LETZTER BEITRAG
Gunda Schihan (1921-2006): Relief an der Erlöserkirche Mauerkirchen (1962)
Gunda Schihan, geboren 1921 in Ried im Innkreis (Oberösterreich), kam früh zur Keramikkunst, der sie ihr Leben lang treu blieb. Im Alter von 16 Jahren machte sie in München 1937 bei Hans Eska eine Töpferlehre,

Altarparament der Kirche St. Nikolaus in Marktleuthen (1992)
Der fränkische Raum wartet mit einer beträchtlichen Anzahl von hochwertigen Paramenten auf, vor allem gilt dies für die evangelischen Kirchen. St. Nikolaus in Marktleuthen (Oberfranken, Fichtelgebirge) ist ein Beispiel dafür. Hier war es in den 1990er Jahren Tradition, dass die Konfirmanden-Jahrgänge die Paramente spendeten. Kleinere Paramente konnten von einem Jahrgang

Christoph Maximilian Pronner (1682-1763): Chorausmalungen der Idsteiner Unionskirche (1725)
Die sogenannte „Unionskirche“ ist die bedeutendste Barockkirche im ehemaligen Gebiet der Grafen von Nassau-Idstein (Hessen), die hier, in Idstein im Taunus, ihre Residenz hatten. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Stadtkirche unter Graf Johann von Nassau-Idstein zu einer Predigt- und Hofkirche umgebaut. Protestantische Bescheidenheit war kein Thema mehr, die

Helmut Senf (1933-2025), zugewiesen Christel Prange (1937-2024): Wandbehang aus Roßwein (um 1962)
Der Metallgestalter, Textilkünstler und Maler Helmut Senf (1933-2025) zählt zu den wichtigen Vertretern der konkreten Kunst der DDR und später auch Gesamtdeutschlands. Wer sich über sein Schaffen informieren möchte, findet eine weiterführende Literatur und einen umfangreichen Wikipedia-Eintrag, vor allem zu seinen Metallgestaltungen der 1960er und 1970er Jahre. Werke aus seiner

Weltgerichtsfresko aus St. Nikolaus in Oltingen (um 1490)
Eines der ältesten Wandgemälde eines Himmlischen Jerusalem aus der Schweiz stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Am Rande der Altstadt von Oltingen, das 1241 erstmals urkundlich erwähnt wurde, befindet sich die Stadtkirche, die damals, einer Mode folgend, den Namen St. Nikolaus erhalten hat. Erbaut wurde sie mit Anklängen an

J. Schmidt: Deckenmalerei der Marienkapelle Waibstadt (1884)
Waibstadt ist eine Kleinststadt mit gerade einmal 5000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis. Der Ort hat mit einer Kapelle ein bedeutendes Marienheiligtum, das bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Kreuzrippengewölbe wurde 1884 nach Plänen des Architekten Otto Ehrmann aus rotem Sandstein erbaut, anschließend üppig und farbig ausgemalt. Wer dies gewesen war

Unbekannter Meister: Martinskirche in Erlangen (1928)
Ältere Glasfenster sind in Deutschlands Kirchen rar, noch mehr gilt dies für Darstellungen des Himmlischen Jerusalem, und noch einmal mehr gilt dies für evangelische Kirchen, wo das Motiv weniger präsent war als in katholischen Kirchen mit ihren Himmelpforten und Gottesstädten im Rahmen der Lauretanischen Litanei. Dieses Buntglasfenster aus Erlangen gehört

Epitaph des Johann Stahel aus St. Georg in Nördlingen (1632)
St. Georg in Nördlingen (Schwaben) ist mehr als eine gewöhnliche evangelische Stadtkirche, sondern auch ein informelles Museum der Renaissance-Sakralkunst. Die Wände sind gespickt mit Malereien und Schnitzereien des 17. Jahrhunderts. Im hinteren Bereich, an der südwestlichen Seite, ist ein Epitaph aus dem Jahr 1632 zu entdecken. Es erinnert dort an

Joseph Cuypers (1861-1949): Jerusalemsleuchter aus St. Urban in Amstelveen (1889)
Was in Frankreich Eugène Viollet-le-Duc und in Deutschland Karl Friedrich Schinkel für den Historismus waren, repräsentiert in den Niederlanden Joseph Cuypers (1861-1949). Diese Persönlichkeiten waren Praktiker und Theoretiker; in ihrem künstlerischen Schaffen war Religion ein zentraler Referenzpunkt, ohne den man ihr Werk eigentlich nicht wirklich verstehen kann. Cuypers hatte seinen

Wilhelm Schiller: Hoffnungsfenster von St. Markus in Nürnberg-Gibitzenhof (1965)
Wie die meisten Kirchen Nürnbergs hat auch die evangelische Kirche St. Markus im Stadtteil Gibitzenhof im Zweiten Weltkrieg ihren gesamten Bestand an historischen Buntglasfenstern verloren. Nach der Beseitigung der schweren Zerstörungen vom 19. Oktober 1944 und der neuen Kircheneinweihung 1952 dauerte es nochmals über zehn Jahre, bis man die künstlerische

Ingrid Seddig (1926-2008): Altarkreuz der Lutherkirche Fellbach (1971)
In der evangelischen Lutherkirche in Fellbach bei Stuttgart befindet sich bereits ein Schalldeckel aus dem späten 17. Jahrhundert, dem einige Tore des Himmlischen Jerusalem aufgesetzt sind. Zu dieser Arbeit der Spätrenaissance kam viele Generationen später ein weiteres Kunstwerk, welches das Thema des Neuen Jerusalem aufgreift – erneut nur angedeutet, ohne

