LETZTER BEITRAG
Julien-Léopold Lobin (1814-1864), Lucien-Léopold Lobin (1837-1892): Fenster aus Sainte Marie-Madeleine in Montargis (1863)
Der Name Duchesne Rabier (auch Duchesne-Rabier) ist untrennbar mit einer historischen Wohltäterin in der französischen Stadt Montargis (Département Loiret, Region Centre-Val de Loire) verbunden. Madame Duchesne-Rabier hinterließ der Stadt Montargis im 19. Jahrhundert eine Summe

Wilhelm Schiller: Hoffnungsfenster von St. Markus in Nürnberg-Gibitzenhof (1965)
Wie die meisten Kirchen Nürnbergs hat auch die evangelische Kirche St. Markus im Stadtteil Gibitzenhof im Zweiten Weltkrieg ihren gesamten Bestand an historischen Buntglasfenstern verloren. Nach der Beseitigung der schweren Zerstörungen vom 19. Oktober 1944 und der neuen Kircheneinweihung 1952 dauerte es nochmals über zehn Jahre, bis man die künstlerische

Ingrid Seddig (1926-2008): Altarkreuz der Lutherkirche Fellbach (1971)
In der evangelischen Lutherkirche in Fellbach bei Stuttgart befindet sich bereits ein Schalldeckel aus dem späten 17. Jahrhundert, dem einige Tore des Himmlischen Jerusalem aufgesetzt sind. Zu dieser Arbeit der Spätrenaissance kam viele Generationen später ein weiteres Kunstwerk, welches das Thema des Neuen Jerusalem aufgreift – erneut nur angedeutet, ohne

Ernst Alt (1935-2013): Tabernakel der Kirche St. Erasmus in Heusweiler-Eiweiler (1961)
Auf Anfrage ließ der Künstler zu diesem Tabernakel eine Reihe von Überlegungen zukommen, von denen einige zentrale herausgegriffen werden, die bewusst am Anfang stehen sollen:1. „Hier wurden bereits Überlegungen aufgegriffen, die vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils diskutiert wurden. Es ging um eine Allsichtigkeit des Heiligen für alle an

Heinz Heiber (1928-2003): Jerusalems-Plastik aus der Nikodemuskirche in Nürnberg (um 1995)
Die evangelische Nikodemuskirche entstand nach Plänen des Architekten Reinhold Büttner zwischen 1966 und 1968 in Nürnberg-Röthenbach. Der unverputzte, rote Backstein prägt den polygonalen Innenraum mit einem Dach in Zeltform und einem schalen umlaufenden Fensterband. Für die Innengestaltung stand der Bildhauer Heinz Heiber (1928-2003) in Verantwortung, der das Thema Himmlisches Jerusalem

Weltgerichte als Hinterglasmalerei, überwiegend Rumänien (19. Jh.)
Die Hinterglasmalerei kam im 19. Jahrhundert über Bayern und Niederösterreich nach Rumänien, vor allem in die Landesteile, die damals zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörten. Hier in Rumänien wurde vor allem das Weltgericht gerne als Thema herangezogen, zahlreiche Arbeiten vor allem aus dem Ende des 19. Jahrhunderts haben sich erhalten. Vorbild war

Wolf-Dieter Kohler (1928-1985): Glaswand der evangelischen Kirche von Böckingen (1959)
Im Schaffen des Glasmalers von Wolf-Dieter Kohler (1928-1985) ist seine Glaswand in der evangelischen Kirche von Böckingens Neustadt (nicht zu verwechseln mit der älteren Kirche St. Pankratius in der Altstadt) wenig bekannt; Fachliteratur gibt es keine. Böckingen ist ein Stadtteil von Heilbronn, wo der Maler die Fenster der Nikolaikirche gestaltete.

Erste Himmelspforte aus der Martinskirche in Kortrijk (um 1870)
Die spätmittelalterliche Kirche St. Martin prägt auch noch heute die Altstadt der flämischen Stadt Kortrijk (Provinz Westflandern). 1862 hatte ein schwerer Brand große Teile der Inneneinrichtung vernichtet, vor allem die Glasfenster schmolzen ein oder gingen bei Löschversuchen zu Bruch. Der Chorbereich war von der Feuersbrunst besonders betroffen. Beim Wiederaufbau orientierte

Maurice Hizette (1925-2014), Jozef Desmet (geb. 1875): Zweite Himmelspforte aus der Martinskirche in Kortrijk (1954)
Eine kleine Himmelspforte ist hoch oben unter dem südlichen Kirchenschiff des Querhauses der Martinskirche (Sint-Maartenskerk) in der belgischen Stadt Kortrijk zu finden, an der Seite rechts des Eingangs gelegen. Entworfen wurde das Fenster von dem belgischen Maler und Bildhauer Maurice Hizette (1925-2014) aus Anderlecht, der sich auf sakrale Glasmalereien in

Museum im Schloss Elisabethenburg, Meiningen: Weltgericht-Malerei aus Thüringen (um 1496)
Das Schlossmuseum zu Meinigen besitzt eine eigene Mittelalterabteilung mit vor allem Skulpturen und Malereien aus dem fränkisch-thüringischen Raum. Darunter befindet sich auch ein Weltgericht der Zeit um 1496 (Inventarnummer VI 286). Die Figurenkomposition ist sehr eng an den kurz zuvor entstandenen Weltgerichtsaltar des Meisters von Sankt Severin orientiert (Köln, Wallraf-Richartz-Museum),

