LETZTER BEITRAG
Adolf Valentin Saile (1905-1994): Chorfenster der evangelischen Kirche in Meidelstetten (1951)
Adolf Valentin Saile (1905-1994) zählt in Württemberg zu den wichtigsten Glasmalern der Nachkriegszeit, wie Rudolf Yelin (1902-1991) und Wolf-Dieter Kohler (1928-1985). In allen Kombinationen arbeiteten diese drei Künstler am Thema des Neuen Jerusalem: für einen

Weltgericht aus der Marienkirche zu Waase (um 1470)
Auch die Insel Rügen in Vorpommern hat ihr Himmlisches Jerusalem, dazu noch ein besonders altes. Es handelt sich um ein mittelalterliches Fresko in der Kirche St. Marien auf der Rügeninsel Ummanz im Ort Waase, der einzigen Kirche der nördlichen Insel. Besucher kommen gewöhnlich wegen des spätgotischen Wandelretabels, doch auch die

Simon Steffen: Deckenmalerei der Kirche in Nentershausen (1706)
Das nordöstliche Hessen ist reich an barocken Holzmalereien, die oftmals einen imaginären Himmel darstellen, mit Wolken und Engeln, so vorzufinden in den Kirchen von Mitterode, Wichmannshausen, Richelsdorf, Heinebach, Weiteroda, Ronshausen, Ausbach, Mansbach, Bodes oder Odensachsen. Allein in Nentershausen (bei Sontra) spielt in diesen Himmelswelten auch das Himmlische Jerusalem eine hervorgehobene

Eva Limberg (1919-2013): Altarmosaik der Auferstehungskirche in Diekholzen (1962)
Die Bildhauerin Eva Limberg (1919-2013) war Ende der 1960er Jahre mit Schmuckkreuzen bekannter geworden. Solche Kreuze, die das Lamm im Himmlischen Jerusalem zeigt, wurden damals von der Markuskirche in Groß-Hesepe (Emsland) oder der Thomaskirche in Heidelberg-Rohrbach (Baden) angeschafft. Ein weiteres Himmlisches Jerusalem gestaltete die Künstlerin kurz danach für eine evangelische

Artur Becker: Fensterwand von Sankt Katharina in Großenhain (um 1965)
In der DDR gab es einige wenige Kirchenneubauten oder Umbauten, die gegen erhebliche staatliche Widerstände und mit Kompromissen schließlich doch umgesetzt werden konnten. Nicht selten wurde die Stadt des Himmlischen Jerusalem als Bildmotiv gewählt – zu Zeiten der Materialknappheit und des Behelfsbaus erschien die goldene Idealstadt besonders erstrebenswert. In Großenhain

Paul Ipsen (1746 – um 1810): Emporenmalerei der St. Marien-Magdalenen Kirche in Erfde (um 1800)
Emporen sind ein durchaus passender Ort für eine Darstellung des Neuen Jerusalem, welches schließlich von oben herab aus dem Himmel kommt. Oftmals wählte man dann für die Emporen einen biblischen Zyklus von der Schöpfung oder von Adam und Eva bis zum Weltenende – das Erscheinen des Neuen Jerusalem war dann

Erhardt Klonk (1898-1984): Evangelische Medarduskirche in Bendorf (1956)
Die Medarduskirche in Bendorf (Rheinland-Pfalz, Mittelrhein) besteht aus einem modernen evangelischen Bereich und der älteren, bis ins hohe Mittelalter zurückreichenden Kirche St. Medardus, die von den Katholiken genutzt wird. Eine „ökumenische Pforte“ verbindet beide Kirchenbauten. Im evangelischen Bauteil schuf Erhardt Klonk (1898-1984) im Jahr 1956 drei geometrische, graufarbige Chorfenster, während

Esben Hanefelt Kristensen: Triptychon der Kirche von Hadsund (1998)
Esben Hanefelt Kristensen (geboren 1952) aus Aalborg (Dänemark) entwickelte einen eigenständigen, unverwechselbaren Stil ihrer Malereien. Dieser zeichnet sich aus vor allem durch sorgfältige Kleinteiligkeit, kräftige Farbwahl und gekonnt naive Darstellungsweise. Seine religiösen Bilder wurden vor allem über Bibeln, auch Kinderbibeln, populär und einem größeren Publikum bekannt. Daneben entstanden aber auch

Peder (Peter) Lykt: Fresko aus der Kirche Tandslet (1501)
Die spätmittelalterliche Deckenmalerei der Kirche des Dorfes Tandslet, entstanden im Jahr 1501, ist ein Meisterwerk der frühen Renaissance im südlichen Dänemark bzw. dem einstigen Herzogtum Schleswig. Ein opulentes Rankenwerk zieht sich über die vier Kappen über dem Altarbereich, dazwischen immer wieder Blumenbuketts, die am deutlichsten die Renaissance ankündigen. Biblische Motive

Steinerne Immaculata Conceptio bzw. Tota Pulchra aus Blot l’Église (um 1510)
Eine der besterhaltenen steinernen Litaneien findet sich noch heute an seinem Originalstandort im rechten Eingangsbereich der römisch-katholischen Kirche in Blot l’Église, einem Örtchen in der Region Auvergne. Die Litanei wurde in eine steinerne Tafel gemeißelt, die die Funktion hatte, dass Kirchenbesucher hier beim Verlassen nach der Messe noch ein kurzes

