LETZTER BEITRAG
Glasmalerei aus der Kathedrale von Sens (1205-1215)
Die römisch-katholische Kathedrale von Sens in Burgund ist einer der ersten sakralen Großbauten der Gotik, was nicht nur für die Fassade, sondern auch die Glasmalereien im inneren gilt. Der gesamte Raum ist mit hochwertigen Malereien

Christoph Maximilian Pronner (1682-1763): Chorausmalungen der Idsteiner Unionskirche (1725)
Die sogenannte „Unionskirche“ ist die bedeutendste Barockkirche im ehemaligen Gebiet der Grafen von Nassau-Idstein (Hessen), die hier, in Idstein im Taunus, ihre Residenz hatten. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Stadtkirche unter Graf Johann von Nassau-Idstein zu einer Predigt- und Hofkirche umgebaut. Protestantische Bescheidenheit war kein Thema mehr, die

Helmut Senf (1933-2025), zugewiesen Christel Prange (1937-2024): Wandbehang aus Roßwein (um 1962)
Der Metallgestalter, Textilkünstler und Maler Helmut Senf (1933-2025) zählt zu den wichtigen Vertretern der konkreten Kunst der DDR und später auch Gesamtdeutschlands. Wer sich über sein Schaffen informieren möchte, findet eine weiterführende Literatur und einen umfangreichen Wikipedia-Eintrag, vor allem zu seinen Metallgestaltungen der 1960er und 1970er Jahre. Werke aus seiner

Weltgerichtsfresko aus St. Nikolaus in Oltingen (um 1490)
Eines der ältesten Wandgemälde eines Himmlischen Jerusalem aus der Schweiz stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Am Rande der Altstadt von Oltingen, das 1241 erstmals urkundlich erwähnt wurde, befindet sich die Stadtkirche, die damals, einer Mode folgend, den Namen St. Nikolaus erhalten hat. Erbaut wurde sie mit Anklängen an

J. Schmidt: Deckenmalerei der Marienkapelle Waibstadt (1884)
Waibstadt ist eine Kleinststadt mit gerade einmal 5000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis. Der Ort hat mit einer Kapelle ein bedeutendes Marienheiligtum, das bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Kreuzrippengewölbe wurde 1884 nach Plänen des Architekten Otto Ehrmann aus rotem Sandstein erbaut, anschließend üppig und farbig ausgemalt. Wer dies gewesen war

Unbekannter Meister: Martinskirche in Erlangen (1928)
Ältere Glasfenster sind in Deutschlands Kirchen rar, noch mehr gilt dies für Darstellungen des Himmlischen Jerusalem, und noch einmal mehr gilt dies für evangelische Kirchen, wo das Motiv weniger präsent war als in katholischen Kirchen mit ihren Himmelpforten und Gottesstädten im Rahmen der Lauretanischen Litanei. Dieses Buntglasfenster aus Erlangen gehört

Epitaph des Johann Stahel aus St. Georg in Nördlingen (1632)
St. Georg in Nördlingen (Schwaben) ist mehr als eine gewöhnliche evangelische Stadtkirche, sondern auch ein informelles Museum der Renaissance-Sakralkunst. Die Wände sind gespickt mit Malereien und Schnitzereien des 17. Jahrhunderts. Im hinteren Bereich, an der südwestlichen Seite, ist ein Epitaph aus dem Jahr 1632 zu entdecken. Es erinnert dort an

Joseph Cuypers (1861-1949): Jerusalemsleuchter aus St. Urban in Amstelveen (1889)
Was in Frankreich Eugène Viollet-le-Duc und in Deutschland Karl Friedrich Schinkel für den Historismus waren, repräsentiert in den Niederlanden Joseph Cuypers (1861-1949). Diese Persönlichkeiten waren Praktiker und Theoretiker; in ihrem künstlerischen Schaffen war Religion ein zentraler Referenzpunkt, ohne den man ihr Werk eigentlich nicht wirklich verstehen kann. Cuypers hatte seinen

Wilhelm Schiller: Hoffnungsfenster von St. Markus in Nürnberg-Gibitzenhof (1965)
Wie die meisten Kirchen Nürnbergs hat auch die evangelische Kirche St. Markus im Stadtteil Gibitzenhof im Zweiten Weltkrieg ihren gesamten Bestand an historischen Buntglasfenstern verloren. Nach der Beseitigung der schweren Zerstörungen vom 19. Oktober 1944 und der neuen Kircheneinweihung 1952 dauerte es nochmals über zehn Jahre, bis man die künstlerische

Ingrid Seddig (1926-2008): Altarkreuz der Lutherkirche Fellbach (1971)
In der evangelischen Lutherkirche in Fellbach bei Stuttgart befindet sich bereits ein Schalldeckel aus dem späten 17. Jahrhundert, dem einige Tore des Himmlischen Jerusalem aufgesetzt sind. Zu dieser Arbeit der Spätrenaissance kam viele Generationen später ein weiteres Kunstwerk, welches das Thema des Neuen Jerusalem aufgreift – erneut nur angedeutet, ohne

Ernst Alt (1935-2013): Tabernakel der Kirche St. Erasmus in Heusweiler-Eiweiler (1961)
Auf Anfrage ließ der Künstler zu diesem Tabernakel eine Reihe von Überlegungen zukommen, von denen einige zentrale herausgegriffen werden, die bewusst am Anfang stehen sollen:1. „Hier wurden bereits Überlegungen aufgegriffen, die vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils diskutiert wurden. Es ging um eine Allsichtigkeit des Heiligen für alle an

