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Fiorenzo Maria Gobbo (1926-2014): San Quirino in Udine (1994)

Die römisch-katholische Kirche San Quirino in Udine (Friaul) wurde im Jahr 1994 mit neuen Buntglasfenstern ausgestattet. Dazu beauftragte der Bischof der Gemeinde den Priester Fiorenzo Maria Gobbo (1926-2014), der auch als Maler, Zeichner und Glaskünstler tätig war. Es wurde eine farbenfrohe Lösung gefunden, die auf rotgelben und blauen Buntglasscheiben basiert.

Im mittleren Fenster des komplexen Eingangsbereichs ist oben auf einem Doppelfenster als Feuerkreuz das Himmlische Jerusalem dargestellt. Die zwölf Tore findet man im unteren Teil auf den zwei Fenstern verteilt. Sie stehen auf dem Wasser des Lebens, welches sich laut Gobbo mit der geistigen Stadt vermengt. Es sind rechteckige Blöcke, die mit Engeln besetzt sind, deren Flügel die Türen rahmen. Leider sind die Tore und die Mauerzüge in einer weißen, violetten Farbtönung nicht wirklich gut sichtbar. Sie werden nämlich farbig wie kompositorisch von den gewaltigen Geistwesen dominiert, deren Arme mit roten Zacken in das Bild eingreifen, sich verbinden und über der Stadt des Neuen Jerusalem eine rote Symphonie entstehen lassen. Zwei der Wesen, die auch als die vier Evangelisten gedeutet werden, besitzen eine helle braue Farbgebung; sie sind den roten Geistwesen aufgesetzt und füllen das Fenster nach oben. Sie alle präsentieren jeweils ein aufgeschlagenes Buch, welche für die vier kanonischen Evangelien stehen. Gobbo führte weiter dazu aus (2008): „Im Zentrum steht ein Feuerkreuz: es ist das Kreuz der Auferstehung unseres Herrn. Sonst findet man hier ein Lamm, aber ich fühlte mich immer unwohl mit dieser an einem Tier angelehnten Assoziation, die eben aus der antiken Hirten- und Bauerngesellschaft kommt. Weiter: Aus dem das Lebenswasser entspringt die göttliche Kraft und Energie, die dann nach unten abfließt. Dieses Feuerkreuz markiert die Göttlichkeit im Zentrum der Stadt – übertragen soll es sich im Zentrum unseres Denkens und Handelns befinden. Ich setzte es genau im rechten Winkel zwischen zwei der Fenster, wodurch sich der Betrachter, steht er vor dem Fenster, umschlossen und in das Bildfenster eingezogen fühlt. Er ist umgeben von göttlicher Präsenz, von dem Heil der Kirche, das wir auch das ‚Neue Jerusalem‘ nennen“.

Auch der Lebensbaum mit seinen Früchten ist dargestellt, nämlich ebenfalls in einem Doppelfenster. Dieses befindet sich direkt unter der oben beschriebenen Darstellung des Geistwesens. Auf dieses Fenster stoßen die Besucher zuerst, wenn sie von den seitlichen Türen die Kirche betreten. Der spitzwinklige Eingangsbereich wird am besten von außen deutlich, von wo aus die Buntglasmalereien tagsüber allerdings noch nicht sichtbar sind. 

La parrocchia di San Quirino di Udine, o.O. 1999.

 

tags: Venezien, Italien, Buntglasfenster, Geistwesen
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