LETZTER BEITRAG
Malereien aus der Laurentiuskirche in Mont d’Astarac (auch St. Gilles, um 1490)
Mont d’Astarac ist ein mittelalterlich geprägtes Dorf in der Gascogne (Département Gers, Region Okzitanien), das um die dem Heiligen Laurentius geweihte Kirche aus dem 15. Jahrhundert und den kleinen Dorffriedhof herum erbaut wurde. Die fünfeckige

Ines Brunold (geb. 1932): Aquarelle zur Johannesoffenbarung (1984)
Nicht in allen Fällen gelingt es, zu noch lebenden Künstlern oder Künstlerinnen Kontakt aufzunehmen, um mehr über Leben und Werk zu erfahren. Ines Brunold ist solch ein Fall. Nicht wirklich viel war, trotz einer Reise in die Schweiz und Nachforschungen zum Verlag Heinrich Möller & Söhne, der nicht mehr existiert,

Eric Thomas, Amy Burch: Bibelillustration (1994)
Diese Wolkenstadt wurde von Amy Burch und Eric Thomas aus London gemeinsam entworfen. Sie ist weit verbreitet durch die populären Ausgaben von „The Illustrated Children’s Bible“ bzw. „Illustrierte Bibel für Kinder“, die beide im Jahr 1994 erschienen sind. Insbesondere das erstgenannte Buch war mit 37 Auflagen bis zum Jahr 2005

Alan Parry (geb. 1940): Pilgrims‘ Progress, Ausgabe 1987
1985 brachte Marshall Morgan in Zusammenarbeit mit Channel 5 und Yorshire Television limited eine neue Ausgabe von Pilgrim’s Progress für Jugendliche heraus, die den Titel „Dangerous Journey“ erhielt. Ausgestattet wurde die Ausgabe mit Illustrationen von Alan Parry aus Worcestershire, der Kunst an der Hornsey Art School und an der Willesden

Anonymer Illustrator: „The Bible for Children“ (1969)
Die kolorierte Zeichnung lässt wegen ihres klaren Aufbaus und vor allem in der Mauergestaltung an Kupferstiche der Frühen Neuzeit denken. Die im Inneren gezeigte Fantasiestadt, die sich aus antikisierten Bauwerken addiert, ist dagegen ein Produkt des 20. Jahrhunderts. Man findet diese Abbildung auf Seite 304 des Jugendbuches „The Bible for

Herbert Hendrie (1887-1946): Doppelfenster der Gemeindekirche von Kippen (1930)
Der norddeutsch klingende Ort Kippen befindet sich keineswegs in Schleswig-Holstein, sondern in Schottland zwischen Gargunnock und Fintry. Die anglikanische Parochialkirche wird gelegentlich zu den schönsten Kirchen dieser Konfession in Schottland gezählt, nicht zuletzt wegen der fünfzehn Buntglasfenster aus dem Jahr 1930. Sie wurden von einem bedeutenden Glasfenstermeister des 20. Jahrhunderts

Jacob Adolf Holzer (1858-1938): Central Congregational in Providence (1907)
Der in die USA ausgewanderte Schweizer Jacob Adolf Holzer (1858-1938) führte zahlreiche Glasfenster in seiner neuen Heimat aus, er war dort ein Vertreter des Art Deco und Jugendstils. Seine vielleicht anspruchsvollste Arbeit, angelehnt an Louis Comfort Tiffanys Fenster aus dem Everson Museum Syracuse (1903) und die Brown-Memorial-Church in Baltimore (1905),

Louis Comfort Tiffany (1848-1933): Fenster aus der ehemaligen May Memorial Unitarian Universalist Church in Syracuse (1903)
Louis Comfort Tiffany (1848-1933) ist einer der bedeutendsten Glasmaler seiner Epoche gewesen – vielleicht ist dieser sein Beitrag zum Himmlischen Jerusalem die wichtigste Glasmalerei in dieser Dokumentation. Was zeichnet einen „großen“ Meister aus? Ich würde sagen, von einem wirklich großen Meister haben wir nicht nur herausragende Einzelwerke, sondern ein großer

Deckenmalerei aus der Kirche Madonna del Perello in Algua (1899)
In dem kleinen, entlegenen Dorf Algua (400 ständige, 200 temporäre Bewohner) bei Bergamo (Lombardei) befindet sich die römisch-katholische Kirche Madonna del Perello aus dem 13. Jahrhundert. Das dortige Sanktuarium ist Maria geweiht; es steht an der Stelle, an der der Überlieferung zufolge die Madonna einem Bauern aus Sambusita (mehrfach) erschien

Francisco Solano (1743-1818): „Das Jüngste Gericht“ (um 1770)
„El Juicio Final“, also zu Deutsch „Das Jüngste Gericht“, ist ein Ölgemälde des brasilianischen Malers und Franziskanermönchs Francisco Solano (1743-1818), inspiriert von einem Gemälde von Pascual Pérez, genannt „El Mixtequito“. „El Juicio Final“ befindet sich in der römisch-katholischen Kirche San Pedro in Cholula (Barrio de Jesús Tlatempa) im mexikanischen Puebla.Schwungvoll,

