LETZTER BEITRAG
Glasmalerei aus der Kathedrale von Sens (1205-1215)
Die römisch-katholische Kathedrale von Sens in Burgund ist einer der ersten sakralen Großbauten der Gotik, was nicht nur für die Fassade, sondern auch die Glasmalereien im inneren gilt. Der gesamte Raum ist mit hochwertigen Malereien

Ferdinand von Quast (1807-1877): Jerusalemsleuchter der evangelischen Kirche von Radensleben (um 1870)
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Preußen eine Renaissance der Jerusalems-Radleuchter, man findet sie jetzt in Magdeburg, in Lychen oder in Bromberg – als Vorbild werden immer wieder allgemein die romanischen Leuchter in Hildesheim angeführt, auch im Fall von Radensleben in Brandenburg (Ostprignitz-Ruppin). Der Gutsherr von

Siegfried Assmann (1925-2021): Wandrelief im Gartengelände des Klosters Nütschau (1977)
Macht man einen Spaziergang im Klostergarten von Nütschau, dann kann man, etwas versteckt nahe des Bildungshauses St. Ansgar, einen Wandschmuck entdecken. Es handelt sich um eine flache Skulptur im Halbrelief, 90 x 90 Zentimeter groß. Von der Schloßstrasse aus ist sie nicht zu sehen, sondern nur von der Gartenseite. Eine

Yngve Lundström (1885-1961): Kirche in Norrfors (1922)
Yngve Lundström (1885-1961) war ein schwedischer Maler, der vor allem im Bereich der Stillleben und der Sakralkunst aktiv gewesen war. Was das Himmlische Jerusalem angeht, ist das Rundfenster der protestantischen Kirche der Kleinstadt Älmhult bekannter. Doch hunderte Kilometer nordwärts, in der Provinz Västerbottens, kann man in der Holzkirche des kleinen

Illustrationen aus dem Chludow-Psalter (um 850)
In einem Psalterium würde man Darstellungen des Himmlischen Jerusalem nicht unbedingt erwarten. In einem solchen Werk sind die Psalter aus dem Alten Testament enthalten, sie kreisen um das Lob Gottes oder um Klagen über die Last des Daseins, oftmals geht es um den Jerusalemer Tempel oder allgemein um Zion. Dennoch

Emil Wachter (1921-2012): Wandfresko in Rickenbach (1986)
Der Karlsruher Künstler Emil Wachter (1921-2012) hatte in der römisch-katholischen Kirche von Rickenbach im Hotzenwald (Südschwarzwald) nicht allein die Glasfenster gestaltet, sondern er übernahm auch umfassende Freskierungen an verschiedenen Wandbereichen der Kirche. Seitdem ist der neoromanische Bau aus dem 19. Jahrhundert vor allem für Wachters Kunstwerke überregional bekannt. Besonders eindrucksvoll

Augustin Palme (1808-1897): Schlüsselübergabe an Petrus aus der Basilika Vierzehnheiligen (1867)
Im Zuge der Auseinandersetzung zwischen den deutschen Staaten und der römisch-katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lassen sich auf einmal Darstellungen finden, auf denen der Petersdom das Himmlische Jerusalem vertritt. Älter ist selbstverständlich die sich in der Gotik herausbildende Tradition, dass Petrus bzw. der Papst die Himmelspforte

Weltgericht aus Rinkenberg (um 1480)
1475 brannten osmanische Söldner die römisch-katholische Kirche von Rinkenberg (Kärnten) nieder. Der anschließende Wiederaufbau wurde hauptsächlich von Slowenen geleistet, die den spätgotischen Neubau dem Heiligen Florian weihten. Nach Fertigstellung des äußeren Baus wurde das Innere in mehreren Etappen ausgemalt. Eine der ersten Ausmalungen war eine Darstellung des Weltgerichts, was sicherlich

Johanna Sadounig (geb. 1950) u.a.: Villacher Fastentuch (1993-1995)
Auch auf Fastentüchern oder Hungertüchern wurde das Himmlische Jerusalem dargestellt, wenngleich äußerst selten. Die Gottesstadt, in der man in Freude und in paradiesischen Zuständen zu leben hofft, ist eher der Gegenpol zur Fastenzeit. Wenn überhaupt, so ist Kärnten eine Region mit einer Tradition solcher Fastentücher. Das Himmlische Jerusalem ist das

Herlinder Almer (1937-2023): Bildteppich aus der Kapelle in Birkfeld (um 1985)
Der Bildteppich „Himmlisches Jerusalem“ wurde vom Pfarrer von Birkfeld, Bischofsvikar Dr. Willibald Rodler, als Altarbild der Kapelle des damaligen Pensionistenheimes in Birkfeld/Steiermark (heute Bezirkspflegeheim Birkfeld) in Auftrag gegeben. Er wurde dann von der Malerin, Textilkünstlerin und Pädagogin Herlinder Almer (1937-2023) entworfen und um 1985 von der Diplomweberin Doris Lötsch hergestellt.

