
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)

Tympanon der Kollegiatskirche von Saint-Émilion (14. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)
Gerichtsszenen auf einem Tympanon hat es selbstverständlich auch in Deutschland gegeben. Ein bekannteres Beispiel aus Süddeutschland ist das Jüngste Gericht eines unbekannten Bildhauers am Kapellenturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts in Rottweil. Dieser Kapellenturm

Glasmalereien aus St. Ulrich in Wilchenreuth (1911)
Im Ort Wilchenreuth bei Neustadt an der Waldnaab (Oberpfalz) haben die evangelische wie die römisch-katholische Kirche den Namen Ulrich. Bei beiden Kirchenbauten wurden im Bauschmuck das Himmlische Jerusalem thematisiert. Die ältere evangelische Kirche besitzt bedeutende Wandmalereien aus der Romanik, die katholische Kirche hochwertige Glasarbeiten zwischen spätem Historismus und frühem Jugendstil.

Susanne Praun: Bronze-Relief für eine Münchener Kirchenglocke (1958)
In der römisch-katholischen Gemeinde St. Johannes in Diesenbach, einem Gemeindeteil des Marktes Regenstauf in der Oberpfalz, haben sich zwei Reliefplatten erhalten. Heute hängen die beiden Platten im Pfarrbüro und werden zwischen anderen Kunstwerken leicht übersehen. Eine hat den Titel „Königin des Friedens“, was sich auf Maria bezieht, die andere hat

Eva Limberg (1919-2013): Schmuckkreuz der Salemskirche in Tarmstedt (1969)
Anfang der 1960er Jahre hatte Eva Limberg (1919-2013) das Altarmosaik für die evangelische Kirche in Diekholzen geschaffen: Zwölf Tore, die (ohne Stadtmauern) um das Lamm in der Mitte frei im Raum schweben. 1967 wurde ein ganz ähnlicher Entwurf für die evangelische Kirche in Tarmstedt eingereicht, ein ländlicher Ort unweit von

Altarparament der Kirche St. Nikolaus in Marktleuthen (1992)
Der fränkische Raum wartet mit einer beträchtlichen Anzahl von hochwertigen Paramenten auf, vor allem gilt dies für die evangelischen Kirchen. St. Nikolaus in Marktleuthen (Oberfranken, Fichtelgebirge) ist ein Beispiel dafür. Hier war es in den 1990er Jahren Tradition, dass die Konfirmanden-Jahrgänge die Paramente spendeten. Kleinere Paramente konnten von einem Jahrgang

Christoph Maximilian Pronner (1682-1763): Chorausmalungen der Idsteiner Unionskirche (1725)
Die sogenannte „Unionskirche“ ist die bedeutendste Barockkirche im ehemaligen Gebiet der Grafen von Nassau-Idstein (Hessen), die hier, in Idstein im Taunus, ihre Residenz hatten. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Stadtkirche unter Graf Johann von Nassau-Idstein zu einer Predigt- und Hofkirche umgebaut. Protestantische Bescheidenheit war kein Thema mehr, die

Helmut Senf (1933-2025), zugewiesen Christel Prange (1937-2024): Wandbehang aus Roßwein (um 1962)
Der Metallgestalter, Textilkünstler und Maler Helmut Senf (1933-2025) zählt zu den wichtigen Vertretern der konkreten Kunst der DDR und später auch Gesamtdeutschlands. Wer sich über sein Schaffen informieren möchte, findet eine weiterführende Literatur und einen umfangreichen Wikipedia-Eintrag, vor allem zu seinen Metallgestaltungen der 1960er und 1970er Jahre. Werke aus seiner

Weltgerichtsfresko aus St. Nikolaus in Oltingen (um 1490)
Eines der ältesten Wandgemälde eines Himmlischen Jerusalem aus der Schweiz stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Am Rande der Altstadt von Oltingen, das 1241 erstmals urkundlich erwähnt wurde, befindet sich die Stadtkirche, die damals, einer Mode folgend, den Namen St. Nikolaus erhalten hat. Erbaut wurde sie mit Anklängen an

J. Schmidt: Deckenmalerei der Marienkapelle Waibstadt (1884)
Waibstadt ist eine Kleinststadt mit gerade einmal 5000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis. Der Ort hat mit einer Kapelle ein bedeutendes Marienheiligtum, das bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Kreuzrippengewölbe wurde 1884 nach Plänen des Architekten Otto Ehrmann aus rotem Sandstein erbaut, anschließend üppig und farbig ausgemalt. Wer dies gewesen war

Unbekannter Meister: Martinskirche in Erlangen (1928)
Ältere Glasfenster sind in Deutschlands Kirchen rar, noch mehr gilt dies für Darstellungen des Himmlischen Jerusalem, und noch einmal mehr gilt dies für evangelische Kirchen, wo das Motiv weniger präsent war als in katholischen Kirchen mit ihren Himmelpforten und Gottesstädten im Rahmen der Lauretanischen Litanei. Dieses Buntglasfenster aus Erlangen gehört

Epitaph des Johann Stahel aus St. Georg in Nördlingen (1632)
St. Georg in Nördlingen (Schwaben) ist mehr als eine gewöhnliche evangelische Stadtkirche, sondern auch ein informelles Museum der Renaissance-Sakralkunst. Die Wände sind gespickt mit Malereien und Schnitzereien des 17. Jahrhunderts. Im hinteren Bereich, an der südwestlichen Seite, ist ein Epitaph aus dem Jahr 1632 zu entdecken. Es erinnert dort an

