LETZTER BEITRAG

Gaspare Crivellari: „Tabernaculum Dei“ (um 1600)

Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entstand eine geschlossene Himmelspforte als Kupferstich im Rahmen der Darstellung „Tabernaculum Dei“. Das Tabernakel beinhaltete ursprünglich das jüdische Heiligtum, um ihn herum entstand der Tempel Salomon und später sind Vorstellungen vom Himmlischen Jerusalem aus der Tabernakel-Idee mit eingeflossen. Der einfarbige Stich kommt

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Johann Teufel: Bibelausgaben (1551 und 1558)

Im Jahr 1551 erschien in Wittenberg beim Verleger Hans Lufft eine weitere Ausgabe der Lutherbibel unter dem Titel „Biblia: Das ist: Die gantze heilige Schrifft: Deudsch“. Die Stadtarchitektur auf Seite 381v wurde wie gewohnt belassen, aber in das zentrale, mittige Stadttor wurde jetzt, anders als noch in der Gesamtausgabe von

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Georg Meistermann (1911-1990): Schlosskirche Saarbrücken (1959)

Die Industriestadt Saarbrücken war nach dem Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Die Schlosskirche der Saarmetropole wurde erst im Jahr 1959 mit neuen, qualitätsvollen Fenstern ausgestattet. Die Arbeiten führte Georg Meistermann (1911-1990) aus, der hier in seinem reichhaltigen Schaffen erstmals das Himmlische Jerusalem als Thema aufgegriffen hat. Ähnlichkeiten ergeben sich aber durchaus

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Alonso Vázquez (1565 – um 1608): Maria-Immaculata-Darstellung aus der Kathedrale von Sevilla (1593)

Sevilla (Andalusien) war im 15. und 16. Jahrhundert das spanische, vielleicht sogar weltweite Zentrum der Immaculata-Darstellungen. Eine späte, manieristische Darstellung mit einer Himmelfahrt Mariens befindet sich in den Gemächern der Kanoniker der römisch-katholischen Kathedrale von Sevilla, die auch ihren Namen trägt: Santa María de la Sede. Das Werk ist eine

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Peter J. Rennings (1876-1966): „The Holy City“ (1919, 1923, um 1960, 1964)

In der adventistischen Zeitschrift „Signs of the Times“ erschien in Band 46, Heft 37, auf Seite 5 erstmals eine Illustration von Peter J. Rennings mit einem Himmlischen Jerusalem. Illustrationen dieses Künstlers findet man in unterschiedlichen Publikationen der Adventisten in den Jahren 1929, 1943, 1950 (2x), 1953, 1964 und 1979. Damit dürfte

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Johann Teufel: Holzschnitt aus „Biblia, Das ist, Die gantze heilige Schrifft: Deudsch“ (1558 bzw. Drucklegung 1597)

Im 1597 erschien in Wittenberg, bei den Verlegern Samuel Selfisch und Lorenz Säuberlich, eine neue Bibelausgabe. Sie trug den herkömmlichen, inzwischen klassischen Titel „Biblia, Das ist, Die gantze heilige Schrifft: Deudsch“. Dieser Lutherbibelausgabe wurden zahlreiche neue Holzschnitte beigegeben, beispielsweise von Hans Brosamer und Georg Lemberger, oft von guter Qualität. Derjenige

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Erentrud Trost (1923-2004): Kapellenfenster des Altenheims Eifelgold in Daleiden (1991)

Daleiden ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Dort befand sich noch im Jahr 1991, als dieses Fenster eingebaut wurde, das römisch-katholische Kloster Marienhaus mit der Kirche St. Joseph. Der Rückgang der monastischen Berufungen und die dramatische Zahl von Kirchenaustritten hatten Folgen, hinzu kam die Alterung der Bevölkerung: 2012

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Hildegard Bienen (1925-1990): Reliquiargitter aus St. Pius in Bottrop (1982)

Hildegard Bienen (1925-1990) ist die Künstlerin in Deutschland, die das Himmlische Jerusalem wohl am häufigsten zur Darstellung brachte. So ist es auch in der römisch-katholischen Kirche St. Pius in Bottrop. Hier hat Bienen in der Marienkapelle ein bewegliches schützendes Gitter zu einem älteren Reliquiar geschaffen, welches zum Schutz vor Diebstahl

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Manfred Saul (1934-2013): Orgelverzierung aus dem Bonner Münster (1966)

