Nikolaus Bette (geb. 1934): Glasmosaik von St. Bonifatius in Dortmund-Kirchderne (1978)

Das Lamm im Himmlischen Jerusalem ziert die römisch-katholische Kirche St. Bonifatius in Kirchderne, einem nördlichen Vorort von Dortmund, seit dem Jahr 1978. Das eindrucksvolle rechte Betonglasfenster in der offenen Seitenkapelle wurde von Nikolaus Bette (geb. 1934) gestaltet. Diesmal wählte der Künstler nicht einen am Mittelalter angelehnten Stil, sondern er wählte eine moderne Formensprache. Gut zu erkennen sind das weiße, stehende Lamm in der Bildmitte, die quadratische, weiße Stadtmauer darum und der Lebensfluss, der sich nach links in einem Band fortsetzt. Dieses weiße Band ist wiederum in einem größeren Band eingebettet, welches wie ein Winkel oder ein Golfschläger dem Bild eine dynamische, bewegte Richtung gibt. Nicht zufällig erinnert die Struktur an elektrische Schaltkreise, was in der Kunst der 1960er und 1970er Jahre gerne aufgegriffen wurde. Die Hintergrundfarbe ist im oberen wie im unteren Bereich ein tiefes Blau, womit dann doch die zwei zentralen Farben des Himmlischen Jerusalems Verwendung fanden. Bette nutzte bei seiner Arbeit grob geschliffene Glassteine, zum Teil bis zu fünfzehn Meter groß, die in Beton eingesetzt wurden. 

St. Bonifatius Dortmund-Kirchderne (Hrsg.): 20 Jahre St. Bonifatius Dortmund-Kirchderne, Dortmund 1978.
St. Bonifatius Dortmund-Kirchderne (Hrsg.): 25 Jahre St. Bonifatius Dortmund-Kirchderne, Dortmund 1983.
St. Bonifatius Dortmund-Kirchderne (Hrsg.): 50 Jahre St. Bonifatius Kirchderne: Leben – glauben – feiern, 1958-2008, Dortmund 2008.
Friedhelm Hofmann: Zeitgenössische Darstellungen der Apokalypse-Motive im Kirchenbau seit 1945, München 1982.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 2, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 16).

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tags: Glasmosaik, Nikolaus Bette, Dortmund, Beton, Schaltkreis
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