Über mich

Dr. Claus Bernet

Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

LETZTER BEITRAG

Jácome de Prado: Retabel aus Ponferrada (1626)

Im Jahr 1623 beschlossen die Vorsitzenden der einflussreichen und wohlhabenden Bruderschaft Corpo Santo, der römisch-katholischen Kirche Santa María in Pontevedra einen neuen Altarretabel zu stiften. Nach dem Beschluss dauerte es drei Jahre, bis das Mitglied Dantas Franco einen geeigneten Künstler gefunden hatte. Dies war Jácome de Prado aus einer Bildhauerfamilie,

Mehr lesen

Totoa Pulchra aus mexikanischen Druckwerken (18. Jh.)

Im 18. Jahrhundert erschienen in Mexiko im Umkreis der Franziskaner Publikationen, denen jeweils eine Abbildung der Totoa Pulchra beigegeben ist. Die Zeichnungen haben nicht allein dekorativen Zweck, sondern stehen in einem direkten Zusammenhang mit dem Inhalt, da es sich hier um Werke zum Thema der Maria Immaculata handelt. So finden

Mehr lesen

Georges Gross: Civitas Dei aus Notre-Dame in Bar-le-Duc (1951)

Die ostfranzösische Stadt Bar-le-Duc (Département Meuse, Lothringen) besitzt in seinen römisch-katholischen Kirchen mehrere Darstellungen der Maria Immaculata. So hat Notre-Dame bereits eine Ölmalerei von 1641. Viele Jahrhundert wurde in dieser Kirche das Thema der Mariensymbole nach der Lauretanischen Litanei ein zweites Mal aufgenommen, diesmal jedoch in einer bewusst modernen Formensprache

Mehr lesen

Juan Conchillos Falcó (1641-1711): Maria Immaculata (um 1680)

Diese Himmelspforte ist ein kleiner Ausschnitt an der linken Seite einer 207 x 159 Zentimeter großen Darstellung der Maria Immaculata, die hier mit einer ihrer Hände auf dieses Objekt der Lauretanischen Litanei verweist. Die Architektur ist in unspektakulären klassizistischen Formen gehalten. Sie scheint offen, und vor dem Objekt öffnen sich

Mehr lesen

Arkadenjerusalem im Rokokostil aus Russland (um 1780)

In der Frühen Neuzeit wurde auf russischen und ukrainischen Ikonen das Himmlische Jerusalem immer öfter und vor allem immer detaillierter in Form von aneinander oder übereinander gesetzten Arkaden dargestellt. Im Rokoko, der in Russland einige Jahrzehnte später als in Westeuropa aufkam, wurde das Arkandenjerusalem zu einer manieristischen Pagodenanlage, mit verspielten

Mehr lesen

Rudolf Heltzel (1907-2005): Lauretanische Madonna aus Bad Wilsnack (um 1962)

Auch Brandenburg hat eine Maria Immaculata. Man findet sie ausgerechnet in der evangelischen Wunderblutkirche von Bad Wilsnack. Dort muss man allerdings erst einmal suchen; das Kunstwerk hat Platz gefunden im rechten Seitenschiff in einer Wandnische, die rückwärtig zur Gemeinde bzw. zum Ausgang liegt. Wer allerdings Bad Wilsnack gefunden hat, wird

Mehr lesen

Moskauer Psalter (17. Jh.)

Unter der Signatur F.98 Nr. 201 verwahrt die Russische Staatsbibliothek einen frühneuzeitlichen Psalter mit Interpretationen verschiedener Kirchenväter, gesammelt u.a. von Metropolit Nikita von Heraclius. Diese Sammlung wurde im 17. Jahrhundert abgeschlossen und in Leder gebunden. Die in dem Band befindlichen Temperazeichnungen verschiedener Illustratoren werden dem Moskauer Barock zugeordnet.   Zunächst

Mehr lesen

Weltgerichtsikone (um 1990)

Das 20. Jahrhundert hat in Russland nur sehr wenige neue Ikonen hervorbringen lassen, da viele Jahrzehnte die russisch-orthodoxe Kirche sich im Niedergang befand. Erst mit dem Zusammenbruch der UdSSR wurden wieder russisch-orthodoxe Kirchen und Klöster aufgebaut, für die man auch neue Ikonen benötigte. Zudem war es jetzt möglich, Ikonen und

Mehr lesen

Carlo Bonacina (1905-2001): Santa Maria Assunta in Cappella (1947)

Die römisch-katholische Kirche Santa Maria Assunta ist die Pfarrkirche von Cappella, einem Ortsteil von Lavarone im Trentino. In der schlichten neoromanischen Kirche bestimmen den künstlerischen Eindruck die Buntglasfenster, die sich beidseitig des Seitenschiffes in etwa vier Meter Höhe entlang ziehen. Es sind insgesamt achtzehn einflügelige Fenster, die Licht in den

Mehr lesen

Joseph Chauvel: Rosenkranzfenster aus Notre-Dame in Vitré (1870)

