Emil Wachter (1921-2012): Apsis der Heilig-Kreuz-Kirche in Knielingen (1961)

Die römisch-katholische Heilig-Kreuz-Kirche in Knielingen ist Zentrum der Seelsorgeeinheit Karlsruhe-St.-Konrad/Heilig-Kreuz. Die Kirche ist aus architekturgeschichtlichen und künstlerischen Gründen inzwischen ein Kulturdenkmal. 1961 wurde sie nach Plänen des Karlsruher Kirchenbauarchitekten Werner Groh unter Mitarbeit von H. G. Klotz erbaut. Markant ist der an frühchristliche Vorbilder erinnernde strenge Kirchenraum mit seiner ohne Absatz aus dem Schiff sich heraus entwickelnden, halbrunden Apsis. Die Innenwand des Chores zeigt eine Wandgestaltung mit den zwölf Toren des Himmlischen Jerusalems in Mauertechnik nach Entwürfen von Emil Wachter (1921-2012). Dabei hat der Künstler die Steine jedes Tores in Beton und modernen Mauersteinen unterschiedlich gesetzt, ohne die Wand anschließend zu verputzen, so dass die Strukturen sichtbar blieben. Über die zwölf Tore ist ein farbiger Glasfries gesetzt, in dem das Lamm Gottes dargestellt ist.
Im Schaffen von Wachter ist es hier das erste Mal, das der Künstler das Neue Jerusalem zur Darstellung gebracht hat. In Karlsruhe muss er Freude an dieser Thematik gefunden haben, denn bald folgten weitere Interpretationen des Künstlers:
-1962, Fenster von St. Josef in Hörnum, Schleswig-Holstein
-1968, Rosenfenster von St. Leodegar, Gammertingen, Württemberg
-1978, Glaswand der Autobahnkirche St. Christopherus, Baden-Baden
-1987, Fenster von St. Georg, Wyhlen, Baden
-1988, Malerei aus St. Martin, Ettlingen, Baden,
-1991, Malerei von St. Philippus, München
-1992, Fenster in St. Marien, Neuss, Nordrhein-Westfalen

Herbert Schade: Emil Wachter – Theologie in Beton, Freiburg 1979.
Nadya Badr: Emil Wachter: das Werk 1939-1995, TH Aachen 1999.
Claus Bernet: Das Himmlische Jerusalem in Deutschland, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 27).

 

tags: Karlsruhe, Baden, Emil Wachter, Apsis, Tore
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