LETZTER BEITRAG
Eva Limberg (1919-2013): Schmuckkreuz der Salemskirche in Tarmstedt (1969)
Anfang der 1960er Jahre hatte Eva Limberg (1919-2013) das Altarmosaik für die evangelische Kirche in Diekholzen geschaffen: Zwölf Tore, die (ohne Stadtmauern) um das Lamm in der Mitte frei im Raum schweben. 1967 wurde ein

Jan Konůpek (1883-1950): Apokalypsezyklus (1946)
Jan Konůpek (1883-1950), ein tschechischer Grafiker und Buchillustrator, hat sich in zwei Zyklen mit dem Himmlischen Jerusalem auseinander gesetzt, einmal in dem Kunstband „Apokalypsa cili zjeveni Apostola Jana zvaného theologos“ (Brünn 1929) und dann in einem zweiten Apokalypsezyklus unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1946. Dieser Zyklus zählt zu seinem Spätwerk;

Jüngstes Gericht aus Russland (um 1700)
Für eine Ikone ungewöhnliche klassizistische Architektur bietet dieses Himmlische Jerusalem auf einer russischen Malerei aus dem frühen 18. Jahrhundert; die blasse Farbtönung und die feine Zeichnung lassen Experten das Werk auf um 1700 datieren. Es ist eine der wenigen Weltgerichtsikonen im byzantinischen Stil, die die Jahrhunderte gut überstanden hat, „irgendwie“

Jaroslav Šerých (1928-2014): Grafik „Neues Jerusalem“ (1998)
Der tschechische Maler, Grafiker, Bildhauer und Illustrator Jaroslav Šerých (1928-2014) hatte Malerei bei Vlastimil Rada an der Akademie der bildenden Künste in Prag und an einer speziellen Grafikschule bei Vladimír Pukla und bei Vladimír Silovský studiert. Der kreative Ausdruck des Autors reifte in den 1960er Jahren in der tschechischen Informel-Bewegung

Horst Haack (geb. 1940): Apokalypsezyklus (1999)
Horst Haack war in den 1970er bis 1990er Jahre einer der führenden Grafiker der BRD, der mit Zeichnungen, Gouachen, Fotos und Collagen hervortrat. Mischwerke und grenzüberschreitende Mixed-Media-Arbeiten zeichnen sein Œuvre aus. 1940 in Neubrandenburg geboren, lebte der Künstler nach dem Krieg zunächst in Lübeck. 1959 zog er nach West-Berlin, um

Paolo Portoghesi (1931-2023): „Himmlisches Jerusalem“ (1964)
Der Ausschnitt zeigt die zentrale Darstellung des Himmlischen Jerusalem in der Mitte einer Grafik, die insgesamt etwa zehn Mal so groß ist. Wurzelartige Auffächerungen erzeugen unten einen organischen Eindruck eines natürlich gewachsenen Fundaments. Aus knapp zwanzig langen Fadenwurzeln schraubt sich ein Zylinder nach oben, dem drei schmale, verschnörkelte, hohe Türme

Darstellungen der Zeugen Jehovas (ab 1988)
Die Zeugen Jehovas haben eine intensive Himmlische-Jerusalems-Tradition. Ihre Gottesstadt ist die Fortsetzung des irdischen Lebens auf einer höheren Stufe. Einige Abbildungen der Stadt in diesem Sinne findet man in Klassikern der Zeugenliteratur, wie „Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!“ (Selters/Taunus 1988). Künstler sind in solchen Werken nicht genannt

Weltgericht aus Santa Maria de Pesqueiras (um 1560)
Die römisch-katholische Kirche Santa Maria de Pesqueiras liegt mitten im Wald an einem Stausee des Rio Miño unweit der spanischen Stadt Chantada (Galicien). Aufgrund der entlegenen Lage ist das Bauwerk verschlossen, auch regelmäßige Gottesdienste finden hier nicht mehr statt, sondern der Kirchenbau macht sich als Lebensort einer seltenen Fledermausart nützlich.

Pilgrim’s Progress aus Korea, Ausgabe 1993
Auch Südkorea hat seine Ausgabe von Pilgrim’s Progress des englischen Erfolgsautors John Bunyan. Die mit zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen versehene Ausgabe erschien 1993 bei Moon Jin Dang Co. Bedauerlicherweise ist auch hier, wie bei vielen außereuropäischen Drucken, der Künstler oder die Künstlerin namentlich nicht angegeben, vielleicht waren es auch mehrere. Zunächst bringt

Larissa Lando: Gemäldeserie (1999)
Die in Rybinsk, Russland, geborene Künstlerin Larissa Lando, die auch als Modezeichnerin hervorgetreten ist, zählt zu den messianischen Juden: Diese halten Jesus Christus nicht nur für den Erlöser der nichtjüdischen Nationen, sondern sehen in ihm auch den durch die Schriften des Tanach verheißenen Retter Israels. Die Bibel – dazu gehören

Symbol der Shinchonji-Gemeinschaft (um 2000)
Die Shinchonji-Gemeinschaft lautete mit offiziellem Namen „Shinchonji Church of Jesus, the Temple of the Tabernacle of the Testimony“ und ist hauptsächlich in Südkorea aktiv. Shinchonji ist ein koreanisches Wort und bedeutet „Neuer Himmel und Neue Erde“ – es ist also bereits im Namen ein Bezug zum Himmlischen Jerusalem vorhanden. Die

