Max Walter (1933-2017): Schmuck-Jerusalem der St. Josef-Kirche von Marktheidenfeld (1992)

Ein ungewöhnlicher und seltener Sakralschmuck befindet sich in der römisch-katholischen St. Josef-Kirche von Marktheidenfeld in Unterfranken. Zur Ausstattung gehört auch ein Schmuck-Jerusalem zur reinen Zierde des Neubaus, ohne liturgische Funktion, welches 1992 zum silbernen Priesterjubiläum von Robert Heßberger (geb. 1940), geschaffen wurde.
Im vorderen Bereich wurde es über der Priestersitzgruppe angebracht. Im oberen Bereich ist das Lamm Gottes dargestellt und es besteht die Möglichkeit, hier Blumen oder Gestecke anzubringen. Sinnigerweise ist damit ein Bezug zum Lebensbaum und zu Paradiesvorstellungen gegeben. Nach unten reihen sich die zwölf Tore der Stadt, durch deren Öffnungen man hindurchblicken kann. Die Mitte dieser Torumrundung ist ebenfalls frei, bis auf das Buch des Lebens mit den Sieben Siegeln. Das Kunstwerk aus Messing stammt von Max Walter (1933-2017), einem in Vasbühl bei Schweinfurt geborenen Bildhauer. Von 1948 bis 1951 besuchte er die Holschnitzschule Bischofsheim/Rhön, als Schüler von August Bolz. Es folgten ein Studium 1952/53 an der Kunst- und Bildhauerschule Würzburg und von 1954 bis 1960 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Heinrich Kirchner (1902-1984), dessen Meisterschüler Walter 1956 wurde. Seit 1960 ist er als freischaffender Bildhauer in seinem Atelier mit eigener Gießerei tätig. In dieser Gießerei entstand auch um 1966/67 das Schmuck-Jerusalem.

Conrad Hagenbucher: Kirche St. Josef, Marktheidenfeld, Marktheidenfeld 1967.
Erich Schneider: Der Bildhauer Max Walter. Freie Arbeiten und Zeichnungen. Eine Werkauswahl (Schweinfurt) 2007.

 

tags: Sakralschmuck, Unterfranken, Messing
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