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Anonyme Himmelspforten aus Quito (um 1720)

Auf einem Ölgemälde der Maria Immaculata regnet es im oberen Teil Blüten. Im unteren Teil sind dagegen viele Symbole Mariens versammelt, ganz links die offene Himmelspforte auf einer Anhöhe, am Ende einer Treppe. Rechts hingegen hat der Maler die geschlossene Pforte gesetzt. Beide sind nicht gut zu erkennen, da die helle Pforte von einem hellen, die dunkle Pforte von einem dunklen Hintergrund umgeben ist. Dazwischen schieben sich zahlreiche Bauten der Civitas Dei, ausgestaltet wie eine Küstenstadt des 18. Jahrhunderts. Auffällig ist vor allem ein schlanker Turm, der an die Giralda von Sevilla denken lässt. Das Bild ist um 1720 entstanden, unter Mitwirkung eines großen ecuadorianischen Meisters. Es befindet sich derzeit in der Kunstsammlung des römisch-katholischen Klosters Carmen de San José in Quito (Ecuador).

 

Eine andere, wenig bekanntere Fassung dieses Bildes befindet sich im Kloster Trinidad in Quito, Ecuador. Diese ist etwas gröber gearbeitet und gilt daher als jüngere Kopie. Auch dieses Bild soll aber noch um 1720 angefertigt worden sein, wieder ist der Maler nicht bekannt. Möglicherweise ist es in der gleichen Malschule hergestellt worden, da es durchaus vorkam, das beliebte Motive in Serie an verschiedene Kunden gingen. Die Mariensymbole sind in der Anordnung und Farbe sehr ähnlich, es gibt aber ansonsten Unterschiede: oben, bei der ersten Fassung, geht die Sonne auf, hier unter. Oben sieht man Engelsköpfe in den Wolken, unten Engelsfüße. Neben der geschlossenen Himmelspforte findet man oben einen Springbrunnen und einen Spiegel, beides fehlt auf dieser Fassung.

Suzanne Stratton-Pruitt: El arte de la pintura en quito colonial, Philadelphia 2011.

 

tags: Maria Immaculata, Civitas Dei, Porta Coeli, Treppe, Sevilla, Ecuador, Giralda
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