LETZTER BEITRAG
Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)
Dem Priester J. B. Périgaud verdanken wir die Entdeckung romanischer Fresken in dem Ort Vic und auch ihre frühe Erforschung. Périgaud kommt auch das Verdienst zu, dem Bau, der zu seiner Zeit als Scheune landwirtschaftlich

Sieger Köder (1925-2015): Gemälde „Ich sah das neue Jerusalem wie eine Braut“ (1992)
Sieger Köder, geboren 1925, hatte 1946/47 an der Fachschule für Edelmetall in Schwäbisch Gmünd studiert, danach bis 1951 Malerei und Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Später, Mitte der 1960er Jahre, begann er mit vierzig Jahren ein Theologiestudium in Tübingen und trat 1969 ins Priesterseminar Rottenburg ein.

Jochanan Ligtenberg (geb. 1942): Gemälde „Himmlisches Jerusalem“ (um 2000)
Das Bild „Heavenly Jerusalem“ (65 x 50 Zentimeter) des messianischen Juden Jochanan Ligtenberg (geb. 1942) war um 2000 ein beliebtes Jerusalemer Postkartenmotiv christlicher Pilger und Pilgerinnen in Jerusalem. Die Lithographie zeigt eine schwebende Stadt, die von außen wie ein Karton aussieht. Die kahlen Wandflächen sind lediglich von Türmen unterbrochen, die

Peter Sedlaček (1939-2015): Serie „Apokalypse“ (2000)
Die Serie „Apokalypse“ entstand im Jahr 2000 und wurde noch im gleichen Jahr erstmals in Florenz auf einer Einzelausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich dabei um elf Bleistiftzeichnungen, die der surrealistische Maler Peter Sedlaček (1939-2015) geschaffen hat. Sedlaček wurde 1939 in Hamburg geboren, ist dann in Scheeßel aufgewachsen und

Ingrid Moll-Horstmann (geb. 1936): Holzschnitt zum Himmlischen Jerusalem (um 1970)
Ingrid Moll-Horstmann, geboren 1936 in Herne, hat von 1956 bis 1960 an der Hochschule für bildende Künste in Düsseldorf bei Otto Pankok, Robert Pudlich und anderen Kunst studiert. Anschließend unterrichtete sie viele Jahre Graphik an der Universitäts-Gesamthochschule in Paderborn. Daneben entstanden von Moll-Horstmann zahlreiche Holzschnitte – ein Medium, an dem

Marc Eliany (geb. 1948): Gemälde „Neues Jerusalem“ (1963)
Das Gemälde ist Teil einer Serie zu Jerusalem und dem Heiligen. Es wurde von 1962 bis 1963 von Marc Eliany angefertigt, der zu diesem Zeitpunkt gerade nach Jerusalem gezogen war. Das Werk wurde bislang auf Ausstellungen in Kanada und Israel der Öffentlichkeit gezeigt. Es appelliert, nach Ansicht des Künstlers, an

Allen Johnson: Zeichnung „Der Himmel: Ein Platz, für uns bereitgehalten“ (um 1950)
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden vor allem in den USA neue Beiträge zum Bildmotiv Himmlisches Jerusalem. Maßgeblich wurde dort die Fassung von Clyde Provonsha aus dem Jahr 1952. Sogleich wurde dieses Werk rezipiert, es erschienen Kopien, Varianten, Interpretationen. Darunter fällt diese Zeichnung eines Illustrators aus der zweiten Reihe, von dem

Paul Maas (geb. 1936): Gemälde „St. Johannes sieht das Himmlische Jerusalem“ (1967)
Würde man nur dieses Bild kennen, käme man ohne Vorkenntnisse vermutlich kaum auf den gezeigten Inhalt oder seinen Titel „St. Jan ziet het hemelse Jeruzalem“ – so steht es auf der Rückseite der Leinwand, wo auch das Datum und der Maler angegeben sind, zusätzlich zu der Signatur auf der Vorderseite

Adventisten: Illustrationen von „Seminars Unlimited“ (1986)
Im Jahr 1986 gab „Seminars Unlimited“ aus Keene (Texas) in den USA 24 kleinere Broschüren heraus, um auf das bevorstehende Weltenende hinzuweisen. Tatsächlich waren die Jahre vor der Jahrtausendwende von einer endzeitlichen Stimmung geprägt, vor allem in freikirchlichen Kreisen der USA im Bible Belt, dem auch Texas zugehört. So eindringlich

Pilgrim’s Progress aus Indonesien, Ausgabe 1994
1994 erschienen in Indonesien elf Comic-Hefte zu John Bunyans Pilgrim’s Progress. Sie wurden mit einfachen schwarz-weißen Zeichnungen eines unbekannten Künstlers ausgestattet. Im ersten Heft mit dem Titel „Perjalanan Seorang Musafir“ zeigt die Seite 19 den Pilger bei der Ankunft an einer Himmelspforte, die wie eine moderne, geschlossene Haustür aussieht, ebenso

Ruth Faye Cantelon (geb. 1943): „John Bunyan’s Immortal Allegory“ (1994)
In der Stadt Bellingham im US-Bundesstaat Washington erschien im Jahr 1994 der Band „John Bunyan’s Immortal Allegory“, zu Deutsch etwa „John Bunyan’s unsterbliche Allegorie“. Es ist eine weitere Ausgabe zu dem Erfolgsroman Pilgrim’s Progress, unter anderem mit neuen schwarz-weißen Zeichnungen von Ruth Faye Cantelon (geb. 1943) aus Bellingham. Sie erinnern

