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Anonyme Maria-Immaculata-Darstellung aus Xátiva (1783)

Ein anonymer Künstler schuf im Jahr 1783 in Xátiva (auch Játiva) eine Malerei zur Maria Immaculata. Dabei handelt es sich um eine Malerei auf Keramikfliesen. Eine solche Fliesenmalerei hat in Spanien, vor allem in Andalusien, eine lange Tradition. Darstellungen mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem sind dennoch sehr selten; im deutsch-niederländischen Raum kennen wir etwa die Bibelfliesen, die ebenfalls im 18. Jahrhundert vermehrt aufkamen.
Ob es in Spanien überhaupt noch weitere Fliesenmalereien mit dem Motiven nach der Lauretanischen Litanei gab oder heute noch gibt, ist nicht bekannt. Erhalten hat sich wohl nur diese eine Arbeit aus insgesamt 70 einzelnen Platten, welches sich heute im Archäoloischen Museum von Almudín in Valencia befindet. Links von Maria ist oben die offene Himmelspforte gesetzt, mit einem lateinischsprachigen Spruchband, was allerdings im 18. Jahrhundert etwas altmodisch wirkte und aus der Mode gekommen war. Der Zeichner hat die Pforte leicht nach rechts innen gedreht, so dass man in die Laibung sehen kann. Das expressive Objekt lässt sich keinem besonderen Stil zuordnen und ist in einem einheitlichen goldgelben Ton gehalten. Eine ähnliche Grundierung, lediglich eine Nuance dunkler, hat die Gottesstadt auf dem Kunstwerk links unten, ebenfalls mit dazugehörigem Spruchband. Sie wurde dargestellt wie seinerzeit schon die Gottesstadt von Joan de Joanes um 1560, der ja auch in Valencia gewirkt hatte. Wie auch das Symbol zuvor bedeckt dieser Ausschnitt jeweils eine ganze Fliese. Die Stadt hat einen polygonalen Grundriss, nach oben staffeln sich pyramidal Kuppelbauten, Türme und Bauten mit lateinischen Kreuzen, die vermutlich Kirchen darstellen sollen. 

Antonio de la Banda Vagas, Miguel Angel Catalá Gorgues: Inmaculada, Sevilla 2004.
Claus Bernet: Zeichnungen, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 19).

 

tags: Maria Immaculata, Civitas Dei, Porta Coeli, Fliese, Spanien, Volkskunst
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