LETZTER BEITRAG
Anonyme Darstellungen der Maria Immaculata (20. Jh.)
Das 20. Jahrhundert war keine große Zeit der Maria-Immaculata-Darstellungen mehr – man findet eigentlich Nichts, was es nicht schon im 17., 18. oder 19. Jahrhundert gegeben hat. Die Klöster und Kirchen waren inzwischen ausreichend mit

Rund-Jerusalem aus Kargopol und aus der Stroganow-Schule (16. Jh.)
Ein gut erhaltenes Exemplar, eine 177 x 120 Zentimeter große Ikonostasentafel, befindet sich seit 1957 in der Eremitage von St. Petersburg (Inventarnummer ERI-230). Sie stammt aus Kargopol in der Oblast Archangelsk im Nordwesten Russlands. Ein unbekannter Meister hatte die Tafel im 16. Jahrhundert für eine der vielen Holzkirchen der Stadt

Vladimir Kornev (geb. 1954): Jerusalems-Briefmarke aus der Ukraine (2013)
Es dauerte bis zu Weihnachten 2013, genaugenommen bis zum 6. Dezember, bis einmal eine Briefmarke mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem herausgebracht wurde. Dies war nicht der Fall in betont christlichen Ländern wie vielleicht Polen, Spanien oder Brasilien, sondern in der lange atheistisch geprägten Ukraine. Dort hat die Weihnachtsbriefmarke eine

La Tour: „Chapelle des Pénitents blancs“ (1491)
In La Tour im französischen Departement Alpes-Maritimes befindet sich die „Chapelle des Pénitents blancs“ („Kapelle der weißen Büßer“) mit Fresken aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Damals war die Laienbewegung der „weißen Büßer“ eine beliebte Alternative zu den Mönchsorden, bei gleichem Ziel: Durch ein frommes Leben wollte man das

Freskofragment aus Vadum (1425-1450)
Das einst übertünchte und später teilfreigelegte Himmlische Jerusalem ist heute in der romanischen Dorfkirche von Vadum in der norddänischen Region Salling auf Jütland nur noch vage zu erkennen. Über das ursprüngliche Aussehen ist wenig bekannt, da 1927 das Archiv der Kirchengemeinde bei einem Brand unterging. Große Partien im unteren Bereich

Weltgerichtsikone aus Priluki im Distrikt Onega (um 1600)
An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entstand eine Weltgerichtsdarstellung, die sich zunächst in der russisch-orthodoxen Christi-Geburtskirche des Dorfes Priluki im Rajon Onega befand. Im Jahr 1972 ist sie auf staatliche Veranlassung in das Kunstmuseum von Archangelsk gekommen, einer Hafenstadt in Nordrussland. Dort hat das Kunstwerk die Inventarnummer 1588

Miniaturzeichnung aus Moskau (um 1650)
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstand diese 32 x 20 Zentimeter große kolorierte Zeichnung aus einer gebundenen Ausgabe eines Synodalbuchs aus dem Raum Moskau. Die Zeichnung basiert auf Tinte, Zinnober, pastellfarbigem Aquarell und Tempera. Sie zeigt das Himmlische Jerusalem von außen unter Einfluss westkirchlicher Malereien wie Vitam Aeternam als

Genfer Beatus (12. Jh.)
Die Genfer Beatus-Handschrift wurde erst im Jahre 2007 von den Patres der Kongregation des Heiligen Franziskus von Sales (Genf, Institut Florimont) in der Bibliothèque de Genève hinterlegt. Dort bekam der lateinische Band die Signatur MS lat. 357 und steht erst jetzt der wissenschaftlichen Begutachtung zur Verfügung, nachdem es zuvor überaus

Altgläubigen-Ikone aus dem Staatlichen Museum Wologda (um 1675)
Die Altgläubigen, auch Altorthodoxe genannt, waren eine religiöse Bewegung innerhalb der russisch-orthodoxen Tradition, die sich ab etwa 1666/67 von der russischen orthodoxen Großkirche löste. Die Altgläubigen wandten sich gegen die Reformen des Patriarchen Nikon (1605-1681), der ab 1652 Texte und Riten der russisch-orthodoxen Gottesdienste änderte, um sie griechisch-byzantinischen, südslawischen und

Ikone „Muttergottes aller Betrübten Freude“ aus Moskau (1680)
Die insgesamt 161 x 92 Zentimeter große russische Ikone entstand 1680 in der Regierungszeit des Zaren Fjodor III (1661-1682). Dieser war der erste Zar, der sich westlich orientierte, kleidete und sogar frisierte. Unter seiner Regierung begann sich das Russische Reich dem westlichen Europa anzunähern. Gleichzeitig war Zar Fjodor ein überaus

Ikone „Der Evangelist Matthäus“ (um 1685)
Die Ikone mit dem vollständigen Titel „Der Evangelist Matthäus und Szenen aus seinem Leben“ entstand um das Jahr 1685 in Kostroma in einer der dortigen Werkstätten bzw. Malerschulen. Das Kunstwerk befindet sich heute im Kunstmuseum von Jaroslawl. Es hat eine Gesamtgröße von 151 x 135 Zentimetern; hier ist lediglich der

