Bernardo Bitti (1548-1610): Maria Immaculata-Darstellung (1583-1600)

Der Malermeister Bernardo Bitti (1548-1610) stammte ursprünglich aus Camerino (Italien). 1575 setzte er nach Südamerika über, um, wie er äußerte, „durch Kunst zu evangelisieren“. Mit diesem gewagten Anspruch wurde er im peruanischen Cusco, einem damaligen Zentrum der Malkunst, schließlich Jesuitenpater.
Bitti wurde ein typischer Vertreter der Cusco-Malschule und ist in der Kirchengeschichte einer der ersten Priestermaler. In Cusco sollte das Bildmotiv der Maria Immaculata eine ungeahnte Popularität entwickeln, hunderte Malereien entstanden. Vermutlich hat Bitti viele Gemälde mit der Maria Immaculata angefertigt. Nicht alle haben sich erhalten, und bei manchen wissen wir nicht, ob sie von Bitti gemacht sind. Bei den Werken, deren Echtheit gesichert ist, steht an erster Stelle eine Fassung für die römisch-katholische Kirche Compañía de Jesús in Arequipa, von 1603. Es gibt jedoch noch eine jüngere Fassung. Diese Fassung ist eines der ersten Werke der Maria Immaculata, das in Neuspanien entstand, ebenso alt ist noch eine Malerei eines unbekannten Meisters aus dem ehemaligen Kloster Actopan (heute Museo Nacional del Virreinato, Mexiko).
Bittis zwischen 1583 und 1600 entstandene Maria Immaculata-Darstellung zeigt im oberen Abschluss links die Himmelspforte der Maße 12 x 8 Zentimeter. Ihre Füllung ist derart dunkel gesetzt, dass man nicht erkennen kann, ob der Bau geschlossen oder geöffnet ist. Ihr gegenüber wurde rechts eine inhaltlich dazugehörende Himmelsleiter (bzw. genaugenommen eine steinerne Himmelstreppe) gesetzt, dann unten rechts die Civitas Dei. Diese ist so schwach in die Malerei eingearbeitet, dass man sie, zumal wenn man das ganze Gemälde im Blick hat, leicht übersehen kann.

Das weich gefasste Ölgemälde in gelb-rötlichen Pastelltönen entstand für die römisch-katholische Missionskirche La Merced in Cusco. In der Stadt befindet es sich noch immer, allerdings jetzt im Konvent Santa Teresa.

Luis Nieri Galindo: Pintura en el virreinato del Perú, Lima 1989.
Celso Pastor de la Torre, Luis Enrique Tord: Perú. Fe y arte en el virreynato nei secoli XVII e XVIII, Cordoba 2000.
Luis Fernando Figari, Armando Nieto Vélez, Pedro G. Canevaro: La Inmaculada concepción. 150 anos, Lima 2005. Christa Irwin: Bernardo Bitti. An Italian reform painter in Peru, in: Jesse M. Locker (Hrsg.): Art and reform in the late Renaissance, London 2019, S. 262-277. 

 

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