebrauch gingen von hier aus in die übrigen französischen Regionen, nach England und vor allem in die deutschsprachigen Länder, selbst in Russland sind Exporte aus Limoges nachgewiesen.

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Harry Ironside (1876-1951) u.a.: Dispensationalismus-Chart (um 1950, um 1980, um 1990 und um 2010)

Der Dispensationalismus ist eine heilsgeschichtliche Bibelauslegung, die die Geschichte als eine Abfolge von verschiedenen Epochen oder Zeitaltern betrachtet, in denen Gott auf unterschiedliche Weise mit der Menschheit umgeht bzw. diese mit ihm. Dazu entwarfen bereits im 19. Jahrhundert Autoren Zeitstrahle, Diagramme und Charts, die die manchmal sonderbaren Zeitabläufe veranschaulichen sollten,

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Kollektenbehälter für die Kollekte aus Höchstetten (1678)

Eine echte Rarität sind zwei Behälter aus dem 17, Jahrhundert, in denen einst die Kollekte gesammelt wurde. Für diese gibt es je nach Region verschiedene Bezeichnungen: Klingelbeutel, Kingelkasten, Opferstock, Kollektenbox, Bedel, Almosenbrett, Bettelbrett oder Sammelbrett. Meist sind diese Beutel aus Stoff oder Leder und haben daher selten die Jahrhunderte überdauert.

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Moskauer Apokalypsemanuskript der Altgläubigen (um 1880)

Auktionen russischer Ikonen und Handschriften sind seit 1989 für die Erforschung dieser Kunstgegenstände eine wahre Fundgrube. Wissenschaftlich werden sie kaum herangezogen, da die Werke nur kurz im Internet erscheinen, um dann erneut in die Anonymität eines privaten Sammlers zu verschwinden – den wenigen weltweiten Ikonenmuseen fehlt es an Mitteln, ihre

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Margret Savelsberg: Postkarte „Glückliches Neujahr“ (um 1935)

Margret Savelsberg hat in den 1930er Jahren zahlreiche Kinderbücher illustriert, die überwiegend in Wuppertal-Elberfeld erschienen sind, damals ein Zentrum pietistisch geprägter Verlage. Ihre Bilderbücher haben einen eigenen, unverkennbaren Stil: weiche Formen, Pastelltöne, detailreiche Ausgestaltung. Besonders hervorzuheben sind ihre Illustrationen für „Peterle, das Sonntagskind“ (1930), „Kleine Welt in Hof und Feld“

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Boëtius à Bolswert (um 1585-1633): Embleme aus „Via Vitae Aeternae“ (1620, 1672)

Der Niederländer Boëtius à Bolswert (um 1585-1633) hatte eine Leidenschaft für allegorische Figuren, Bilderrätsel und die zu seiner Zeit beliebten Embleme. Viele dieser Arbeiten übertrafen sich in bizarren Szenen und rätselhaften Figuren. Nicht nur der heutige Betrachter staunt, auch die Zeitgenossen verstanden keineswegs alles, denn der Reiz dieser Gattung war

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Matthias Gerung (1500-1570): Holzschnitt „Tod und Erlösung“ (um 1558)

Es handelt sich bei dieser Arbeit um einen Holzschnitt ohne eigene Beschriftung, er hat wahlweise den Titel „Tod und Erlösung“ oder „Der Sensenmann“ bekommen. Anhand des Monogramms (ein ineinander geschobenes „M“ und „G“ auf dem Wolkenband) ist die Arbeit eindeutig Matthias Gerung (1500-1570) zugewiesen. Das Interesse des Reformationskünstlers an der

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MS Latin 1175: Französisches Stundenbuch (um 1530)

In spätmittelalterlichen Stundenbüchern gab es drei Bildtypen, die das Neue Jerusalem visuell präsentieren: Entweder in Form von Monatsblättern als Kalender, oder auf Weltgerichten (Jerusalem links gegenüber der Hölle) oder auf Darstellungen der Lauretanischen Litanei, wo die Porta Coeli und die

MS Latin 1391: „Horae et preces Annae de Rohan“ (um 1500)

Um 1515 war die Darstellung der Maria Immaculata mit einer Auswahl ihrer Symbole das große Thema, vor allem in Frankreich. Es gab das Motiv bald als Relief in Stein (Blot l’Église, Nogent-Sur-Seine, Montdidier), in Glas auf Kirchenfenstern (in Crouy sur

Andachtskarte aus Palermo (um 1800)

Nach einer letzten großen Welle von Ölmalereien der Maria Immaculata im späten 18. Jahrhundert, getragen von Meistern wie José de Ibarra, Manuel Cerna, Manuel de Samaniego oder Juan de Miranda kam es Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer Krise: Aufgrund

Ortensio Bruni: U-Immaculata aus San Gregorio in Atri di Cascia (18. Jh.)

Innerhalb der Vielzahl von Immaculata-Ölmalereien lässt sich eine spezifische Untergruppe ausmachen. Bei dieser Gruppe ist die Marienfigur klar durch ein Wolkenband abgegrenzt von den sie umgebenden Symbolen. Die Umrisse dieses Bandes ergeben den Buchstaben „U“, und solche U-Madonnen lassen sich

Theodor Galle (1571-1633): „Tota Pulchra“ (um 1600)

Theodor Galle (1571-1633) war ein Kupferstecher des Frühbarock, der aus einer niederländischen Künstlerfamilie stammte: Er war der Sohn des Zeichners Philippus Galle und der Bruder von Cornelius Galle d. Ä., dem erfolgreichsten Kupferstecher dieser Familie. Theodor Galle machte erst eine

Anonyme Darstellungen der Maria Immaculata (20. und 21. Jh.)

Das 20. Jahrhundert war keine große Zeit der Maria-Immaculata-Darstellungen mehr – man findet eigentlich Nichts, was es nicht schon im 17., 18. oder 19. Jahrhundert gegeben hat. Die Klöster und Kirchen waren inzwischen ausreichend mit diesem Bildmotiv ausgestattet, so dass

Über mich

Dr. Claus Bernet

Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

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