Goudji (geb. 1941): Schmuckreliquar für Pater Pio (1999)
Unter den profanen Kunstwerken, die Motive des Himmlischen Jerusalem zeigen, ist Schmuck eine eigene, größere Gruppe. Der Grund dafür ist offensichtlich: Mit der Betonung wertvoller Materialien wie Edelsteine, Gold oder Perlen liegt die Assoziation eines Schmuckstücks nahe. Seit der Renaissance kennen wir solche Werke, die sich aufgrund ihres Wertes meistens

Anne Gosselin (geb. 1958): Skulptur „Der lange Weg des Lebens“ (1991)
Etwa 95 Prozent aller Kunstwerke mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem entstanden in einem sakralen Kontext, 25 Prozent als Glasmalereien, etwa nochmals 25 Prozent in Buchausgaben (Miniaturen, Bibeln, frommen Schriften), 18 Prozent auf Ölmalereien, 10 Prozent in Stein (Tympanon, Gräber, Mosaike) und noch einmal 10 Prozent als Liturgica (vor allem

Andrée Le Coultre (1917-1986): Gemälde „Jérusalem céleste“ (1958)
Immer wieder dürfen wir Kunstwerke kennen lernen, die auf Aktionen in das Licht der Öffentlichkeit treten und damit – wenn auch nur für kurze Zeit – der wissenschaftlichen Einordnung zur Verfügung stehen. Gar nicht so selten trifft das auch für bekanntere Künstler zu, zu denen lange noch nicht alles gesagt

Giorgio de Chirico (1888-1978): Apokalypsezyklus (1941)
Von dem italienischen Maler Giorgio de Chirico (1888-1978) existiert ein umfangreicher Apokalypsezyklus, der das alte Thema in neuem, ungewohntem Gewand zeigt. Die figürlichen und detailfreudigen Lithographien (jeweils 50 x 35 Zentimeter groß) erschienen erstmals 1941 im Druck, in einer wahrlich apokalyptischen Stimmung: Italienische Soldaten hatten Kreta besetzt, kämpften in Libyen,

Vic Mitchell: Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1983
„The Family Pilgrim’s Progress. From the original story by John Bunyan, retold by Jean Watson“ ist eine Ausgabe der Londoner Scripture Union mit Farbillustrationen von Vic Mitchell. Dieser ist nicht identisch mit dem gleichnamigen Vic Mitchell (1934-2021), der vor allem zu historischen Eisenbahnen forschte und publizierte. Der Vic Mitchell, um

Jean Gerson (1363-1429): „Ars Moriendi“ (1514)
Neben den opulenten Farbsymphonien wie in Stundenbüchern, wo das Neue Jerusalem seine volle Schönheit entfalten konnte, kennt das späte Mittelalter auch das Gegenteil: Extrem einfache, farblose Zeichnungen, die in wenigen Minuten entstanden sind. Dennoch erforderte die Bildkonzeption auch hier Wissen

Hieronymus Bosch (um 1450-1516), Cornelius Cort (1533-1578): „Letztes Gericht“ (um 1555)
Um 1555 wurde erstmals im Verlag des Michiel Snyders das von Cornelius Cort (1533-1578) in Antwerpen gestochene Bild veröffentlicht, welches wahlweise als „Die Endzeit, Himmel und Hölle“ oder kurz „Jüngstes Gericht“ tituliert wird. Um 1600 erschien eine zweite Auflage, was

Anonymes Allerheiligenbild (um 1680)
„Die Herrschaft des Himmels“ ist ein anonymes Allerheiligenbild aus dem späten 17. Jahrhundert, einer Zeichnung auf Basis von grauer Tinte. Wir erkennen zunächst eine Stadtmauer, aber in ungewöhnlicher, unrealistischer Ausführung: Links sieht man erst die Hälfte einer klassizistischen Pforte, dann

Anton Ginther (1655-1725): „Mater Amoris Et Doloris“ (1711)
Zu sehen ist eine Hand, die aus Wolken heraus mit einem Schlüssel ein Schloss einer Pforte öffnet. Die Hand gehört nicht zu Petrus, dem Himmelspförtner, sondern es ist die Hand Gottes, die seit dem frühen Mittelalter mit der Stadt Gottes

Illustration „Verkündet! Verkündet! Verkündet!“ der Zeugen Jehovas (1924)
Die Zeitschrift „The Watchtower“ (vollständig: „The Watchtower Announcing Jehovah’s Kingdom“) ist die zentrale religiöse Zeitschrift der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Zählt man die Auflagen in verschiedenen Sprachen zusammen, soll es die auflagenstärkste Zeitschrift der Welt sein. Umso einflussreicher sind die

Armenbibel Codex Palatinus Latinus 871 (um 1425)
Der Codex Palatinus latinus 871 ist eine Bilderhandschrift im Besitz der Biblioteca Apostolica Vaticana. Das Werk ist auch eine frühe Biblia Pauperum, eine Armenbibel, obwohl sich auch Arme im Mittelalter eine solche Bibel keineswegs leisten konnten. Der Begriff ist unglücklich
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






