Die Malerei, selbst nicht signiert, wurde von Experten dem spanischen Maler Matías Jimeno (auch Ximeno) zugewiesen. Viel ist über Jimeno/Ximeno bislang nicht bekannt: Matías Jimeno war ein Schüler von Vincente Carducho und wirkte als kastilischer Maler um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Diese Ölmalerei der Immaculata soll um 1625 entstanden sein und fällt damit in das Frühwerk des Malers. Seine Seitenaltäre mit Darstellungen der Inkarnation für den Hieronymiten-Orden von Signenza, sein Bild der Heiligen Agnes, von Pyramus und Thisbe sowie die Bekehrung des Paulus sind alle später entstanden. Bei diesem frühen Werk war Jimeno noch sehr der Tradition verhaftet und richtet sich penibel an die bislang vorherrschende Darstellungsweise der Lauretanischen Litanei für sakrale Zwecke.

Die einfach gehaltene Malerei zeigt eine Auswahl von Symbolen Mariens, die um die stehende Figur herum angeordnet sind. Meist sind die Symbole dunkelbraun, während der Hintergrund ursprünglich goldgelb gewesen war. Einige Symbole sind jedoch in einer ähnlichen Färbung wie der Hintergrund gehalten, womit man sie besonders schlecht erkennen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass Orientierung gebende Spruchbänder hier fehlen. Oben scheinen sich Symbole zu versammeln, die mit dem Himmel zu tun haben: Gestirne (Sonne und Mond), die Taube (ein Symbol für den Heiligen Geist), dann die Himmelstreppe (eine Art Weiterentwicklung der älteren Himmelsleiter) und die Himmelspforte (oben rechts). Die unförmige äußere Gestalt der Pforte jenseits von Renaissance und Barock überzeugt wenig. Sie scheint offen und leer zu stehen, was der Tendenz dieser Malerei entspricht, alles möglichst unkompliziert und reduziert zu zeigen. Auch die Civitas Dei, das mit Abstand vielgestaltigste Symbol, wurde nicht mit aufgenommen, lieber blieb der untere Bereich schwarzdunkel.
Ursprünglich war das Gemälde Teil eines umfangreicheren Retabels des Knabenchors des Klosters von Pastrana (Guadalajara, Spanien). Mit Auflösung des Klosters gelangte das Gemälde in das Gemeindemuseum von Pastrana. Das Werk zeigt die typisch bräunliche Grundierung, eine Mode der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die man auch von Malereien von Francisco de Zurbaran, von Antonio Acero de la Cruz oder von einer anonymen Maria Immacualta aus Madrid von 1639 her kennt.