Ernst Alt (1935-2013): Tabernakel der Kirche St. Erasmus in Heusweiler-Eiweiler (1961)
Auf Anfrage ließ der Künstler zu diesem Tabernakel eine Reihe von Überlegungen zukommen, von denen einige zentrale herausgegriffen werden, die bewusst am Anfang stehen sollen:1. „Hier wurden bereits Überlegungen aufgegriffen, die vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils diskutiert wurden. Es ging um eine Allsichtigkeit des Heiligen für alle an

Heinz Heiber (1928-2003): Jerusalems-Plastik aus der Nikodemuskirche in Nürnberg (um 1995)
Die evangelische Nikodemuskirche entstand nach Plänen des Architekten Reinhold Büttner zwischen 1966 und 1968 in Nürnberg-Röthenbach. Der unverputzte, rote Backstein prägt den polygonalen Innenraum mit einem Dach in Zeltform und einem schalen umlaufenden Fensterband. Für die Innengestaltung stand der Bildhauer Heinz Heiber (1928-2003) in Verantwortung, der das Thema Himmlisches Jerusalem

Weltgerichte als Hinterglasmalerei, überwiegend Rumänien (19. Jh.)
Die Hinterglasmalerei kam im 19. Jahrhundert über Bayern und Niederösterreich nach Rumänien, vor allem in die Landesteile, die damals zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörten. Hier in Rumänien wurde vor allem das Weltgericht gerne als Thema herangezogen, zahlreiche Arbeiten vor allem aus dem Ende des 19. Jahrhunderts haben sich erhalten. Vorbild war

Wolf-Dieter Kohler (1928-1985): Glaswand der evangelischen Kirche von Böckingen (1959)
Im Schaffen des Glasmalers von Wolf-Dieter Kohler (1928-1985) ist seine Glaswand in der evangelischen Kirche von Böckingens Neustadt (nicht zu verwechseln mit der älteren Kirche St. Pankratius in der Altstadt) wenig bekannt; Fachliteratur gibt es keine. Böckingen ist ein Stadtteil von Heilbronn, wo der Maler die Fenster der Nikolaikirche gestaltete.

Erste Himmelspforte aus der Martinskirche in Kortrijk (um 1870)
Die spätmittelalterliche Kirche St. Martin prägt auch noch heute die Altstadt der flämischen Stadt Kortrijk (Provinz Westflandern). 1862 hatte ein schwerer Brand große Teile der Inneneinrichtung vernichtet, vor allem die Glasfenster schmolzen ein oder gingen bei Löschversuchen zu Bruch. Der Chorbereich war von der Feuersbrunst besonders betroffen. Beim Wiederaufbau orientierte

Heinz Heiber (1928-2003): Altarkreuz aus der evangelischen Kirche von Aschbach (1964)
Viele Jahre war stand das 35 Zentimeter hohe Altarkreuz der evangelischen Kirche St. Laurentius von Aschbach bei Schlüsselfeld (Unterfranken) mit der figürlichen Seite nach vorne, so dass man Christus als Weltenrichter auf dem Regenbogen sehen konnte. Nur wenigen war bekannt,

Heinz Heiber (1928-2003): Altarretabel aus der Königsberger Marienkirche (1960)
Sakrale Werke des Bildhauers Heinz Heiber (1928-2003) findet man nach seinem Umzug nach Nürnberg vermehrt in fränkischen Kirche. Mit klobigen, reduzierten Formen orientiere er sich, ähnlich wie zur gleichen Zeit auch Matthäus Bayer, an der Romanik, womit seine Werke besonders

Jörg Stocker (um 1461, verst. nach 1527): Weltgericht aus Oberstadion (um 1485)
Die römisch-katholische Kirche St. Martinus in Oberstadion (Schwaben) ist auch ein Kunstmuseum für mittelalterliche Malerei und Bildschnitzerei der Ulmer Schule – immer wieder reisen Studenten der Kunstgeschichte von den Universitäten Ulm oder Stuttgart an, um die Kunstwerke im originalen Umfeld

Michael Amberg (geb. 1939): Patene aus der Kapelle Osterbrünnl in Ruhmannsfelden (1997)
Die Vorstellung, dass im Himmlischen Jerusalem zusammen mit Christus ein ewiges Abendmahl gefeiert werde würde, ist alt. Man findet diese Vorstellung bereits auf frühmittelalterlichen Arbeiten (etwa aus Burgund), auch zahlreiche Ikonen zeigen diese Thematik. Sie löst auch das Problem, was

Christa Wanke (1937-2017): Parament aus der Friedenskirche von Hemau (1965)
In Hemau (Oberpfalz) wurde, soweit bekannt, die Thematik des Neuen Jerusalem in den 1960er Jahren erstmals präsent und in künstlerischen Arbeiten umgesetzt. Ende der 1960er Jahre hat der einheimische Kunstmaler Leo Katzmeier sowohl für die Außenfassade als auch den Rathaussaal

Günter Lang (geb. 1941): Jerusalemstele auf dem Friedhof von Wolfsegg (1989)
Günter Lang, geboren 1941 in Eichstätt, führte dort viele Jahre ein Atelier für Steinmetzarbeiten, in dem bis 2008 auch Werke in Bronze, Glas und Holz entstanden sind. Schwerpunkt war zunächst die christliche Sepukralkunst; der Homepage des Künstlers ist zu entnehmen:
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






