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Gustav Fünders (1903-1973): St. Cornelius in Tönisvorst (1968)

Ein überaus farbintensives, vielleicht sogar buntes Fenster der römisch-katholischen Kirche St. Cornelius in der Stadt Tönisvorst am Niederrhein unweit von Kleve hat den Namen „Das Lamm im Himmlischen Jerusalem“. Dem Titel entsprechend zeigt das Fenster auf einer Fläche von sechzehn Quadratmetern das Lamm Gottes auf dem Thron, den Strom des Lebens, der sich von oben nach unten durch das Bild zieht, daneben oben den Evangelisten Johannes links und den Erzengel Michael rechts.

In der unteren Hälfte ist das quadratische Himmlische Jerusalem wiedergegeben. In der Mitte der Stadt findet sich das Lamm Gottes, hier traditionell ausgestattet mit der Siegesfahne. Um das Lamm sind zwölf rote Tore gesetzt, die jeweils mit einem Edelstein geschmückt sind. Es sind zwei Tore an jeder Seite, vier weitere in den Ecken. Zwischen den Toren sind große weiße Perlen auf die Mauern gesetzt, die wegen der Träger des Fensters leider zum Teil verdeckt sind. Überhaupt stören bei diesem Fenster die Träger, die es wie ein Raster überziehen, wie man es von Vorzeichnungen her kennt. Tatsächlich existiert zu diesem Arbeit eine Entwurfszeichnung, die die gleichen Raster als Orientierungslinien nutzt. Auf dieser Zeichnung sind die Perlen noch zwischen die Träger gesetzt und wären, hätte man sorgfältig gearbeitet, voll sichtbar gewesen.
Das Fenster gestaltete der Krefelder Künstler Gustav Fünders (1903-1973) im Jahr 1968. Es ist eine der letzten Glasarbeiten dieses Glasmalers und gleichzeitig das erste Mal, dass Fünders das Neue Jerusalem dargestellt hat. Das Fenster wurde aus Antikglas, Blei und Schwarzlot hergestellt und befindet sich im linken Querschiff der Kirche.

Dirk Tölke: Bildende Kraft einer moderaten Moderne. Gustav Fünders und die Abteilung für Glasmalerei, Mosaik und Paramentik an der Krefelder Werkkunstschule, in: Glasmaler & Lichtgestalter nach 1945, Krefeld 2010, S. 31-71.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 3, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 26).

 

tags: Niederrhein, NRW
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