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Paul Nagel (1925-2016): Karmelitenkirche St. Joseph und St. Maria Magdalena in Würzburg (2012)

Unter Einfluss des Bischofs Friedhelm Hofmann (geb. 1942), der einst über die Apokalypse in der Kunst promovierte, entstanden während seiner Amtszeit im Bistum Würzburg in ganz Unterfranken immer neue Werke mit einem Bezug zu diesem Thema. Zu Beginn 2012 wurde in der Würzburger Kirche der Karmeliter ein Wandgemälde in der Edith-Stein-Seitenkapelle fertiggestellt. Seit September 2011 arbeiteten dort der Bildhauer Paul Nagel (1925-2016) aus Wesseling und der Maler Alain Creunier (geb. 1952) aus Cahors in mehreren Etappen an der Rückwand der Kapelle.
Entstanden ist ein großflächiges Gemälde, das in sechzehn Szenen das Leben der Heiligen erzählt (untere Bildhälfte). Der auferstandene Christus (rot) und das Himmlische Jerusalem (grün) geben dabei das Ziel an (obere Bildhälfte), zu dem Sr. Teresia Benedicta a Cruce unterwegs ist, wie es eine schon im Oktober 2009 in der Karmelitenkirche errichteten Statue angibt: „Ad orientem“. Vor die annähernd quadratische Stadt in hellen Grün- und Minttönen hat der Künstler eine gewaltige Christusfigur mit einem expressiv geschwungenen rotfarbenen Gewand gesetzt, das sich um ein Kreuz windet. Er trägt nicht, wie viele denken, eine Herrscherkrone, sondern die Dornenkrone seiner Folterung. Mit seiner linken Hand zieht Christus, der den Tod besiegt, eine menschliche Seele am Arm rettend nach oben zu dem Himmlischen Jerusalem (vgl. die mittelalterlichen Cantigas). Dieses Jerusalem besteht aus vier Mal drei blockartigen Toren, die eng aneinander gesetzt sind. Auf diesen Toren wurde Wortfragmente aus der Johannesoffenbarung geschrieben, die aber keinen zusammenhängenden Text ergeben, sondern Anregung geben und Eindruck verleihen. Es soll noch auf eine weitere Figur links oben verwiesen werden: Hier findet sich eine ebenfalls gänzlich rot bemalte Figur, die einen Engel darstellt. Er hebt ein gewaltiges Buch nach oben: Das Buch des Lebens, in dem die zukünftigen Bewohner und Bewohnerinnen des Himmlischen Jerusalem namentlich verzeichnet sind.

Ulrich Dobhan: Edith Stein: ihr Leben in Bildern und autobiographischen Texten in der Karmelitenkirche zu Würzburg, Gerchsheim 2012.
Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Edith Stein in der Karmelitenkirche zu Würzburg, in: Klerusblatt, 93, 2, 2013, S. 42-43.

 

tags: Würzburg, Karmeliter, Paul Nagel, Christusfigur, Dornenkrone, Buch des Lebens
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