LETZTER BEITRAG
Matteo da Milano (um 1440 – um 1520): Brevier des Ercole I. d’Este (1504)
Vor allem im späten 15. Jahrhundert entstand eine Darstellungsweise des Himmlischen Jerusalem, bei der eine gerundete Stadtmauer sich meist vollständig, oder doch annähernd komplett von links nach rechts zieht. Dadurch wird ein kleinerer Himmelsbereich oben

Peter Paul Etz (1913-1995): Glasmosaik der Kirche Heilig Kreuz in Büdesheim-Schöneck (1963)
Im Jahr 1963 wurde die römisch-katholische Kirche Heilig-Kreuz für den Ortsteil Schöneck von Büdesheim (Hessen) errichtet. Die Kirche mit freistehendem Glockenturm liegt in der Wetterau, auf der Bonifatiusroute, einem historischen Pilgerweg von Mainz nach Fulda. Für die Glasgestaltung, dem zentralen Sakralschmuck des Bauwerks, die ihn bis heute maßgeblich prägt, konnte

Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) zugeschrieben: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1597)
Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) war ein spanischer Maler der Spätrenaissance aus Bocairent. Um 1597 ist er in Valencia nachgewiesen, einer Stadt, die in Spanien damals in der Malerei führend war. An wenigen Werken aus kirchlichen und staatlichen Sammlungen ist seine Mitarbeit unumstritten, seine Urheberschaft wird hier schon seit Jahrhunderten vermutet;

Original Jacob von Sandrart (1630-1708); Kopie Johann Andreas Pfeffel der Ältere (1674-1748): Kupferstich „Symbola B. Mariae“ (Original um 1680, Kopie 1738)
Dieser Kupferstich hat den Titel „Symbola B(eata). Mariae“, also in etwa „Die Symbole der glücklichen Maria“. Es ist eine Fassung von Jacob von Sandrart (1630-1708) aus Nürnberg, der seine Arbeit unten rechts mit „J. V. Sand.“ signierte. Wir sehen die Jungfrau Maria, umgeben von sechs Engeln, stehend auf einer Mondsichel.

Jean Ganiere (um 1615-1666): Kupferstich „Refugium Peccatorum“ (1650 um)
Neben hochwertigen Ölmalereien und hochwertigen Kupferstichen akademischer Meister hat es auch immer wieder Arbeiten gegeben, die von der Kunstgeschichte ignoriert wurden, manchmal zu Unrecht, manchmal aber einfach auch aufgrund der grottenschlechten Ausführung. Hier haben wir ein besonders problematisches Beispiel vor uns: Bei der Figur denkt man, wegen des Bartes, der

Cars François (1631-1701): Kupferstich „Maria Immaculata“ (1665)
Der Franzose Cars François (1631-1701) ist der „incisore“, also der Kupferstecher dieser einfarbigen Grafik in Ätztechnik. Dieses 30 x 20 Zentimeter großen Exemplar befindet sich im Besitz der katholischen Kirche in Rom. Herausgebracht wurde die Arbeit von Philippus Borde, Laurentius Arnaud, Petrus Borde und Guillelmus Barbier, die auch an anderer

Théodore van Merlen (1609-1672): „Gratiae et Virtutes tuae Virgo Maria sunt inenarrabiles“ (1815)
99 Prozent aller Wiedergaben der Lauretanischen Litanei zeigen Maria im Sternenmantel, auf einer Mondsichel, meist umgeben von einigen ihrer Symbole oder von Engelchen. Wahlweise erscheint darüber Gott in den Wolken, Heilige oder Stifterpersonen unten an den Seiten. Es gibt aber auch die einprozentigen Werke, auf denen Maria Immaculata in einen

vermutlich Cornelis Cort (1533-1578): Maria Immaculata-Darstellung (1587)
Dieser Kupferstich ist dem dritten Teil des Werkes „De Origine Seraphicae Religionis Franciscanae“ (S. 860) entnommen, eines der vielen Werke des 16. Jahrhunderts, in dem versucht wird, die Jungfräulichkeit Mariens zu erklären und für diese Vorstellung zu werben. Francesco Gonzaga hat diese Schrift, an der mehrere Theologen des Franziskanerordens beteiligt

Francesco Lamarra (um 1710-1780): Radierung „König David“ (um 1766)
Francesco Lamarra (auch La Marra) war ein gebürtiger Neapolitaner, der von etwa 1710 bis 1780 lebte und im Königreich Neapel tätig war. Hauptsächlich war Lamarra als akademisch geschulter Zeichner tätig, aber wir kennen von ihm auch zwei Ölmalereien der Heiligen Maria. Die römisch-katholische Kirchengemeinde von Andria (Apulien) besitzt einen ganzen

Conrad Hillebrand: Kastenbild der heiligen Familie (1608)
Im Vordergrund ist übergroß eine Marienfigur zu sehen, auf deren Schoss Christus Platz genommen hat; im Hintergrund rechts tränkt Joseph einen Esel – Thema ist die heilige Familie auf der Flucht, bzw. während einer kurzen Pause auf dieser Flucht. Darauf hin deutet der beiseite gelegte Tornister und Wanderstab unten rechts.

