LETZTER BEITRAG
Glasmalerei aus der Kathedrale von Sens (1205-1215)
Die römisch-katholische Kathedrale von Sens in Burgund ist einer der ersten sakralen Großbauten der Gotik, was nicht nur für die Fassade, sondern auch die Glasmalereien im inneren gilt. Der gesamte Raum ist mit hochwertigen Malereien

Georg Strauch (1613-1675), B. Sandrart: Bibelausgabe des Verlagshauses Endter/Wust (1661)
Die konventionelle Lutherbibel war nach dem Dreißigjährigen Krieg in die Jahre gekommen und erforderte auch bezüglich ihres Bildbestandes neue Kompositionen, um dem Zeitgeschmack, der künstlerischen Weiterentwicklung und den theologischen Erkenntnissen jener Zeit gerecht zu werden. Unabhängig voneinander kam jetzt eine ganze Reihe von Lutherbibeln auf den Markt, darunter die Dilherr-Bibel,

Otto Gönner: „Reise in das neue Jerusalem“ (1924)
Die „Reisen in den Mond, in mehrere Sterne und die Sonne“ mit dem Zusatz „Geschichte einer Somnabüle in Weilheim an der Teck“ erschien 1924 in neuer Auflage in Eßlingen am Neckar. Es ist eine neupietistische Erbauungsschrift aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie reiht sich ein in etwa ein Dutzend Utopien,

Waldemar Kuhn (1923-2015): Tabernakel für St. Cosmas und Damian in Bienen (1991)
Um 1985, als der Glasmaler Joachim Klos (1931-2007) mit den neuen Fenstern im Chorbereich der römisch-katholischen Kirche St. Cosmas und Damian in Bienen bei Rees (Niederrhein) beschäftigt war, wurde sich für einen neuen Tabernakel entschieden. Die Initiative ging damals von Priester Heinrich Horst aus. Wieder gelang es, einen bedeutenden Künstler

Jean-Pierre Decker (1869-1954): Schmuckkanzel des Historismus in der Kirche Sankt Sebastian in Rümelingen (Rumelange) (um 1896)
Von Jean-Pierre Decker (1869-1954), genannt Älterhännes, ist erwiesen, dass er den Hochaltar der römisch-katholischen Pfarrkirche Sankt Sebastian in Rümelingen (Rumelange), einen Ort in Luxemburg, als Auftrag erhalten hat. Fertiggestellt wurde die opulente Schnitzerei im Jahr 1896 in Formen der Neogotik. Die Schnitzerei gehört zur Grundausstattung der zwischen 1894 und 1896

Ikonen mit dem Motiv „Aufgesprengte Türflügel“, ab 16. Jh.
Vor dem Jüngsten Gericht ist die Pforte des Himmels geschlossen, nach dem Gericht ist sie offen. In der Ostkirche wird das Gericht von Christus eröffnet, auf Buch- und Wandmalereien erscheint Christus Pantokrator als machtvolle Erscheinung, die kraftvoll das Alte beiseite räumt. So mag möglicherweise die Vorstellung entstanden sein, dass die

Wolfgang E. Fentsch (1925-1968): Weltgericht aus der Erlöserkirche in Lettmecke (1954)
Der Radius der Glasarbeiten von Wolfgang E. Fentsch (1925-1968) ist überschaubar, man findet seine Arbeiten im Umkreis des Sauerlands: Herscheid, Altenhundem, und zwei Mal in Plettenberg. Es handelt sich meist um kleinere, bereits bestehende evangelische Kirchen. Die Fenster sind alle im Laufe der 1950er Jahre entstanden. Fentsch hatte sein Atelier

Werner Peiner (1897-1984): Apokalypsezyklus (1948)
Mit einem Blick erfasst man sogleich, wer bei diesem Gemälde Pate stand: Holzschnitte der Reformationszeit, wie von Lucas Cranach, Hans Holbein, Hans Sebald Beham und natürlich Georg Lemberger. Deren Bibelillustrationen waren, wenn überhaupt, unterschiedlich koloriert, was hier nochmals eine Steigerung erfahren hat. Die rechte Seite hat von unten nach oben

Roswina Hermes (1912-2008): Mosaik der Marienschule im Schönstatt (1978)
In den 1960er Jahren war nicht allein genügend Geld vorhanden für ordentliche Schulbauten, sondern man hatte sogar noch Sinn und Geld für eine künstlerische Ausgestaltung. Bei Schulen hatte sie freilich auch die Aufgabe, auf den Nachwuchs einzuwirken. Daher findet man dieses Werk unübersehbar über dem Haupteingang einer konfessionellen Schule im

Harry MacLean (1908-1994): Altkatholische Friedenskirche in Essen (1963)
Der Heidelberger Glaskünstler Harry MacLean (1908-1994) hatte 1951 bis 1959 zehn Fenster zu Themen aus der Offenbarung des Johannes für eine Kirche in Baden-Baden entworfen. Diese Spitalkirche gehörte den Altkatholiken. Kurz darauf kam es wieder zum Ausbau einer großen Innenstadtkirche Seitens der Altkatholiken: die Friedenskirche in der Altstadt von Essen

Jakob Schwarzkopf (1926-2001): Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Kausen (1995)
Jakob Schwarzkopf (1926-2001), der in den 1950er Jahren die Stadt Jerusalem in abstrakten Formen als Pforte andeutete (Noithausen, 1956), hat sich über Jahrzehnte immer mehr der Figürlichkeit geöffnet. Ein beeindruckendes Beispiel findet man im Siegerland, im Ort Kausen (Rheinland-Pfalz), in der dortigen römisch-katholischen Kirche Hl. Dreifaltigkeit. Die Kirche hat noch,