Joseph Cuypers (1861-1949): Jerusalemsleuchter aus St. Urban in Amstelveen (1889)
Was in Frankreich Eugène Viollet-le-Duc und in Deutschland Karl Friedrich Schinkel für den Historismus waren, repräsentiert in den Niederlanden Joseph Cuypers (1861-1949). Diese Persönlichkeiten waren Praktiker und Theoretiker; in ihrem künstlerischen Schaffen war Religion ein zentraler Referenzpunkt, ohne den man ihr Werk eigentlich nicht wirklich verstehen kann. Cuypers hatte seinen

Wilhelm Schiller: Hoffnungsfenster von St. Markus in Nürnberg-Gibitzenhof (1965)
Wie die meisten Kirchen Nürnbergs hat auch die evangelische Kirche St. Markus im Stadtteil Gibitzenhof im Zweiten Weltkrieg ihren gesamten Bestand an historischen Buntglasfenstern verloren. Nach der Beseitigung der schweren Zerstörungen vom 19. Oktober 1944 und der neuen Kircheneinweihung 1952 dauerte es nochmals über zehn Jahre, bis man die künstlerische

Ingrid Seddig (1926-2008): Altarkreuz der Lutherkirche Fellbach (1971)
In der evangelischen Lutherkirche in Fellbach bei Stuttgart befindet sich bereits ein Schalldeckel aus dem späten 17. Jahrhundert, dem einige Tore des Himmlischen Jerusalem aufgesetzt sind. Zu dieser Arbeit der Spätrenaissance kam viele Generationen später ein weiteres Kunstwerk, welches das Thema des Neuen Jerusalem aufgreift – erneut nur angedeutet, ohne

Ernst Alt (1935-2013): Tabernakel der Kirche St. Erasmus in Heusweiler-Eiweiler (1961)
Auf Anfrage ließ der Künstler zu diesem Tabernakel eine Reihe von Überlegungen zukommen, von denen einige zentrale herausgegriffen werden, die bewusst am Anfang stehen sollen:1. „Hier wurden bereits Überlegungen aufgegriffen, die vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils diskutiert wurden. Es ging um eine Allsichtigkeit des Heiligen für alle an

Heinz Heiber (1928-2003): Jerusalems-Plastik aus der Nikodemuskirche in Nürnberg (um 1995)
Die evangelische Nikodemuskirche entstand nach Plänen des Architekten Reinhold Büttner zwischen 1966 und 1968 in Nürnberg-Röthenbach. Der unverputzte, rote Backstein prägt den polygonalen Innenraum mit einem Dach in Zeltform und einem schalen umlaufenden Fensterband. Für die Innengestaltung stand der Bildhauer Heinz Heiber (1928-2003) in Verantwortung, der das Thema Himmlisches Jerusalem

Hans Haggenberg: Weltgericht aus der Kirche von Pfäffikon (1484)
Mitten in der Schweiz findet sich der Ort Pfäffikon zwei Mal: Einmal südlich des Zürichsees im Kanton Schwyz und nördlich des Zürichsees im Kanton Zürich. Dieses letztgenannte Pfäffikon hatte vermutlich im 7. Jahrhundert schon eine merowingisch-karolingische Kapelle, aus der um

Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)
Viele besuchen Goslar (Harz), um im Rathaus die Malereien des frühneuzeitlichen Huldigungssaals zu sehen – und stehen dann vor einer verschlossenen Glastür, durch die man nur Teile der Malereien verzerrt und ohne das räumliche Erleben erkennen kann. Den Versammlungssaal einige

Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)
Die Kirche von Bagnot, die später den Namen Geburtskirche (Église de la Nativité) bekam, wurde, so wird vermutet, durch Initiative des Herzogs von Burgund erbaut, der hier ein Jagdhaus unterhielt. Das würde auch die großflächigen Wandmalereien erklären, die sich die

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)
Dem Priester J. B. Périgaud verdanken wir die Entdeckung romanischer Fresken in dem Ort Vic und auch ihre frühe Erforschung. Périgaud kommt auch das Verdienst zu, dem Bau, der zu seiner Zeit als Scheune landwirtschaftlich genutzt wurde, wieder seiner ursprünglichen

Paul Abadie (1812-1884): Fünf Jerusalemsleuchter aus der Kathedrale St. Front in Perigueux (1852)
St. Front (benannt nach einem legendären frühchristlichen Bischof) in Perigueux (Aquitanien) ist die Bischofskirche des gleichnamigen Bistums. Die mächtige Kathedrale mit romanischen und byzantinischen Elementen erhielt im Jahr 1897 von Papst Leo XIII. den Titel einer päpstlichen Basilica minor. Sie

Malereien aus der Laurentiuskirche in Mont d’Astarac (auch St. Gilles, um 1490)
Mont d’Astarac ist ein mittelalterlich geprägtes Dorf in der Gascogne (Département Gers, Region Okzitanien), das um die dem Heiligen Laurentius geweihte Kirche aus dem 15. Jahrhundert und den kleinen Dorffriedhof herum erbaut wurde. Die fünfeckige Apsis beherbergt einen umfangreichen Zyklus
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