Umkreis des Antonio Palomino (1655-1726): Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1697)
Antonio Palomino (mit vollem Namen Acisclo Antonio Palomino de Castro y Velasco, 1655-1726) war ein spanischer Maler, der heute noch in der Wissenschaft als Kunsttheoretiker etwas bekannter ist (sein Band „El Museo Pictórico y Escala Óptica“ gilt als eine der wichtigsten Quellen zur spanischen Barockmalerei). Er hatte zunächst Theologie studiert,

Girolamo da Santacroce (um 1480-1556): Ölmalerei der Maria Immaculata (1535)
Die in Frankreich sich im späten Mittelalter herausgebildete Darstellungsweise der Lauretanischen Litanei verbreitete sich schnell im ganzen katholischen Europa. Ein frühes Beispiel ist eine Malerei auf der Predella des Hauptaltars der Kirche Mariä Verkündigung in Košljun. Košljun ist eine kleine Insel in der Bucht von Punat an der Küste von

Gregorio Forstman: Kupferstich einer Marienerscheinung (1660)
Diego Jarava (auch Xarva) del Castillo, ein Verfasser theologischer Schriften der späten Gegenreformation, veröffentlichte im Jahr 1660 „Triunfos gozosos de Maria Sacratissima concebida, santa, pura, limpia y sin mancha de pecado original“, eine enthusiastische Lobeshymne auf Maria, die in Madrid bei Mateo Fernandez mit königlichem Privileg gedruckt wurde. Ein Kupferstich

Juan Bautista Vázquez d. Ä. (1510-1588), Melchor Turín: Schnitzereien des Hauptretabels der Kirche Santa María in Medina-Sidonia (um 1575)
Es handelt sich bei dieser Darstellung der Maria Immaculata nach der Lauretanischen Litanei um einen Ausschnitt des großen Retabels von Santa María la Coronada der Stadt Medina-Sidonia in Andalusien. Das Kunstwerk aus vergoldeten und polychromen Schnitzereien gilt als eines der schönsten von ganz Andalusien. Allein mit seiner gewaltigen Größe von

Anonymer Meister: Maria Immaculata als Kastenbild (um 1620)
Was das Himmlische Jerusalem angeht, ist dieses Malerei eine interessante Fassung, deren Anlage, geschweige denn Aussage, man erst Stück für Stück zu fassen vermag. Im mittleren Bildfeld erscheint eine exzellent ausgearbeitete Madonna im blau-roten Sternengewand, die auf einer Mondsichel schwebt. Um sie sind fast zwanzig ihrer Symbole gelegt, alle mit

Hovnatanian Jonathan (1730-1801): Ölgemälde der Maria Immaculata (1750-1800)
Die Familie Hovnatanyan war in Armenien über Jahrhunderte die einflussreichste und vor allem eine verzweigte Künstlerfamilie. Der Nachname leitet sich angeblich von Hovnatan ab, dem armenischen Äquivalent zu Jonathan. Die Wurzeln der Sippe liegen im 17. Jahrhundert im Dorf Shorot im Bezirk Yernjak in Nachitschewan (Autonome Republik Nachitschewan); im 19.

Else Hildegard Bircks (1903-1994): Vorraum der Kirche St. Hubertus in Oberrode (1964)
Im Frühjahr 1964 kam es zur Verglasung der neu errichteten Kirche St. Hubertus in Oberrode bei Fulda. Das dortige Bistum beauftragte Else Hildegard Bircks (1903-1994) mit der Gestaltung eines Vorraums zur eigentlichen Kirche. In ihrem Schaffen war es die erste

David Hetland (1947-2006): Kapelle des Riverview Place in Fargo (1987)
Riverview Place in Fargo (Nort Dakota), zu dem auch eine Kapelle für die Seniorenwohnanlage gehört, wurde von den Presentation Sisters gegründet. Die Einrichtung wurde zur Bereitstellung von Wohnraum und Pflege entwickelt und verfügt über eine Kapelle als Teil ihres Dienstes.

David Hetland (1947-2006): Bethlehem Lutheran Church in Fergus Falls (1993)
Dieses Fenster war ein Auftragswerk einer US-amerikanischen protestantischen Gemeinde aus dem Jahr 1993. Es gibt einen Klappentext auf einer Grußkarte, der die Fensterkunst auf dem Cover zeigt, übersetzt lauten die Zeilen: „Auf dem Umschlag ist die Darstellung eines Buntglasfensters zu

David Hetland (1947-2006): Seitenfenster der Lutheran Church of the Cross (2000-2001)
Die lutherische Kreuzkirche (LCC) in West Fargo, North Dakota, wurde ab 1982 erbaut, die Gemeinde war kurz zuvor 1981 offiziell gegründet worden. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen die Einweihung des ökumenischen Glockenturms im Jahr 1987 und des Cross Way Centers

Karl Alexander Dedy (1935-2020): Fenster aus der Kapelle des St. Josefshauses in Refrath (1986)
Das St. Josefshaus ist ein Altenheim mit vollstationärer Pflege in Refrath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach. 1954 war das Haus von den Pallottinerinnen gegründet worden und es befindet sich heute in der Trägerschaft der Altenhilfe St. Marien gGmbH.Hinter der Empore,

„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ aus Moskau (1912)
„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ erschien 1912 in Moskau. Es war ein Projekt der christlichen Druckerei des Preobraschenski-Almosenhaus, dem spirituellen Zentrum der altgläubigen Kultur der Fedoseyevo-Gemeinde seit dem frühen
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.





