LETZTER BEITRAG
Erste Himmelspforte aus der Martinskirche in Kortrijk (um 1870)
Die spätmittelalterliche Kirche St. Martin prägt auch noch heute die Altstadt der flämischen Stadt Kortrijk (Provinz Westflandern). 1862 hatte ein schwerer Brand große Teile der Inneneinrichtung vernichtet, vor allem die Glasfenster schmolzen ein oder gingen

MS 119: Französisches Stundenbuch (um 1550)
In der Mitte des 16. Jahrhundert war das Thema Tota Pulchra, also die Maria Immaculata mit ihren Symbolen der Reinheit nach der Lauretanischen Litanei, längst etabliert. Die großen Stundenbücher waren geschrieben, das Thema findet sich jetzt eher auf Kupferstichen und als Glasmalerei. Dennoch ist um 1550 noch eine letzte Miniatur

Mönch Palladius „Predigt über die Wiederkunft Christi“ (um 1760)
Es ist ein Charakteristikum der Ostkirche, dass das Himmlische Jerusalem stark von Paradiesvorstellungen mit geprägt ist, mit zwei Konsequenzen, erstens: Die Himmelspforte wie auch die Paradiespforte ähneln sich, und zweitens wird das Neue Jerusalem mitunter als Paradiesgarten mit Wiesen, Blumen, Büschen und Bäumen dargestellt. Beides zeichnet auch diese Miniatur aus,

Weltgericht aus Melaya Guba (18. Jh.)
Den Aufbau dieser Ikone darf man als „klassisch“ bezeichnen, in Kürze: Christus in der der Mitte in einer runden Mandorla, von Engeln und Heiligen umgeben, die in langen Reihen geordnet sind. Links unten befindet sich das Paradies mit der ersten Pforte, recht die rot glühende Hölle. Von dort bewegt sich

Charles T. Russell: „The Finished Mystery“/„Das vollendete Geheimnis“ (1917 und 1919)
Ein älterer Mann, der auf einem Felssporn wie auf einer Theaterloge Platz genommen hat, blickt gebannt auf eine Himmelserscheinung. In seiner Hand befindet sich ein langer Stab: Er dient vermutlich nicht zum Vermessen der Stadt, sondern als Pilgerstab. Besonders beeindruckt die Anordnung des Lichtes und belegt zeichnerisches Können: Konzentrische Lichtkreis

Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)
Diese Temperamalerei auf goldenem Hintergrund hat den Titel „Die Versammlung der Engel“ und wird der russischen Schule der Ikonenmalerei zugerechnet. Sie zeigt eine Art himmlische Liturgie, bei der Engel und Heilige um Christus auf seinem Thron versammelt sind und das ewige Abendmahl einnehmen. Christus erscheint darauf in der Mittelachse drei

Ikone des Weltgerichts, ehem. Erlöserkathedrale in Kansk (um 1770)
Die Kirchenkunstabteilung des Regionalen Museums für Heimatgeschichte Krasnojarsk mit Sitz in Moskau zählt zu den größten Sammlungen sibirischer Kunst und wächst seit 1903 stetig. Sie entstand durch Schenkungen privater Sammler, staatlicher Beschlagnahmung, Spenden aus Kirchen- und Klosterdepots sowie durch Sammlungen von Museumsexpeditionen. Im Anschluss an diese Zugänge wurde 1911 die

Mikhail Vasilevich Nesterov (1862-1942): „Der Erlöser auf dem Thron“ (1905)
Diese Aquarellmalerei mit Graphitstift auf Karton steht in der Tradition der russischen Ikonenmalerei, sowohl thematisch als auch von der Ausführung her. Thema ist nicht, wie des Öfteren zu lesen, die Himmelfahrt Christi, sondern seine zweite Wiederkehr als Richter. Er sitzt dazu auf einem goldenen Thron, von Maria, Johannes dem Täufer

Peter Paul Etz (1913-1995): Glasmosaik der Kirche Heilig Kreuz in Büdesheim-Schöneck (1963)
Im Jahr 1963 wurde die römisch-katholische Kirche Heilig-Kreuz für den Ortsteil Schöneck von Büdesheim (Hessen) errichtet. Die Kirche mit freistehendem Glockenturm liegt in der Wetterau, auf der Bonifatiusroute, einem historischen Pilgerweg von Mainz nach Fulda. Für die Glasgestaltung, dem zentralen Sakralschmuck des Bauwerks, die ihn bis heute maßgeblich prägt, konnte

Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) zugeschrieben: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1597)
Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) war ein spanischer Maler der Spätrenaissance aus Bocairent. Um 1597 ist er in Valencia nachgewiesen, einer Stadt, die in Spanien damals in der Malerei führend war. An wenigen Werken aus kirchlichen und staatlichen Sammlungen ist seine Mitarbeit unumstritten, seine Urheberschaft wird hier schon seit Jahrhunderten vermutet;

Original Jacob von Sandrart (1630-1708); Kopie Johann Andreas Pfeffel der Ältere (1674-1748): Kupferstich „Symbola B. Mariae“ (Original um 1680, Kopie 1738)
Dieser Kupferstich hat den Titel „Symbola B(eata). Mariae“, also in etwa „Die Symbole der glücklichen Maria“. Es ist eine Fassung von Jacob von Sandrart (1630-1708) aus Nürnberg, der seine Arbeit unten rechts mit „J. V. Sand.“ signierte. Wir sehen die Jungfrau Maria, umgeben von sechs Engeln, stehend auf einer Mondsichel.

