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Pierre Affre (1590-1669): Retabel in Notre Dame Garaison, Monléon-Magnoac (1666)

In der römisch-katholischen Kirche Notre Dame Garaison in der französischen Gemeinde Monléon-Magnoac (Okzitanien) ist ein Wallfahrtsort und Marienheiligtum. 1515 gab es hier eine Erscheinung Mariens, die sich wünschte, dass an dem Ort eine Kapelle erbaut werden möge. In dem 1540 errichteten Kirchenbau findet sich in der St. Anna-Kapelle ein geschnitztes Retabel, welches komplett mit Blattgold überzogen wurde. Es hat die Maria Immaculata zum Thema und zeigt die Frau umgeben von verschiedenen ihrer Symbole. Diejenigen, die das Himmlische Jerusalem repräsentieren, sind die offene Himmelspforte und Civitas Dei. Beide sind rechts von Maria gesetzt, die klassizistische Himmelspforte oben, die quadratische Gottesstadt unten. Aus Tradition wurden sie mit Schriftbändern ausgestattet, die aber nicht mehr beschriftet wurden und nur noch dekorativem Zweck dienen. Die Gottesstadt hat an der Frontseite ihrer Mauer eine Zugangspforte. Im Inneren thront über den Häusern das Lamm Gottes.
Die Arbeiten entstanden im Jahre 1666. Zu dieser Zeit war das Thema eigentlich überholt und wurde nur noch selten aufgegriffen. Die Schnitzereien wurden ausgeführt von der Werkstatt des Pierre Affre (1590-1669) in Toulous, nach einer älteren Arbeit des Italieners Giovan Battista Montano (1534-1621), die sich aber nicht erhalten hat.

Georges Costa: La restauration de la Chapelle Notre-Dame de Garaison, in: Les monuments historiques de la France, 5, 1975, S. 17-32.
Le Sanctuaire de Notre-Dame de Garaison, Hautes-Pyrénées, Bagnères-de-Bigorre 1990.
Claus Bernet: Maria Immaculata: Das katholische Jerusalem, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 14).

 

tags: Retabel, Okzitanien, Frankreich, Schnitzerei, Civitas Dei, Porta Coeli, Maria Immaculata
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