Neapolitanische Maria-Immaculata-Darstellung aus San Filippo Neri (17. Jh.)

Auch Italien hat einen vorzeigbaren Bestand an Immaculata-Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert vorzuweisen. Eines dieser Ölgemälde beherbergt die Girolamini-Kirche (auch: Gerolomini oder Chiesa di San Filippo Neri), eine bedeutende römisch-katholische Barockkirche des Oratorianerordens in Neapel. Der Maler und das genaue Entstehungsjahr sind unbekannt, man vermutet einen neapolitanischen Meister des 17. Jahrhunderts.
Auf diesem Gemälde zeigen, wie üblich, zwei Symbole das Neue Jerusalem, nämlich zunächst links mittig neben der Marienfigur die Himmelspforte. Es handelt sich dabei eigentlich um ein Triumphtor mit zwei mittelalterlichen runden Seitentürmen, wie sie in Neapel am Castel Nuovo zu finden sind. Die eigentliche Pforte mit dem roten Zeltdach steht offen, der Weg ist nur durch ein lateinisches Spruchband versperrt, mit der Aufschrift „Porta Celi“. Bereits Anzeichen des Barock zeigen sich bei den Voluten des Bandes, die sich an beiden Seiten des Turmes zusammenkräuseln.

 

                      Civtas Dei (17. Jh.)

Das zweite Symbol des Himmlischen Jerusalem dieser Malerei ist nicht weniger kunstvoll. Zu den Füßen Mariens ist die Civitas Dei gesetzt, auch hier wieder mit einem ornamentierten Schriftband gekennzeichnet. Die Stadt scheint auf einem liegenden Buch zu stehen, womit möglicherweise die Bibel gemeint ist. Man könnte auch vermuten, dass die Stadt auf der Mauer aufsitzt, doch die eigentliche Stadtmauer ist auf dem Buch zu finden, sie zieht sich im Zackenkurs entlang. Dahinter zeigt die Stadt sogar drei der für Neapel charakteristischen Rundtürme, dazwischen kleinere Wohnbauten.

Beitragsbild: IlSistemone, Quadreria dei Girolamini. Immacolata. (15) (30639554660), CC BY-SA 2.0

tags: Maria Immaculata, Porta Coeli, Neapel, Italien, Barock
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