Jean Ganiere (um 1615-1666): Kupferstich „Refugium Peccatorum“ (1650 um)
Neben hochwertigen Ölmalereien und hochwertigen Kupferstichen akademischer Meister hat es auch immer wieder Arbeiten gegeben, die von der Kunstgeschichte ignoriert wurden, manchmal zu Unrecht, manchmal aber einfach auch aufgrund der grottenschlechten Ausführung. Hier haben wir ein besonders problematisches Beispiel vor uns: Bei der Figur denkt man, wegen des Bartes, der

Cars François (1631-1701): Kupferstich „Maria Immaculata“ (1665)
Der Franzose Cars François (1631-1701) ist der „incisore“, also der Kupferstecher dieser einfarbigen Grafik in Ätztechnik. Dieses 30 x 20 Zentimeter großen Exemplar befindet sich im Besitz der katholischen Kirche in Rom. Herausgebracht wurde die Arbeit von Philippus Borde, Laurentius Arnaud, Petrus Borde und Guillelmus Barbier, die auch an anderer

Théodore van Merlen (1609-1672): „Gratiae et Virtutes tuae Virgo Maria sunt inenarrabiles“ (1815)
99 Prozent aller Wiedergaben der Lauretanischen Litanei zeigen Maria im Sternenmantel, auf einer Mondsichel, meist umgeben von einigen ihrer Symbole oder von Engelchen. Wahlweise erscheint darüber Gott in den Wolken, Heilige oder Stifterpersonen unten an den Seiten. Es gibt aber auch die einprozentigen Werke, auf denen Maria Immaculata in einen

vermutlich Cornelis Cort (1533-1578): Maria Immaculata-Darstellung (1587)
Dieser Kupferstich ist dem dritten Teil des Werkes „De Origine Seraphicae Religionis Franciscanae“ (S. 860) entnommen, eines der vielen Werke des 16. Jahrhunderts, in dem versucht wird, die Jungfräulichkeit Mariens zu erklären und für diese Vorstellung zu werben. Francesco Gonzaga hat diese Schrift, an der mehrere Theologen des Franziskanerordens beteiligt

Francesco Lamarra (um 1710-1780): Radierung „König David“ (um 1766)
Francesco Lamarra (auch La Marra) war ein gebürtiger Neapolitaner, der von etwa 1710 bis 1780 lebte und im Königreich Neapel tätig war. Hauptsächlich war Lamarra als akademisch geschulter Zeichner tätig, aber wir kennen von ihm auch zwei Ölmalereien der Heiligen Maria. Die römisch-katholische Kirchengemeinde von Andria (Apulien) besitzt einen ganzen

Renate Strasser (1924-2012): Schmuckmosaik aus der Martin-Luther-Kirche in Bentheim (um 1970)
Die Bielefelder Künstlerin Renate Strasser (1924-2012) ist vor allem als Glasgestalterin hervorgetreten, dort kennt man auch zwei Werke mit dem Neuen Jerusalem, nämlich einmal in der Kirche Zum Heiligen Kreuz in Berlin (1973) und in der Hamburger Zionskirche (1987). Vor

Alois Plum (1935-2024): Chorfenster aus St. Philippus und Jakobus in Herdecke (1985)
Alois Plum ist als Glaskünstler auch im Ruhrgebiet durchaus präsent, das belegen seine Glasfenster in Kirchen von Duisburg oder Essen. Einmal auch kann man von Plum eine Darstellung des Neuen Jerusalem im südöstlichen Ruhrgebiet finden, nämlich in der Kirche St.

Alois Plum (1935-2024): Fensterbahn aus der Kirche „St. Jakobus und Bruder Konrad“ in Frankfurt-Harheim (1986)
In der römisch-katholische Pfarrgemeinde mit dem Namen St. Jakobus und Bruder Konrad in Harheim, ein nördlicher Stadtteil von Frankfurt am Main, wurden im Jahr 1986 sechs neue Buntglasfenster eingebaut. Das geschah in Kooperation mit der Glasmanufaktur Wilhelm Derix in Taunusstein,

Hildegard Bienen (1925-1990): Kirche St. Johannes Bosco in Lohfelden (1978)
Auf einer Anhöhe von Lohfelden südlich von Kassel glaubt man fast bereits das Himmlische Jerusalem vor sich zu haben, so kann die gewaltige Anlage von Kirche, Gemeindehaus und freistehendem Turm beeindrucken. Das umso mehr, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es

Alois Plum (1935-2024): Verglasung von Herz-Jesu in Kassel-Niederzwehren (1984)
Alois Plum, ein Glaskünstler aus Mainz, hat zu Beginn der 1980er Jahre bis in 1990er Jahre eine Serie von ähnlichen Glasmalereien des Himmlischen Jerusalem geschaffen. Bei dieser wird die Stadt als rotgelber Lichtkreis dargestellt, mittels großer, ineinander greifender Bahnen. Diese

Weltgericht aus St. Petri Thronfeier und St. Bartholomäus in Weisbach (um 1470)
Den Ort Weisbach gibt es in Deutschland drei Mal. Hier geht es um die unterfränkische Ansiedlung aus dem 13. Jahrhundert in der Rhön. Der Name der dortigen römisch-katholischen Kirche setzt sich aus zwei Aposteln zusammen und ist in dieser Kombination
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