Das Bonner Münster besitzt an der Westseite der Kirche eine imposante Orgel von Johannes Klais mit reichlich ornamentiertem Schnitzwerk. Die Schnitzereien kann man ihrer geringen Größe wegen vom Besucherraum her allerdings nur als Ganzes erfassen. Will man Details erkennen, muss man die Orgelempore betreten.Mit den dortigen Schnitzereien aus Eichenholz war

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Herbert Daubenspeck (1912-1974), Anne Daubenspeck-Focke (1922-2021): Tabernakel aus St. Theresia in Münster (1962)

In der römisch-katholischen Kirche St. Theresia in Münster befindet sich ein Tabernakel von außergewöhnlich hoher künstlerischer und handwerklicher Qualität. Die Arbeit aus dem Jahr 1962 zeigt an der Schauseite rechts das Neue Jerusalem als quadratische Anlage mit drei zusammengezogenen Toren an jeder Seite. Man sieht die Tore schräg angehoben von

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Zion-Tabernakel aus der Moskauer Rüstkammer des Kremls (1486)

Ein sehr frühes erhaltenes Beispiel für einen Jerusalems-Tabernakel stammt aus der russisch-orthodoxen Sakralkunst. Es ist der berühmte Zion-Tabernakel, welcher mehrfach kopiert wurde und auf die Tabernakelkunst der Ostkirche prägend wirkte. Es handelt sich dabei im Kern um eine Arbeit aus dem 12. Jahrhundert, die erstmals im Jahr 1486 umgearbeitet und

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Helmut Moos (1931-2017): Portaltür von St. Cäcilia, Düsseldorf-Benrath (1964)

In Düsseldorf-Benrath befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Cäcilia, ein mächtiger Backsteinbau aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert inmitten des Altstadtzentrums. Anfang der 1960er Jahre entschloss sich die Gemeinde, eine hochwertige Portaltür einzusetzen, was dann 1964 erfolgen konnte. Der Bensberger Bildhauer Helmut Moos (1931-2017) schuf eigens ein Bronzerelief, das nach Auflagen

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Karl Franke (1917-1996): Taufdeckel der ehemaligen Marienkirche Duisburg (1958)

Der Bildhauer Karl Franke (1917-1996) aus Meerbusch nahe Düsseldorf hat unmittelbar hintereinander für zwei römisch-katholische Kirchen Sakralschmuckarbeiten entworfen, die beide das Himmlische Jerusalem zeigen. In beiden Fällen war die Aufgabe gestellt, einen modernen, schlichten Neubau mit liturgischen Kunstwerken auszustatten. Bei dem ersten Kunstwerk handelt es sich um ein Taufbecken für

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Berthold Janke: Westfenster der Salvatorkirche in Duisburg (um 1985)

Die Salvatorkirche in Duisburg ist dort die zentrale Innenstadtkirche der evangelischen Konfession. In dem Bau wurde darauf geachtet, dass nach 1945 nur wirklich hervorragende, ausgewiesene Glaskünstler beauftragt wurden, etwa Claus Pohl, Naftali Bezem oder auch Karl Hellwig. Letztgenannter hatte bereits

Ludwig Gies (1887-1966): Chorfenster des Münsters zu Essen (1959)

Glücklicherweise steht das Münster zu Essen noch, seine Kunstwerke sind noch nicht nach Osteuropa abgegeben worden, seine Glasfenster können noch erlebt werden und eine wissenschaftliche Einordnung am Originalstandort ist noch möglich. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn das Bistum Essen ist

Günther Reul (1910-1985): St. Michael in Speldorf (1957)

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael in Speldorf, einem Ortsteil von Mülheim an der Ruhr, hat sich bislang erfolgreich den Bestrebungen des Essener Bistums zum Schließen der Kirche widersetzt. So kann man derzeit noch die Buntglasfenster des Baus bewundern. Es sind

Hildegard Bienen (1925-1990): Tabernakel aus St. Cyriakus in Bottrop (1967)

Hildegard Bienen (1925-1990) wählte das Motiv Himmlisches Jerusalem nicht allein für ihre zahlreichen Glasfenster, Reliquienschreine, Ambos oder Grabsteine aus, sondern es existieren auch Tabernakel aus Bronze mit diesem Motiv. Dies ist der Fall in der Kirche Christkönig in Mühlheim und

Unbekanntes Talent: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Bochum (1955)

Es ist bekannt, dass diese Glasarbeit im Jahr 1955 entstanden ist. Was unbekannt bleibt, ist der Name des Künstlers oder der Künstlerin. Das gilt übrigens für alle Glasmalereien der Kirche Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Bochum-Langendreer (nicht zu verwechseln

Über mich

Dr. Claus Bernet

Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

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