Weltgerichtsfresko aus der Kirche zur Heiligen Kunigunde in Wald am Schoberpass (um 1420)
Die römisch-katholische Pfarrkirche zur Heiligen Kunigunde in Wald am Schoberpass in der Steiermark besitzt Wandmalereien aus der Zeit um 1420, die von einem „Meister von Kobenz“ stammen sollen, aus der gleichnamigen Marktgemeinde im Bezirk Murtal in der Steiermark. Im Jahr 1972 wurden sie von A. Raidl freigelegt. An der Südwand

Conrad von Friesach: Gotisches Fastentuch des Doms zu Gurk (1458)
Eines der ältesten und mit etwa 80 Quadratmetern das größte Exemplar eines Fastentuchs ist dasjenige im Dom zu Gurk in Kärnten. In ganz Österreich ist dieses einzigartige Kulturdokument nicht allein die älteste textile Darstellung des Neuen Jerusalem, sondern die älteste Darstellung zahlreicher weiterer biblischer Szenen und Symbole. Mit seiner gewaltigen

Weltgericht nach russischer Schule (17. Jh.)
Diese Ikone kennen wir nur von Kunstauktionen, angeblich soll sie im 17. Jahrhundert entstanden sein, weist aber Merkmale auf, die sich schon im 16. Jahrhundert finden lassen. Es handelt sich, nach Auskunft des Auktionators, bei dem Kunstobjekt um eine „Vrezok-Ikone“, also um eine Malerei, die konkrete Bildelemente aus älteren Ikonen

2028 Simeon Zidaru (1984-2007): Drei Mixedmedia-Arbeiten „Noul Ierusalim“ (um 2015)
Simeon Zidaru bleibt ein Unbekannter, außer seinem Namen und den Lebensdaten wissen wir fast nichts über ihn. Er lebte von 1984 bis 2007, der Name deutet auf einen Rumänen hin, auch die Art der Werkpräsentation läßt auf einen Künstler mit einem rumänisch-orthodoxen Hintergrund schließen. 2017 gab es in Wien eine

Moskauer Weltgerichtsikone (um 1877)
Die russisch-orthodoxe Kirche des Großmärtyrers Demetrius von Thessaloniki befindet sich im Dorf Vostochny im Ostbezirk von Moskau. Im Jahr 1877 wurde dort eine steinerne Demetrius-Kirche erbaut und geweiht – die Gelder kamen vom Kaufmann Michail Grigorjewitsch Borodin, der dann auch erster Kirchenvorsteher wurde. Er war in den ersten Jahren auch

Jan Konůpek (1883-1950): Apokalypsezyklus (1946)
Jan Konůpek (1883-1950), ein tschechischer Grafiker und Buchillustrator, hat sich in zwei Zyklen mit dem Himmlischen Jerusalem auseinandergesetzt, einmal in dem Kunstband „Apokalypsa cili zjeveni Apostola Jana zvaného theologos“ (Brünn 1929) und dann in einem zweiten Apokalypsezyklus unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1946. Dieser Zyklus zählt zu seinem Spätwerk; Konupek

MS HM 1124: Stundenbuch (um 1515)
Man kann, um die Miniaturen der Maria Immaculata etwas zu ordnen, drei Hauptgruppen unterscheiden: Miniaturen mit einem überwiegend goldenen Hintergrund (etwa MS Latin 1175 oder MS Latin 10563), mit einem roten Hintergrund (MS 92.83) oder mit einem blauen Hintergrund. Die

Stundenbuch-Einzelblatt (angeblich um 1520)
In der Vielzahl der Lauretanischen Litaneien sticht diese Arbeit besonders hervor, schon dadurch, dass sie überwiegend in einem kräftigen roten Farbton gehalten ist. Der Aufbau mit der stehenden Marienfigur und den sie umgebenden Symbolen ist ähnlich wie auf den Fassungen

Stundenbuch MS Richardson 10 (um 1515)
Der Lauretanischen Litanei in der Fassung von Thielman Kerver war ein großer Erfolg beschieden; von den zahlreichen Kopien werden sich nicht alle erhalten haben. Eine jedenfalls entstand um 1515 und ist heute als MS Richardson 10 Teil der Houghton Library

MS Latin 1175: Französisches Stundenbuch (um 1530)
In spätmittelalterlichen Stundenbüchern gab es drei Bildtypen, die das Neue Jerusalem visuell präsentieren: Entweder in Form von Monatsblättern als Kalender, oder auf Weltgerichten (Jerusalem links gegenüber der Hölle) oder auf Darstellungen der Lauretanischen Litanei, wo die Porta Coeli und die

MS Latin 1391: „Horae et preces Annae de Rohan“ (um 1500)
Um 1515 war die Darstellung der Maria Immaculata mit einer Auswahl ihrer Symbole das große Thema, vor allem in Frankreich. Es gab das Motiv bald als Relief in Stein (Blot l’Église, Nogent-Sur-Seine, Montdidier), in Glas auf Kirchenfenstern (in Crouy sur

Andachtskarte aus Palermo (um 1800)
Nach einer letzten großen Welle von Ölmalereien der Maria Immaculata im späten 18. Jahrhundert, getragen von Meistern wie José de Ibarra, Manuel Cerna, Manuel de Samaniego oder Juan de Miranda, kam es Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer Krise: Aufgrund
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