Zu sehen ist ein kleiner Ausschnitt an der unteren rechten Ecke eines metergroßen Kirchenfensters. An dieser Position findet man meistens auch Datierungen oder weitergehende Angaben zum Hersteller, hier die Jahresangabe 1870. Das gesamte Fenster wie auch der Ausschnitt präsentiert sich im neogotischen Historismus. Frankreich hat auf diesem Gebiet viel zu

Mehr lesen

Claudius Lavergne (1815-1887): Rosenfenster von Saint-Similien in Nantes (1887)

Die römisch-katholische Kirche Saint-Similien ist eine Kirche in Nantes im Stadtteil Hauts-Pavés-Saint-Félix. Sie ist dem Heiligen Bischof Similien von Nantes gewidmet, der hier auch begraben ist. Der Bau ist mehrfach verändert, vergrößert und wieder verkleinert worden, die Fenster stammen überwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Hauptfenster des

Mehr lesen

Porta Coeli aus St Charles‘ Borrome in Liverpool (1919)

England hat einen überaus reichen Bestand von Buntglasmalereien aus dem 20. Jahrhundert, darunter auch solche aus der römisch-katholischen Kirche St Charles‘ Borromeo Church in Liverpool. Die Widmung an den Heiligen Karl Borromäus (1538-1584) entsprach dem damaligen Wiedererstarken des katholischen Glaubens im 19. Jahrhundert in England ebenso wie zur Zeit der

Mehr lesen

Maria Immaculata aus der Kapelle in Le Croisic (um 1880)

Um 1540 wurde auf Initiative von Raoul Karahès, eines wohlhabenden örtlichen Reeders, eine Kapelle in der Stadt Le Croisic erbaut. Es geschah an der Stelle, wo einer Legende nach die Taufe der ersten Bewohner im 6. Jahrhunderts durch den Bischof Félix stattgefunden haben soll. Man findet den Bau nicht im

Mehr lesen

Maria Immaculata aus der Kirche Saint-Jean-du-Marché in Troyes (um 1525)

Troyes ist eine Gemeinde mit gut 60.000 Einwohnern im Nordosten Frankreichs und Verwaltungssitz des Départements Aube in der Region Grand Est. Die Stadt hat einen außergewöhnlich hohen Bestand an frühneuzeitlichen Buntglasfenstern aufzuweisen, die das Himmlische Jerusalem zeigen. Neben den römisch-katholischen Kirchen Sainte Madeleine, der Kathedrale Saint Pierre et Saint Paul

Mehr lesen

Emil Wachter (1921-2012): Autobahnkirche (1978)

Die 1970er Jahre waren die Hochzeit der Autobahnkirchen. Autobahnen sollten damals ganz Deutschland überziehen, an ihnen sollte sich das moderne Leben ereignen – da wollten die Großkirchen selbstverständlich nicht Abseits stehen. Als künstlerisch anspruchsvolle Leuchtturm-Kirche wurde 1978 die Autobahnkirche St.

Klaus Arnold (1928-2009): St. Kilian in Assamstadt (1972)

1972 erarbeitete Klaus Arnold (1928-2009) ein Himmlisches-Jerusalem-Fenster für die römisch-katholischen Kirche St. Kilian in Assamstadt. Damals verließ man die Altstadtkirche und errichtete in einem Neubauviertel eine gewaltige Kirche, der heute für diese ländliche Gemeinde völlig überdimensioniert erscheint, aber nur aus

Josef Henger (1931-2020): Tabernakel aus St. Maria in Böblingen (1964)

Eine der ersten Tabernakel im Zuge der tiefgreifenden Liturgiereform von 1963 befindet sich in St. Maria in Böblingen südlich von Stuttgart, an der Altarrückwand des Chorraumes, unmittelbar vor einem Backsteinmosaik. Der Tabernakel wurde 1964 von dem Ravensburger Bildhauer Josef Henger

Heinrich Schickhardt (1558-1635): Reliefbild aus Ehningen (um 1620)

An der Brüstung der Empore der evangelischen Kirche zu Ehningen südlich von Stuttgart sind, auf zwei Reihen verteilt, 27 Reliefbilder angebracht. Sie zeigen, wie üblich, Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Derartige Stuckreliefs wurden Anfang des 17. Jahrhunderts eine

Adolf Saile (1905-1994): Föhrichkirche in Stuttgart (1968)

Die Föhrichkirche ist eine evangelische Kirche, die sich in Stuttgart-Feuerbach befindet. Sie wird seit dem Jahr 2011 vornehmlich von der russisch-orthodoxen Kirchengemeinde genutzt. Dazu wurde der gesamte Innenbereich den Bedürfnissen der Orthodoxen angepasst und entsprechend ausgestaltet. Erhalten hat sich glücklicherweise

Johannes Schreiter: Heidelberger Universitätsfenster (2011)

Johannes Schreiter (geb. 1930) sollte ursprünglich Fenster für die Heilig-Geist-Kirche in Heidelberg gestalten, worüber es 1984 zum Heidelberger Fensterstreit kam. Der Künstler konnte aber Jahre später in einer anderen Kirche Heidelbergs, von 2006 bis 2012, einen neunteiligen Fensterzyklus ausarbeiten und