Hermann Pohl (1917-1998): Türgriff in der Marktkirche von Eschwege (um 1990)
Eigentlich liegt es nahe, den Griff einer Kirchentür mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem auszustatten: Hier betritt man, zumindest nach römisch-katholischer Lehre, den Raum göttlicher Präsenz, und es gibt eine Interpretation, die die irdische Kirche als Vorwegnahme des späteren Himmlischen Jerusalem betrachtet. Zwar kennen wir zahlreiche Beispiele, bei dem das

Paul Weigmann (1923-2009): St. Barbara in Ippendorf (1963)
Der mächtige, neogotische Chorbereich von St. Barbara wird ganz von seinen Buntglasfenstern dominiert. Die römisch-katholische Kirche befindet sich in Ippendorf, einem Ortsteil von Bonn. In mehreren Etappen hat der Paul Weigmann (1923-2009), später zusammen mit seiner Mitarbeiterin Marie-Theres Werner (geb. 1942), die Fenster der Kirche neu gestaltet. Was sich auf

Hermann Gottfried (1929-2015): Evangelische Kirche St. Bartholomäus in Wahlscheid (1963)
Die Arbeiten von Hermann Gottfried (1929-2015) zum Himmlischen Jerusalem standen unter keinem guten Stern: Die Chorwand von St. Johannes in Gladbeck mit einer malerischen Interpretation Gottfrieds (1977) wurde abgerissen, das Deckengemälde in Herkenrath (1977) ist nicht im ursprünglichen Zustand überliefert, die Fenster in St. Ewaldi in Duisburg-Laar (1962) beschädigt und

Vermutl. Mies van Oppenraaij (1910-1998): Ehemaliges Ursulinenkloster in Venray (1951)
Das Gemeentehuis von Venray ist das neue Rathaus der Stadt, das seinen Sitz in einem ehemaligen Kloster und Internat der Ursulinen genommen hat. Das Architektenbüro Common Affairs leitete von 2008 bis 2012 einen vielbeachteten Umbau: Die ehemalige Kapelle ist jetzt ein moderner Multifunktionssaal. Die originalen Buntglasfenster, die bereits seit Jahren

Henk Schilling (1928-2005): Mosaik im Gemeindehaus von Oberhausen-Alstaden (um 1955)
Henk Schilling (vollständig Johannes Hendrik Schilling, 1928-2005, geboren in Voorburg, Niederlanden) ist vor allem als Glasmaler hervorgetreten, überwiegend im Ruhrgebiet, etwa in Essen, Oberhausen, Düsseldorf. Dann kennt man ihn in Fachkreisen noch als Gestalter kirchlicher Siegel, die im Urkundenwesen ihre Bedeutung hatten, heute aber durch digitale Signaturen ersetzt sind. So

Weltgerichtsfresko aus der Kirche zur Heiligen Kunigunde in Wald am Schoberpass (um 1420)
Die römisch-katholische Pfarrkirche zur Heiligen Kunigunde in Wald am Schoberpass in der Steiermark besitzt Wandmalereien aus der Zeit um 1420, die von einem „Meister von Kobenz“ stammen sollen, aus der gleichnamigen Marktgemeinde im Bezirk Murtal in der Steiermark. Im Jahr

Conrad von Friesach: Gotisches Fastentuch des Doms zu Gurk (1458)
Eines der ältesten und mit etwa 80 Quadratmetern das größte Exemplar eines Fastentuchs ist dasjenige im Dom zu Gurk in Kärnten. In ganz Österreich ist dieses einzigartige Kulturdokument nicht allein die älteste textile Darstellung des Neuen Jerusalem, sondern die älteste

Weltgericht nach russischer Schule (17. Jh.)
Diese Ikone kennen wir nur von Kunstauktionen, angeblich soll sie im 17. Jahrhundert entstanden sein, weist aber Merkmale auf, die sich schon im 16. Jahrhundert finden lassen. Es handelt sich, nach Auskunft des Auktionators, bei dem Kunstobjekt um eine „Vrezok-Ikone“,

2028 Simeon Zidaru (1984-2007): Drei Mixedmedia-Arbeiten „Noul Ierusalim“ (um 2015)
Simeon Zidaru bleibt ein Unbekannter, außer seinem Namen und den Lebensdaten wissen wir fast nichts über ihn. Er lebte von 1984 bis 2007, der Name deutet auf einen Rumänen hin, auch die Art der Werkpräsentation läßt auf einen Künstler mit

Moskauer Weltgerichtsikone (um 1877)
Die russisch-orthodoxe Kirche des Großmärtyrers Demetrius von Thessaloniki befindet sich im Dorf Vostochny im Ostbezirk von Moskau. Im Jahr 1877 wurde dort eine steinerne Demetrius-Kirche erbaut und geweiht – die Gelder kamen vom Kaufmann Michail Grigorjewitsch Borodin, der dann auch

Jan Konůpek (1883-1950): Apokalypsezyklus (1946)
Jan Konůpek (1883-1950), ein tschechischer Grafiker und Buchillustrator, hat sich in zwei Zyklen mit dem Himmlischen Jerusalem auseinandergesetzt, einmal in dem Kunstband „Apokalypsa cili zjeveni Apostola Jana zvaného theologos“ (Brünn 1929) und dann in einem zweiten Apokalypsezyklus unmittelbar nach dem
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