Kaspar Meglinger (1595 bis nach 1667): Deckenmalerei der Kapelle Unserer Lieben Frau von Hergiswald (1654)
1654 schuf der Luzerner Maler Kaspar Meglinger (1595 bis nach 1667) die imposanten Deckenbilder der Kirche Unserer Lieben Frau von Hergiswald (Schweiz). Grundlage der Ausführung waren die Symbole der Lauretanischen Litanei, die seit dem späten Mittelalter rasant an Beliebtheit gewonnen hatten. Überwiegend waren es Glasfenster, steinerne Reliefs und Malereien, die

Stundenbuch-Kalender aus MS Rothschild 2529 (1400-1430)
Die Handschrift MS Rothschild 2529 (Französische Nationalbibliothek in Paris) ist bekannt als „Bréviaire de Martin d’Aragon“ und stammt aus einem Zisterzienserkloster Kataloniens. Sie entstand dort zwischen etwa 1400 und 1430. Martin I. (1356-1410), genannt „el Humano“, war von 1395 bis 1410 König von Aragón, ab dem Jahr 1409 auch von

Stundenbuch-Kalender aus MS Latin 919 (1409)
Das „Grandes heures de Jean de Berry“, auch als „Horae ad usum parisiensem“ bezeichnet, gehört zu den späten Arbeiten, die Der Herzog von Berry (1340-1416) in Paris in Auftrag gab. Es ist auf das Jahr 1409 datiert und befindet sich in der Französischen Nationalbibliothek, dort unter der Signatur MS Latin

Agnes Mann (1907-1994): Ehemalige Hauskapelle der Hünfelder Oblaten in Mainz-Hartenberg (um 1966)
Ein nicht mehr erlebbares Kunstwerk ist die Glaswand in der ehemaligen Hauskapelle der Hünfelder Oblaten. Wenn auch das Original verloren ist, so existieren doch eine sehr genau Entwurfszeichnung, die nun in den Status eines Originals aufgerückt ist. Das wertvolle Unikat (Acrylfarbe Tusche und Bleistift auf geweißtem Karton) wird in der

Matteo da Milano (um 1440 – um 1520): Brevier des Ercole I. d’Este (1504)
Vor allem im späten 15. Jahrhundert entstand eine Darstellungsweise des Himmlischen Jerusalem, bei der eine gerundete Stadtmauer sich meist vollständig, oder doch annähernd komplett von links nach rechts zieht. Dadurch wird ein kleinerer Himmelsbereich oben von dem größeren irdischen Bereich unten abgetrennt. Vor allem bei Ausgaben von De Civitate Dei

Jerusalems-Radleuchter aus der Walburgiskerk Zutphen (1395)
Der wichtigste Jerusalems-Radleuchter der Niederlande hängt in der Walburgiskerk von Zutphen (Provinz Gelderland, Niederlande); er inspirierte später Joseph Cuypers zu seinem Leuchter in der Urbanuskerk in Nes aan de Amstel. Weltweit ist der Leuchter aus der Walburgiskerk der Viertälteste, der sich aus dem Mittelalter erhalten hat. Datiert wird er in

Ikonentyp „Brennender Dornbusch“ (ab 16. Jh.)
Es gibt eine spezielle Gruppe von Ikonen, bei der zwei Rauten einen achtstrahligen Stern bilden. In der zentralen Raute sind drei Personen zu finden: Eine übergroße Marienfigur, Christus als Kind von ihren Händen getragen, und nochmals Christus als Weltenherrscher auf

Heinz Heiber (1928-2003): Altarkreuz aus der evangelischen Kirche von Aschbach (1964)
Viele Jahre war stand das 35 Zentimeter hohe Altarkreuz der evangelischen Kirche St. Laurentius von Aschbach bei Schlüsselfeld (Unterfranken) mit der figürlichen Seite nach vorne, so dass man Christus als Weltenrichter auf dem Regenbogen sehen konnte. Nur wenigen war bekannt,

Heinz Heiber (1928-2003): Altarretabel aus der Königsberger Marienkirche (1960)
Sakrale Werke des Bildhauers Heinz Heiber (1928-2003) findet man nach seinem Umzug nach Nürnberg vermehrt in fränkischen Kirchen. Mit klobigen, reduzierten Formen orientiere er sich, ähnlich wie zur gleichen Zeit auch Matthäus Bayer, an der Romanik, womit seine Werke besonders

Jörg Stocker (um 1461, verst. nach 1527): Weltgericht aus Oberstadion (um 1485)
Die römisch-katholische Kirche St. Martinus in Oberstadion (Schwaben) ist auch ein Kunstmuseum für mittelalterliche Malerei und Bildschnitzerei der Ulmer Schule – immer wieder reisen Studenten der Kunstgeschichte von den Universitäten Ulm oder Stuttgart an, um die Kunstwerke im originalen Umfeld

Michael Amberg (geb. 1939): Patene aus der Kapelle Osterbrünnl in Ruhmannsfelden (1997)
Die Vorstellung, dass im Himmlischen Jerusalem zusammen mit Christus ein ewiges Abendmahl gefeiert werde würde, ist alt. Man findet diese Vorstellung bereits auf frühmittelalterlichen Arbeiten (etwa aus Burgund), auch zahlreiche Ikonen zeigen diese Thematik. Sie löst auch das Problem, was

Christa Wanke (1937-2017): Parament aus der Friedenskirche von Hemau (1965)
In Hemau (Oberpfalz) wurde, soweit bekannt, die Thematik des Neuen Jerusalem in den 1960er Jahren erstmals präsent und in künstlerischen Arbeiten umgesetzt. Ende der 1960er Jahre hat der einheimische Kunstmaler Leo Katzmeier sowohl für die Außenfassade als auch den Rathaussaal
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






