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Nicolaes Visscher (1618-1679): Bibelausgaben (ab 1659)

Eine Neufassung des Merianstichs reduziert die Naturszenerie, versieht die Stadt dafür mit einem zackigen Strahlenkranz, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts geradezu obligatorisch war. Die symmetrische Anordnung von Häusern und Straßen verleihen der Stadt etwas Lebloses, aber auch Feierliches, fast Klassizistisches. Vor den Toren – je drei an den vier Seiten – sind Wächterengel gesetzt. Der Engel im Vordergrund und Johannes tragen weiche, fast kindliche Züge; Johannes ist ehrfurchtsvoll auf die Knie gesunken. Diese Fassung entwarf Nicolaes Visscher (1618-1679) für Peter Schuts „Toneel ofte vertooch der bybelsche historien“ die 1659 in Amsterdam erschien (Abb. 144). Sie war noch im 18. Jahrhundert beliebt (siehe etwa Afbeeldingen Van de Heilige Historien des Ouden En Nieuwen Testaments, Amsterdam um 1700, ebenso Rotterdam 1734).

 

Es gibt verschiedene Fassungen dieser Variante, die nur unerheblich voneinander abweichen. Eine solche Illustration findet sich in „The Holy Bible“, eine Bibelausgabe von Frederick Hendrick van Hove (um 1628-1698), die 1669 in London gedruckt wurde. Van Hove stammt aus Haag, hatte bei dem Kupferstecher Frederik Bouttats dem Jüngeren (1610-1676) in Antwerpen gelernt und eröffnete später in seiner Heimatstadt eine eigene Werkstatt. Bei ihm wird der horizontal ausgerichtete Stich plötzlich in die Höhe gezogen, mit der Folge, dass ein Teil der Gewänder der Figuren beschnitten wurde.

 

1679 erschien in London „The New Testament of our Lord and Saviour Jesus Christ“, eine Neuübersetzung des Neuen Testaments seitens der Anglikanischen Kirche aus dem Griechischen. Minimale Veränderungen wurden an den Ästen oben links und an der Wolkenformation oben vorgenommen.

 

tags: Kupferstich, Bibelausgabe, Nicolaes Visscher, England, Niederlande
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