1999, Inge Sandeck, Retzstadt, Unterfranken, Bayern 1 © Claus Bernet

Inge Sandeck: Station „Völkerwallfahrt“ (1998)

Retzstadt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Der Retzbach-Retzstadt-Rundweg (auch Besinnungsweg) geht zurück auf Initiative von Pater Fritz Schaub und das katholisch Pfarramt Retzbach. Der 13 km lange Besinnungsweg soll Wanderer zur Ruhe kommen lassen und inneren Einkehr führen. Er wurde 1998 fertiggestellt.

Die (von Retzbach aus) dritte Station ist dem Himmlischen Jerusalem vorbehalten, sie hat auch den Titel „Völkerwallfahrt“ und befindet sich im Tal direkt an der Waldgrenze. Mehrere Schichten grauer rechteckiger Natursteine ergeben eine dreieckige Schauseite, die auch an eine Hauswand erinnert. Der Mauer wurde dann vier Bahnen aus Emaille der der Reichenberger Künstlerin Inge Sandeck (geb. 1940) aufgesetzt, die sich nach oben hin verjüngen. Der von links nach rechts gelbe, grüne, blaue und rote Bahn sind menschliche Köpfe aufgemalt, so dass der Eindruck entsteht, dass sich eine große Menschenmenge zum Zentrum bewegt. Dieses Zentrum ist das eigentliche Himmlische Jerusalem. Es handelt sich um eine Platte in Form eines Tempels, der von den vier Bahnen getrennt ist. Drei goldene Tore sind vorne zu erkennen, die von einer ebenfalls goldenen Kuppel überwölbt sind. Zwischen den Toren sind, kaum sichtbar, auf die weiße Wand auch Fenster und Schmuckelemente gemalt.

Fritz Schaub: Besinnungsweg Retztal, Retzbach, um 2000.
Horst Bacherle: Geh deinen Weg: Besinnungsweg Retztal, (Retzbach) 2002.
Anja Legge: Durch die Natur zu Gott. Der „Besinnungsweg Retztal“ wird heuer 20 Jahre alt, in: Würzburger katholisches Sonntagsblatt, 21, 26. Mai 2019, Seite 16-17.

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tags: Pilger, Wallfahrt, Natür, Würzburg, Bibelweg, Emaille, Völker, Besinnung, Mainfranken, Unterfranken
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