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Himmelspforte aus der Pauluskirche in Saragossa (1750-1770)

In der römisch-katholischen Kirche St. Paul der Apostel im spanischen Saragossa (Region Aragonien) befindet sich gegenüber dem Haupteingang der gewaltige, mehrere Meter hohe Altar des Heiligen St. Blasius. Dieser zeigt auf der linken Seite über einer Skulptur des St. Joachim eine vergoldete Tafel mit verschiedenen Mariensymbolen nach der Lauretanischen Litanei. Entstanden ist dieses Tafel zwischen 1750 und 1770 durch namentlich nicht bekannte Bildhauer und Maler. Neben der Mondsichel, dem Hortus Conclusus, dem Turm Davids und anderen gängigen Symbolen erscheint unten rechts eine Himmelspforte. An dieser Stelle war nur noch wenig Platz, der Baukörper wirkt etwas gedrungen und zu breit.
Das Beispiel aus Saragossa soll zeigen, wie einfach und bescheiden die Eingänge in das Gottesreich im 18. Jahrhundert präsentiert wurden; eigentlich sind es nur zwei Balken, denen ein Dreiecksgiebel aufgesetzt wurde. Der einzige Schmuck ist eine kleine Dekorkugel an der Spitze des Giebels, wie es bei barocken Toren oder Pforten mitunter vorkam. Das gesamte Relief wurde einheitlich vergoldet und entwickelt vor allem bei Kerzenbeleuchtung ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten, das man in der Kirche heute nur noch an besonderen Feiertagen erleben kann. Ob bei der einheitlichen Farbgebung die Pforte nun offen oder geschlossen ist, kann in diesem Fall kaum entschieden werden.

Federico Torralba: La insigne iglesia de San Pablo de Zaragoza, Zaragoza 1950.
José Laborda y Neva: Zaragoza. Guía de arquitectura/an architectural guide, Zaragoza 1995.
Claus Bernet: Maria Immaculata: Das katholische Jerusalem, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 14).

 

tags: Porta Coeli, Spanien, Maria Immaculata, Altar, Gold
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