MS Harley 1527: Bible moralisée (um 1250)
Teile dieser Bible moralisée aus der Zeit um 1250 werden in der Londoner British Library aufbewahrt, unter der Signatur MS Harley 1527. Es sind genau die Blätter, die auch die Johannesoffenbarung illustrieren. Die übrigen, fehlenden Teile vor allem zum Alten Testament befinden sich in anderen Bibliotheken, in Oxford und in

Ambrogio Monaco: Hellenistische Weltgerichtsikone (um 1675)
Diese Weltgerichtsikone ist vermutlich um das Jahr 1670 auf der Balkanhalbinsel oder im nördlichen Griechenland im Stil des späten Hellenismus entstanden. Ungewöhnlich für eine Ikone hat sich hier einmal der Maler mit seiner Signatur verewigt: ein orthodoxer Mönch mit Namen Ambrogio Manaco – der Name deutet auf einen Italiener, wo

Carlo Tora (geb. 1924): „Nelson’s Picture Bible“ (1973)
Eine der populären Kinder- und Jugendbibeln war die „Nelson’s Picture Bible“, die schon im Titel auf reichhaltige Bebilderung verweist, die Carlo Tora (geb. 1924) beigesteuert hat, der auch bekannte Kinder- und Jugendbücher, wie etwa Pinocchio oder Heidi, illustriert hatte.Erstmalig erschien das Werk im Jahr 1973 in Nashville, beim Traditionsverlag Thomas

US-Bibel (1950er Jahre)
Moderne Bibeln enthalten öfters Illustrationen des Himmlischen Jerusalem. Gerade die 1950er Jahre waren hier eine produktive Zeit, in der vor allem US-amerikanische Druckerzeugnisse von Kirchen gerne mit kräftigen Farbillustrationen versehen wurden. Der künstlerische Wert stand damals im Hintergrund, Effekte, Emotionen und sofortiges Verstehen waren das eigentliche, auch berechtigte Anliegen. Nicht

Braune Bibelfliesen aus Harlingen und Rotterdam (1800-1825)
Kacheln und Fliesen wurden seit ihrer Erfindung bemalt, die vorherrschenden Farben waren Grün und Blau. Daneben gab es immer wieder lokale Konjunkturen; so war es in Holland im ersten Viertel des 19. Jahrhundert populär, Fliesen mit einheitlicher brauner Färbung zu bemalen. Das nach wie vor populärste Thema waren biblische Szenen,

Isabel Piczek (1927-2016): Fenster aus St Norbert in Orange (1982)
Das Fenster „Gabriel Blowing His Horn & New Jerusalem of Heaven“ („Gabriel bläst sein Horn“ und „Das Neue Jerusalem des Himmels“) befindet sich in der römisch-katholischen Kirche St Norbert in Orange (Kalifornien). Es wurde dort im Jahr 1982 von Isabel Piczek (1927-2016) entworfen.Isabel Helen Piczek stammte aus Ungarn, floh vor

Medaille von 1675 in Gedenken an das Jubeljahr (1675)
1675 fand in Rom unter Papst Clemens X. wieder einmal ein Jubeljahr statt. Höhepunkt war der symbolische Hammerschlag an die vermauerte Pforte, deren Niederreißen und eine anschließende erste Jubelmesse im Petersdom. Eine von mehreren Erinnerungsmedaillen, die der Vatikan aus diesem

MS Add 15243: Mittelalterliche Apokalypsehandschrift (um 1360)
Diese mittelalterliche Miniatur zeigt eine Stadt, die als Neues Jerusalem gedeutet wird. Sie besitzt zwölf ähnliche Türme: massive Mauern, oben ein auskragender Zinnenkranz, besetzt jeweils mit einem männlichen Wächter. Es sind mit ihren vergoldeten Heiligenscheinen die zwölf Apostel, deren Gesten

Konrad Heinrich Büttgenbach (1870-1939): Brettspiel „Die Reise ins Himmelsreich“ (um 1900)
Die Kaiserzeit war Brettspielzeit – niemals zuvor und nie wieder danach wurde mit immer neuen Spielen so viel Zeit verbracht. Die industrielle Revolution machte die Massenproduktion möglich, die Urbanisierung stellte Spieler und Spielerinnen bereit, in allen großen Städten gab es

Jan van der Noot (1539-1595): „A Theatre for Voluptuous Worldlings“ (1569)
Vor uns haben wir eine typische, aber kaum bekannte Illustration des Himmlischen Jerusalem, die bereits der Renaissance zuzuordnen ist. Die meisten solcher Illustrationen aus der Reformationszeit stammen aus Bibeleditionen, diese ist jedoch in einem dichterischen Werk gefunden worden.Johannes der Seher

John Devoto: Himmelfahrt des Hesekiel in „Hermathenæ“ (1740)
Im Jahr 1740 erschien in London „Hermathenæ; Or, moral emblems, and ethnick tales, with explanatory notes“. Es war ein emblematische Sammlung von Gedichten des Francis Tolson mit jeweils einer Illustration von dem Kupferstecher Devoto.Francis Tolson (gest. 1745) war ein englischer

Christian Georg Bessel (1636-1688): „Faber Fortunae“ (1673)
In der Renaissance wurde der Tempel mitunter zum Himmlischen Jerusalem. Ähnlich wie bei der Himmelspforte stellt dieses Bauwerk, der Tempel, pars pro toto die gesamte Stadt dar. Damit reduzierte sich der gestalterische Aufwand selbstverständlich ganz erheblich, was zwar allein nicht
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