Fedor Nikitich Rozhnov: Auferstehungs-Ikone der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, Moskau (1699)
Diese Ikone hat wahlweise den Titel „Auferstehung“ oder „Abstieg in die Hölle“. Sie ist im Jahr 1699 von dem Maler Fedor Nikitich Rozhnov in Moskau angefertigt worden, wo sie noch heute nahe dem südlichen Eingang in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale auf dem Kreml aufbewahrt wird. Es gibt eine ganze Gruppe von Ikonen

„Das letzte Gericht“ aus dem Museum der Religionen, St. Petersburg (1862)
Diese Arbeit hat übersetzt den Titel „Das letzte Gericht“, wobei man sich fragt, welche anderen Gerichte es davor gegeben haben mag. Das vergoldete Ölgemälde entstand nach westlichen Vorbildern in Russland; es wird im Museum der Religionen in St. Petersburg aufbewahrt. Über die Herkunft und die Entstehungshintergründe ist ebensowenig bekannt wie

Rybinsk-Ikone aus Russland (um 1820)
Zu sehen ist eine komplette russische Weltgerichtsikone, geschaffen um das Jahr 1820. Sie wird heute im Historischen Architektur- und Kunstmuseum zu Rybinsk aufbewahrt, in der Oblast Jaroslawl nördlich von Moskau. Sie ist dort ein Glanzstück der religiösen Sammlungen und wird kurz „Rybinsk-Ikone“ genannt. Die Malerei befand sich einst in einer

Altgläubigen-Ikone mit Weltgerichts-Darstellung (um 1850)
Um das Jahr 1850 entstand im russischen Zarenreich diese Weltgerichtsikone, die zunächst im Kloster der Altgläubigen von Wojnowo aufgestellt war, einem kleinen Ort in Masuren, heute Polen. Die Altgläubigen waren eine Splittergruppe innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche. Ursprünglich wandten sie sich gegen die Reformen des Patriarchen Nikon, der ab 1652 sakrale

Alexei Ivanov Kvashnin: Ikone „Freude der Schöpfung“ (1707)
Der Ausschnitt stammt aus dem unteren Abschnitt einer Ikone mit dem Titel „Freude der Schöpfung“ von Alexei Ivanov Kvashnin aus dem Jahre 1707. Mit „Freude der Schöpfung“ sind natürlich nicht irdische Freuden wie Tanzen oder gutes Essen gemeint, sondern die Aufnahme Mariens in den Himmel. Unter diesem Titel gibt es

Reinhard Heß (1904-1998): Herz Jesu in Saarbrücken (1953), ehemaliges Trierer Konvikt (1954), St. Martinus in Zewen (1957), St. Marien in Thiergarten (1961) und St. Laurentius in Hülzweiler (1967)
Reinhard Heß (1904-1998) aus Trier war ein katholischer Maler und Glasmaler, der überwiegend im Bistum Trier wirkte, dort gelegentlich zusammen mit dem Architekten Fritz Thoma. Obwohl sein hauptsächliches Schaffen in den 1960er Jahren lag, können viele seiner Werke heute nicht

Marie-Luise Frey-Jansen (geb. 1958): Antependium aus der Mönchhofkapelle (2008)
In Raunheim (Hessen) steht die Mönchhofkapelle aus dem Jahr 1685/86. Da einst ein Pächter des Gutes Mönchhof evangelisch wurde, hat man die Kapelle zwischenzeitlich als Schafstall und schließlich zum Trocknen von Wäsche zweckentfremdet. Erst Pfarrer Joachim Bremer machte, zusammen mit

Heinrich Struckmeyer: Jerusalemsleuchter aus der Bethlehemkirche in Hannover-Linden (um 1902)
Als Jerusalemsleuchter weithin bekannt war das handwerkliche Meisterstück aus der Bethlehemkirche in Linden, einem Ortsteil von Hannover. Er wurde um 1902 hergestellt, als man in dieser Kirche einen besonderen Bezug zur Schwesterstadt Jerusalem verspürte und in Teilen der damaligen protestantischen

Uta Dittrich: „Die Eingangspforte im Ersten Himmel der Engel“ (2011)
Arbeiten im Fantasystil sind eine eigene Gattung mit eigener Traditionslinie. Auch religiöse Themen finden sich darunter, vor allem in den USA. Das Himmlische Jerusalem als Architekturutopie, aber auch sekundäre Bestandteile wie Engel oder der Drache, eignen sich für diesen Stil

Gerhard Stickel: Skulptur „Himmlisches Jerusalem“ (2011)
Ein besonderer Stein mit einer Darstellung des Himmlischen Jerusalem wurde von dem Steinmetz Gerhard Stickel in seinem Atelier in Nagold geschaffen, welches 1994 gegründet worden war und sich seitdem durch qualitätsvolle Einzelarbeiten einen guten Ruf erworben hat. Dazu trug auch

Wolf-Dieter Kohler (1928-1985): Heilbronner Nikolaikirche (1959)
Ende der 1950er Jahre beschloss die evangelischen Nikolaikirche von Heilbronn, die einfache Notverglasung der 1940er Jahre durch höherwertige Buntglasfenster zu ersetzen. Wolf-Dieter Kohler (1928-1985) entwarf für das noch erhaltene spätgotische Maßwerk im Chorbereich drei schmale, etwa sechs Meter hohe
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.