Heinz Heiber (1928-2003): Jerusalems-Plastik aus der Nikodemuskirche in Nürnberg (um 1995)
Die evangelische Nikodemuskirche entstand nach Plänen des Architekten Reinhold Büttner zwischen 1966 und 1968 in Nürnberg-Röthenbach. Der unverputzte, rote Backstein prägt den polygonalen Innenraum mit einem Dach in Zeltform und einem schalen umlaufenden Fensterband. Für die Innengestaltung stand der Bildhauer Heinz Heiber (1928-2003) in Verantwortung, der das Thema Himmlisches Jerusalem

Weltgerichte als Hinterglasmalerei, überwiegend Rumänien (19. Jh.)
Die Hinterglasmalerei kam im 19. Jahrhundert über Bayern und Niederösterreich nach Rumänien, vor allem in die Landesteile, die damals zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörten. Hier in Rumänien wurde vor allem das Weltgericht gerne als Thema herangezogen, zahlreiche Arbeiten vor allem aus dem Ende des 19. Jahrhunderts haben sich erhalten. Vorbild war

Wolf-Dieter Kohler (1928-1985): Glaswand der evangelischen Kirche von Böckingen (1959)
Im Schaffen des Glasmalers von Wolf-Dieter Kohler (1928-1985) ist seine Glaswand in der evangelischen Kirche von Böckingens Neustadt (nicht zu verwechseln mit der älteren Kirche St. Pankratius in der Altstadt) wenig bekannt; Fachliteratur gibt es keine. Böckingen ist ein Stadtteil von Heilbronn, wo der Maler die Fenster der Nikolaikirche gestaltete.

Erste Himmelspforte aus der Martinskirche in Kortrijk (um 1870)
Die spätmittelalterliche Kirche St. Martin prägt auch noch heute die Altstadt der flämischen Stadt Kortrijk (Provinz Westflandern). 1862 hatte ein schwerer Brand große Teile der Inneneinrichtung vernichtet, vor allem die Glasfenster schmolzen ein oder gingen bei Löschversuchen zu Bruch. Der Chorbereich war von der Feuersbrunst besonders betroffen. Beim Wiederaufbau orientierte

Maurice Hizette (1925-2014), Jozef Desmet (geb. 1875): Zweite Himmelspforte aus der Martinskirche in Kortrijk (1954)
Eine kleine Himmelspforte ist hoch oben unter dem südlichen Kirchenschiff des Querhauses der Martinskirche (Sint-Maartenskerk) in der belgischen Stadt Kortrijk zu finden, an der Seite rechts des Eingangs gelegen. Entworfen wurde das Fenster von dem belgischen Maler und Bildhauer Maurice Hizette (1925-2014) aus Anderlecht, der sich auf sakrale Glasmalereien in

Paul Abadie (1812-1884): Fünf Jerusalemsleuchter aus der Kathedrale St. Front in Perigueux (1852)
St. Front (benannt nach einem legendären frühchristlichen Bischof) in Perigueux (Aquitanien) ist die Bischofskirche des gleichnamigen Bistums. Die mächtige Kathedrale mit romanischen und byzantinischen Elementen erhielt im Jahr 1897 von Papst Leo XIII. den Titel einer päpstlichen Basilica minor. Sie

Malereien aus der Laurentiuskirche in Mont d’Astarac (auch St. Gilles, um 1490)
Mont d’Astarac ist ein mittelalterlich geprägtes Dorf in der Gascogne (Département Gers, Region Okzitanien), das um die dem Heiligen Laurentius geweihte Kirche aus dem 15. Jahrhundert und den kleinen Dorffriedhof herum erbaut wurde. Die fünfeckige Apsis beherbergt einen umfangreichen Zyklus

Gunda Schihan (1921-2006): Relief an der Erlöserkirche Mauerkirchen (1962)
Gunda Schihan, geboren 1921 in Ried im Innkreis (Oberösterreich), kam früh zur Keramikkunst, der sie ihr Leben lang treu blieb. Im Alter von 16 Jahren machte sie in München 1937 bei Hans Eska eine Töpferlehre, anschließend studierte sie an der

Adolf Valentin Saile (1905-1994): Chorfenster der evangelischen Kirche in Meidelstetten (1951) und Chorfenster der Johanneskirche in Sersheim (1958)
Adolf Valentin Saile (1905-1994) zählt in Württemberg zu den wichtigsten Glasmalern der Nachkriegszeit, wie Rudolf Yelin (1902-1991) und Wolf-Dieter Kohler (1928-1985). In allen Kombinationen arbeiteten diese drei Künstler am Thema des Neuen Jerusalem: für einen jeweiligen Auftrag zu zweit, dann

Joseph Jaekel (1907-1985): Jerusalemsleuchter aus der evangelischen Kirche in Walldorff (um 1965)
Die Waldenserkirche in Walldorf, südlich von Frankfurt in Südhessen, ist ein denkmalgeschütztes, historisches Gotteshaus, das 1699 von französischen Glaubensflüchtlingen gegründet und im Jahr 1805, als die Gemeinde zur größten deutschen Waldensergemeinde herangewachsen war, neu erbaut wurde. Durch Bahnanschluss, Industrialisierung und

Weltgericht aus der Stadtkirche Haiger (1485-1490)
In der Region des Lahn-Dill-Kreises (Mittelhessen) haben sich mehr mittelalterliche Wandmalereien als in anderen Regionen Deutschlands erhalten: Die Gegend ist dünn besiedelt, wenig Industrie, Kriegshandlungen und Fliegerangriffe gab es während des Zweiten Weltkriegs kaum. Einen besonders reichhaltigen Bestand von Malereien
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