Theo Imboden (1936-2025): Glaswand in Haus Mauritius, Zermatt (1987)
Im Jahr 1987 schuf Theo Imboden (1936-2025), ein Bildhauer, Maler, Glaskünstler und, nach seinem eigenen Verständnis, ein Glasbildhauer aus dem Bergdorf Täsch (Wallis), eine Glaswand im Altarbereich für eine Zermatter Hauskapelle. Sie befindet sich im Erdgeschoss des Hauses Mauritius, einem Alten- und Pflegeheim im Zentrum des Ortes. Pfarrer Imhof, der

Italienischer Meister: Ölmalerei „Jüngstes Gericht“ (1600-1650)
Darstellungen mit dem Himmlischen Jerusalem, die aus dem Mittelalter oder der Frühen Neuzeit stammen, befinden sich noch zu 85 Prozent am historischen Originalstandort, also in Kirchen, Kathedralen, Klöstern oder Pfarrhäusern. Weitere 13 Prozent werden in Museen oder Sammlungen aufbewahrt, davon wiederum der größere Teil, vor allem was Kupferstiche und Zeichnungen

Roland Friederichsen (1910-1992): Relieftafel aus St. Theresia vom Kinde Jesu in Oberhausen-Walsumermark
Die Tage der römisch-katholischen Kirche in Oberhausen-Walsumermark (Ruhrgebiet) sind gewissermaßen gezählt, nachdem 2020 der Bischof von Essen die Schließung dieser Kirche in Aussicht gestellt hat. Das überrascht, denn von 1965 bis 2014 hat sich die Zahl der Gemeindemitglieder, entgegengesetzt zum allgemeinen Trend in Deutschland, hier mehr als verdoppelt und noch

Alain Makaraviez (geb. 1936): Saint-Laurent in Le Puy en Velay (1988)
Das Zentralmassiv im südlichen Frankreich ist nicht gerade für moderne Glasmalereien bekannt; die dortigen Kirchen sind meist alt, gehen ins Mittelalter zurück und haben, da diese Region von den Weltkriegen zerstört blieb, einen historischen Fensterbestand. Von daher war es eine Besonderheit, als sich die Gemeinde der römisch-katholischen Kirche Saint-Laurent in

Heinz Lilienthal (1927-2006): Glasfenster der Nikolaikirche in Kiel (1986)
Es ist eine Seltenheit, wenn sich eine wissenschaftliche Qualifikationsarbeit ausschließlich mit den Fenstern einer deutschen Kirche beschäftigt. Man denkt dabei vielleicht an die Kaiserdome am Rhein, den Berliner Dom, den Hamburger Michel oder die Münchner Frauenkirche – nicht unbedingt jedoch an die evangelische Nikolaikirche in Kieler Altstadt. An der Universität

Peder (Peter) Lykt: Fresken der Kirche in Nordborg (um 1500)
Die mittelalterliche Kirche von Nordborg (Insel Alsen, Nordschleswig, Dänemark) geht circa auf das Jahr 1250 zurück. Die heutige Südkapelle aus dieser Zeit wurde um 1500 mit Freskenmalereien ausgestattet, unmittelbar nachdem man zuvor drei Gewölbe in das Kirchenschiff eingebaut hatte. 1686 kam die Nordkapelle hinzu, die 1700 um eine Grabkammer für

Jakob Lederlein (1560-1600): „Naometria“ (1596) und „Nova Naometria“ (1604)
In der Frühen Neuzeit gibt es einen überschaubaren, aber hochinteressanten Kreis von Gelehrten, die sich mit der Apokalyptik, der Mathematik und der Naometria (der Tempelvermessungskunde) beschäftigten – nicht allein aus theologischer Perspektive, sondern auch aus naturwissenschaftlicher Sicht, oder dem, was

Jean-Marc Cybart (1944-2019): Freimaurer-Karte (1985)
Jean-Marc Cybart (1944-2019) war ein Autor und Grafiker aus Niort in Frankreich. 1967 hatte er die humanistische Zeitschrift Americana gegründet. 2017 gab er zusammen mit S. Van Khache einen Bildband heraus, der Katzen und Freimaurertum miteinander in Beziehung brachte. Doch

Albert Decaris (1901-1988): Grafik „La nouvelle Jérusalem“ (um 1960)
Der Franzose Albert Decaris (mit vollem Namen Albert Marius Hippolyte Decaris) lebte von 1901 bis 1988. Nachdem er die Berufsschule in Estienne und die École des Beaux-Arts in Paris besucht hatte, gewann er mit nur 19 Jahren den angesehenen Prix

Reimund Franke, Gerd Schreuer: Kryptafenster von St. Elisabeth in Reuschenberg (1985)
St. Elisabeth ist eine römisch-katholische Kirche in Reuschenberg, einem Ortsteil der Stadt Neuss. Licht kommt in die Kirche durch zahlreiche Fenster mit geometrischer Musterung, die in den 1950er Jahren Johannes Beeck und dann nochmals in den 1960er Jahren ein unbekannter

Jakob Berwanger (1900-1959): Chorfenster aus St. Mariä Empfängnis in Köln-Raderthal (1954)
Die Glasmalereien im Chor der römisch-katholischen Kirche St. Mariä Empfängnis in Köln-Raderthal ist ein typisches Kunstwerk der Nachkriegszeit. Im Kern handelt es sich bei der Kirche um einen historistischen Bau von 1906. Mehrfach, 1942 und 1944, erlitt das Backsteingebäude in

Ausmalung der Friedhofskapelle St. Nikolaus in Dorchheim (um 1420)
Die um 1200 errichtete Friedhofskapelle St. Nikolaus in Dorchheim (Gemeinde Elbtal, Hessen) von hat über die Jahrhunderte hinweg mehrfache Umgestaltungen erlebt: So gab es einst einen Ostturm, dessen Reste man noch auf dem Dachboden erkennen kann. An der Nordseite befand
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






