LETZTER BEITRAG
„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ aus Moskau (1912)
„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ erschien 1912 in Moskau. Es war ein Projekt der christlichen Druckerei des Preobraschenski-Almosenhaus, dem spirituellen Zentrum der altgläubigen Kultur

Anne Gosselin (geb. 1958): Skulptur „Der lange Weg des Lebens“ (1991)
Etwa 95 Prozent aller Kunstwerke mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem entstanden in einem sakralen Kontext, 25 Prozent als Glasmalereien, etwa nochmals 25 Prozent in Buchausgaben (Miniaturen, Bibeln, frommen Schriften), 18 Prozent auf Ölmalereien, 10 Prozent in Stein (Tympanon, Gräber, Mosaike) und noch einmal 10 Prozent als Liturgica (vor allem

Andrée Le Coultre (1917-1986): Gemälde „Jérusalem céleste“ (1958)
Immer wieder dürfen wir Kunstwerke kennen lernen, die auf Aktionen in das Licht der Öffentlichkeit treten und damit – wenn auch nur für kurze Zeit – der wissenschaftlichen Einordnung zur Verfügung stehen. Gar nicht so selten trifft das auch für bekanntere Künstler zu, zu denen lange noch nicht alles gesagt

Giorgio de Chirico (1888-1978): Apokalypsezyklus (1941)
Von dem italienischen Maler Giorgio de Chirico (1888-1978) existiert ein umfangreicher Apokalypsezyklus, der das alte Thema in neuem, ungewohntem Gewand zeigt. Die figürlichen und detailfreudigen Lithographien (jeweils 50 x 35 Zentimeter groß) erschienen erstmals 1941 im Druck, in einer wahrlich apokalyptischen Stimmung: Italienische Soldaten hatten Kreta besetzt, kämpften in Libyen,

Vic Mitchell: Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1983
„The Family Pilgrim’s Progress. From the original story by John Bunyan, retold by Jean Watson“ ist eine Ausgabe der Londoner Scripture Union mit Farbillustrationen von Vic Mitchell. Dieser ist nicht identisch mit dem gleichnamigen Vic Mitchell (1934-2021), der vor allem zu historischen Eisenbahnen forschte und publizierte. Der Vic Mitchell, um

Fresken aus dem Kloster Agia Marina (um 2000)
Auch in den orthodoxen Kirchen entstanden, beflügelt durch den politischen Aufbruch des Jahres 1989, um die Jahrtausendwende Arbeiten mit dem Himmlischen Jerusalem, sowohl in den großen Kathedralen als auch, wie hier, in entlegenen Klöster. Dort steht selbstverständlich nicht so viel Geld und Können zur Verfügung, aber genauso viel Kreativität und

Max Faller (1927-2012): Zwei Jerusalemstafeln (um 1995)
Neben Max Fallers (1927-2012) bekannten Interpretationen des Neuen Jerusalems, entwickelt in den 1980er Jahren, gibt es noch eine jüngere Arbeit. Sie ist nicht öffentlich zugänglich und dementsprechend wenig bekannt, hat aber ihre durchaus eigene Qualität.Es handelt sich um zwei Bronzetafeln oder Bronzeplatten. Der Künstler verstand sie als neutestamentliche Ergänzung zu

Ines Brunold (geb. 1932): Aquarelle zur Johannesoffenbarung (1984)
Nicht in allen Fällen gelingt es, zu noch lebenden Künstlern oder Künstlerinnen Kontakt aufzunehmen, um mehr über Leben und Werk zu erfahren. Ines Brunold ist solch ein Fall. Nicht wirklich viel war, trotz einer Reise in die Schweiz und Nachforschungen zum Verlag Heinrich Möller & Söhne, der nicht mehr existiert,

Eric Thomas, Amy Burch: Bibelillustration (1994)
Diese Wolkenstadt wurde von Amy Burch und Eric Thomas aus London gemeinsam entworfen. Sie ist weit verbreitet durch die populären Ausgaben von „The Illustrated Children’s Bible“ bzw. „Illustrierte Bibel für Kinder“, die beide im Jahr 1994 erschienen sind. Insbesondere das erstgenannte Buch war mit 37 Auflagen bis zum Jahr 2005

Alan Parry (geb. 1940): Pilgrims‘ Progress, Ausgabe 1987
1985 brachte Marshall Morgan in Zusammenarbeit mit Channel 5 und Yorshire Television limited eine neue Ausgabe von Pilgrim’s Progress für Jugendliche heraus, die den Titel „Dangerous Journey“ erhielt. Ausgestattet wurde die Ausgabe mit Illustrationen von Alan Parry aus Worcestershire, der Kunst an der Hornsey Art School und an der Willesden

Anonymer Illustrator: „The Bible for Children“ (1969)
Die kolorierte Zeichnung lässt wegen ihres klaren Aufbaus und vor allem in der Mauergestaltung an Kupferstiche der Frühen Neuzeit denken. Die im Inneren gezeigte Fantasiestadt, die sich aus antikisierten Bauwerken addiert, ist dagegen ein Produkt des 20. Jahrhunderts. Man findet diese Abbildung auf Seite 304 des Jugendbuches „The Bible for

