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Georg David Nessenthaler (1695-1736): Zürcher Biblia (1756)

Der Zürcher reformierte Pfarrer Johann Caspar Ulrich (1705-1768) wurde bekannt als Bearbeiter einer Zürcher Bibel. Er versah seine „Biblia, Das ist: die ganze Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments“ von 1755 bis 1756, die später nach ihm „Ulrichbibel“ genannt wurde, mit Vorreden, vielen Auslegungen und „Nutzanwendungen“ sowie verschiedenen Konkordanzen.
Ulrich hatte in Zürich Theologie studiert und wurde 22jährig in das Predigtamt aufgenommen. Daraufhin begab er sich auf eine Studienreise, die ihn über Basel, Straßburg und Köln nach Utrecht zum berühmten Theologen Friedrich Adolf Lampe (1683-1729) führte. Als dieser nach Bremen berufen wurde, folgte ihm Ulrich. Hier vertiefte er bei einem getauften Juden seine Kenntnisse in der rabbinischen Literatur, verfasste die Dissertation „De 12 Fontibus et 70 Palmis ab Israëlitis in Elim repertis“ und setzte sein Studium privat bei jüdischen Gelehrten in Hamburg fort.
Nach Zürich zurückgekehrt trat er erstmals in Kontakt zu den Juden von Lengnau und Endingen im heutigen Kanton Aargau und nahm 1750 an der Einweihung der neu erbauten Lengnauer Synagoge teil. Gegen Lebensende konnte er seine „Ulrichbibel“ in einer prächtigen Aufmachung abschließen. Insgesamt sechzig Tafeln illustrieren durch je drei Kupferstiche des Augsburgers Georg David Nessenthaler (1695-1736) die biblische Geschichte beider Testamente. Veröffentlicht wurden sie posthum 1756.

Lothar Rothschild: Johann Caspar Ulrich und seine ‚Sammlung Jüdischer Geschichten in der Schweiz’, Zürich-Selnau 1935 (Schweizer Studien zur Geschichtswissenschaft, 17, 2).
Verena Appenzeller-Gassmann: Die Ulrich-Bibel oder Fraumünster-Bibel, herausgegeben von Johann Caspar Ulrich, Pfarrer am Fraumünster 1755/1756, Zürich 1999. 

 

tags: Bibelausgabe, Zürich, Schweiz, Kupferstich, Klassizismus
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