R. J. Redz: „Die goldene Stadt des Himmels“ (um 2000)
Dieses Neue Jerusalem ist eine der bekanntesten neuen Bilder der Gottesstadt. Es ist auf unzähligen Internetseiten zu sehen (Stand 2005: 89 verschiedene Seiten) und wird von mehreren Bildagenturen als Wallpaper angeboten, unter verschiedenen Titeln, meist als „Golden City of Heaven“. Laut der Internetseite flickr.com präsentierte ein „RJ REDz“ das Werk

Patricia Wagner: Malereien „Das Erscheinen des Neuen Jerusalem“ und „Neues Jerusalem“ (um 2000)
Patricia Wagner aus Azusa (Kalifornien) ist die Großnichte von Carl Bohnen (1871-1951), einem klassisch-akademischen Maler, und Aloys Bohnen (1901-1949), einem Art-Deco-Künstler, die sie zuerst in Kunst unterrichteten. Wagner studierte dann an der California State University in Long Beach Malen und auch Zeichnen, ebenso am Art Center College of Design in

Greetje van Beusichem-Husen (geb. 1941): „Pilger auf dem Weg in das neue Jerusalem“ (1998)
Pilgrim’s Progress ist eigentlich ein Thema des 19. Jahrhunderts und des Buchdrucks; etwas selten ist das Thema im 21. Jahrhundert aufgegriffen worden, noch seltener als freie Malerei. Im hiesigen Fall erinnert die Stilistik an den Art Deco zu Beginn des 20. Jahrhunderts – geschaffen worden ist dieses Kunstwerk jedoch im

Theodor Frey (1946-2024): Gemälde „Streiflichter über das Jenseits“ (1998)
Theodor Frey (1946-2024) schuf die Bildserie mit dem vollständigen Titel „Éclairs sur l’au-delà“ („Streiflichter über das Jenseits)“ zu einer unvollendeten Komposition des modernen französischen Musikers Olivier Messiaen (1908-1992). Der dritte Satz Messiaens Zyklus’ „Éclairs sur l’au-delà“ wurde von Frey mit einer eigenwilligen Darstellung des Himmlischen Jerusalem bedacht.Frey war als Maler

Serge Mercerat: Apokalypsezyklus (1998)
In den Jahren vor der Wende vom zweiten ins dritte Jahrtausend hatten apokalyptische Themen Konjunktur, auch malerische und zeichnerische Zyklen zur Apokalypse entstanden wieder. Die folgende Serie ist ein Beleg für diese millenaristische Stimmung in religiösen Kreisen jener Jahre. Serge Mercerat erarbeitete zwischen 1993 und 1998 einen Apokalypsezyklus, der aus

Agnes Mann (1907-1994): Fensterwand in Heilig Geist in Vellmar (1977)
Für die Gesamtverglasung von Heilig Geist in Vellmar (Nordhessen bei Kassel) wurde Agnes Mann (1907-1994) beauftragt. Die beiden zwanzig Meter langen Fensterfronten dürfen als Hauptwerk dieser Künstlerin gelten. Nur durch solche Großaufträge konnte man damals überhaupt von der Sakralkunst leben,

Joachim Spiess (1930-1994): Portalschmuck der Liebfauenkirche in Marburg (1963)
Anfang der 1960er Jahre wurde auf einem 10.000 Quadratmeter großem Areal im Süden von Marburg die Liebfrauenkirche, ein dazugehöriges Pfarrhaus, der Gemeindesaal und der der Neubau eines Säuglings- und Kinderheims errichtet, das von Vinzentinerinnen aus Fulda betreut wurde. Es war

Jorda: Türgriffe der Kirche St. Nikolaus in Oberzwehren (1959)
1959 wurde eine neue Kirche zur Versorgung der Katholiken in Kassel-Oberzwehren errichtet. Sie wurde dem damals populären Eremiten St. Nikolaus von Flüe geweiht, auf den auch bei der Innengestaltung, etwa der Fenster, Bezug genommen wurde. Im Eingangsbereich griff man dagegen

Schwibbögen mit Himmelspforte aus dem Erzgebirge (ab 1990er Jahre)
Als „Schwibbogen“ bezeichnet man einen hölzernen oder metallenen Lichterbogen aus dem Erzgebirge, wo diese seit Mitte des 18. Jahrhunderts ein fester Bestandteil der Volkskunst sind. Der Name leitet sich von der Form eines Schwebe- oder Strebebogens ab, wie er sich

Weltalter-Darstellungen aus „Breviari d’Amor“ (14. Jh.)
Einige mittelalterliche Miniaturen zeigen das christliche Konzept der sechs Weltalter (sex aetates mundi). Es ist eine historische Periodisierung, die von dem Kirchenlehrer Augustinus von Hippo entwickelt wurde und die mittelalterliche Zeitvorstellung prägte. Die sechs Weltalter finden so ihre Entsprechung in

Magdalena Hofmann-Soare: Jerusalem-Textilarbeiten (1992, 1993, 2003) und Bronzeglocke (2004)
Im Jahr 1992 entstand „Das Neue Jerusalem“ als Wandbehang durch die deutsch-rumänische Künstlerin Magdalena Hofmann-Soare. Das Orange des Hintergrunds spielt an die erleuchtete Herrlichkeit Gottes und das Blau der Linienführung an das Wasser des Lebens an. Die Linien ergeben ein
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