Herbert Hendrie (1887-1946): Doppelfenster der Gemeindekirche von Kippen (1930)
Der norddeutsch klingende Ort Kippen befindet sich keineswegs in Schleswig-Holstein, sondern in Schottland zwischen Gargunnock und Fintry. Die anglikanische Parochialkirche wird gelegentlich zu den schönsten Kirchen dieser Konfession in Schottland gezählt, nicht zuletzt wegen der fünfzehn Buntglasfenster aus dem Jahr 1930. Sie wurden von einem bedeutenden Glasfenstermeister des 20. Jahrhunderts

Jacob Adolf Holzer (1858-1938): Central Congregational in Providence (1907)
Der in die USA ausgewanderte Schweizer Jacob Adolf Holzer (1858-1938) führte zahlreiche Glasfenster in seiner neuen Heimat aus, er war dort ein Vertreter des Art Deco und Jugendstils. Seine vielleicht anspruchsvollste Arbeit, angelehnt an Louis Comfort Tiffanys Fenster aus dem Everson Museum Syracuse (1903) und die Brown-Memorial-Church in Baltimore (1905),

Louis Comfort Tiffany (1848-1933): Fenster aus der ehemaligen May Memorial Unitarian Universalist Church in Syracuse (1903)
Louis Comfort Tiffany (1848-1933) ist einer der bedeutendsten Glasmaler seiner Epoche gewesen – vielleicht ist dieser sein Beitrag zum Himmlischen Jerusalem die wichtigste Glasmalerei in dieser Dokumentation. Was zeichnet einen „großen“ Meister aus? Ich würde sagen, von einem wirklich großen Meister haben wir nicht nur herausragende Einzelwerke, sondern ein großer

Deckenmalerei aus der Kirche Madonna del Perello in Algua (1899)
In dem kleinen, entlegenen Dorf Algua (400 ständige, 200 temporäre Bewohner) bei Bergamo (Lombardei) befindet sich die römisch-katholische Kirche Madonna del Perello aus dem 13. Jahrhundert. Das dortige Sanktuarium ist Maria geweiht; es steht an der Stelle, an der der Überlieferung zufolge die Madonna einem Bauern aus Sambusita (mehrfach) erschien

Francisco Solano (1743-1818): „Das Jüngste Gericht“ (um 1770)
„El Juicio Final“, also zu Deutsch „Das Jüngste Gericht“, ist ein Ölgemälde des brasilianischen Malers und Franziskanermönchs Francisco Solano (1743-1818), inspiriert von einem Gemälde von Pascual Pérez, genannt „El Mixtequito“. „El Juicio Final“ befindet sich in der römisch-katholischen Kirche San Pedro in Cholula (Barrio de Jesús Tlatempa) im mexikanischen Puebla.Schwungvoll,

Antoine Caron (um 1521-1599): Ölgemälde „Tag des Jüngsten Gerichts“ (um 1550)
Der „Tag des Jüngsten Gerichts“ ist eine Ölmalerei von Antoine Caron (um 1521-1599), bekannt für seine manieristischen Renaissancemalereien als Hofmaler des französischen Königs. Er wird der Malerschule von Fontainebleau zugerechnet. Werke wie „Apotheose der Semele“, „Trauerzug Amors“ oder „Bagathan und

MS BNE 6972: „Summula seu Breviloquium Super Concordiae Novi et Veteris Testamenti“ (12. Jh.)
Diese Miniatur zeigt das Jüngste Gericht. Dabei setzen sich mehrere Bildelemente zu einem Ganzen zusammen. Oben, umgeben von den vierundzwanzig Heiligen, befindet sich Christus auf einem Thron in einer eckigen Mandorla. Wie auch auf dem Urgell Beatus oder dem Beatus

Katalanisches Stundenbuch MS Add. MS 18193 (um 1475)
Stundenbücher waren ein bevorzugtes Medium, dort das Himmlische Jerusalem bildlich zu thematisieren. Diese mittelalterlichen Gebets- und Andachtsbücher bietet auch inhaltlich mit der Thematisierung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einen Bezug zur Eschatologie. Das gilt insbesondere für die illuminierte Handschrift MS

Albert Reinker (1926-2014): St. Josef in Vöhrum (1991)
Die römisch-katholische Kirche St. Josef in Vöhrum (Bistum Hildesheim) wurde 1959 errichtet. Damals war war Vöhrum noch eigenständig, heute ist es ein Ortsteil von Peine. Der Innenraum der neuerbauten Kirche wurde zunächst an der Westseite mit einem Buntglasfenster ausgestattet, da

Pierre Firens (um 1580-1638): „Imago B. Mariae Virginis Lavretanae“ (um 1621)
Um 1600 bildete sich eine Sonderform der Maria Immaculata heraus: In der Mitte steht Maria mit dem Jesuskind. Umgeben sind die beiden von ausgewählten Symbolen der Lauretanischen Litanei. Sie befinden sich in rechteckigen Kästchen, welche sich in Bändern um das

MS 55: Miniatur aus „La Cité de Dieu“ von Augustinus von Hippo (um 1410)
Die spätmittelalterliche Handschrift MS 55 beinhaltet eine altfranzösische Ausgabe von „La Cité de Dieu“ von Augustinus von Hippo (354-430), übersetzt von Raoul de Preles (1316-1382). Die wird heute in der Bibliotheque Municipale in Boulogne-sur-Mer aufbewahrt. Entstanden ist diese König Karl
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.





