Georg Winkler (1879-1952): Wandmalerei St. Antonius in Regensburg (1927-1929)

Die Apsis und die Wände der römisch-katholischen Kirche St. Anton in Regensburg schmückt eine Mineralmalerei von Georg Winkler (1879-1952), der auch in Regensburg lebte. Von dem Künstler stammt die Gesamtkonzeption der Kirche, an deren Umsetzung er von Baubeginn bis Mitte der der 1930er Jahre beschäftigt war. Die Thematik der Bilder ist dem Alten und Neuen Testament, dem Leben der Heiligen und dem des Pfarrpatrons St. Anton entnommen.
Am Bogen zwischen dem Kirchenschiff und dem Presbyterium, dem Altarraum, hat Winkler das Thema des Himmlischen Jerusalem aufgenommen. Dieses Neue Jerusalem besteht im Grunde aus lauter katholischen Heiligen: Päpste und Bischöfe, Ordensleute und Laien, Männer und Frauen, die an den Chorinnenwänden und an der Vorderseite des Triumphbogens dargestellt sind. Sie sind jeweils in Kleingruppen zusammengefasst und von Bauten umgeben.

               Nahsicht der jeweiligen Heiligen mit den Bauten Jerusalems.


Georg Winkler wurde 1879 in München geboren, an dessen Akademie er sich als Schüler der Professoren Karl von Marr und Wilhelm von Diez auf die Künstlerlaufbahn vorbereitete. Ein Studienaufenthalt in Italien, der ihm 1906 durch ein Staatsstipendium ermöglicht wurde, erweiterte seinen Horizont. Nach aktiver Kampfbeteiligung an den Schlachten des Ersten Weltkriegs kehrte er wieder zur frommen Sakralmalerei zurück und beschäftigte sich vermehrt mit apokalyptischer Thematik. Auch wegen seiner Kriegserlebnisse hat der Maler in sein Bild die damals jüngsten Opfer der Geschichte gemalt: einen gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs, als Detail der Auferstehungsszene im Seitenschiffe der Kirche – für viele Besucher ist diese Figur ein Wehrmachtssoldat, was aber historisch nicht Korrekt ist.

 

Georg Winkler hat in dieser Kirche das Neue Jerusalem ein weiteres Mal gemalt. Man findet es an der rechten Seite über den Arkaden als Freskomalerei. Hier erscheint Christus Pantokrator in einem Tondo, umgeben von den zwölf Aposteln. Zu beiden Seiten breiten sich Bauten der goldenen Himmelsstadt aus. Sie enden jeweils mit einem mächtigen Tor, welches gerade von Engeln geöffnet wird.

 

Hugo Schnell: St. Anton Regensburg, München (1934).
Pfarrgemeinderat St. Anton (Hrsg.): Die katholische Pfarrgemeinde St. Anton in Regensburg, Regensburg 1975.
Karl Wohlgut: St. Anton in Regensburg. Die Aufbaujahre einer Pfarrgemeinde (1916-1945), Regensburg 2006.

 

tags: Regensburg, Oberpfalz, Fresko, Soldat, Wehrmacht, Christus Pantokrator, Mönche, Heilige
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