LETZTER BEITRAG
Matteo da Milano (um 1440 – um 1520): Brevier des Ercole I. d’Este (1504)
Vor allem im späten 15. Jahrhundert entstand eine Darstellungsweise des Himmlischen Jerusalem, bei der eine gerundete Stadtmauer sich meist vollständig, oder doch annähernd komplett von links nach rechts zieht. Dadurch wird ein kleinerer Himmelsbereich oben

David Hetland (1947-2006): Seitenfenster der Lutheran Church of the Cross (2000-2001)
Die lutherische Kreuzkirche (LCC) in West Fargo, North Dakota, wurde ab 1982 erbaut, die Gemeinde war kurz zuvor 1981 offiziell gegründet worden. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen die Einweihung des ökumenischen Glockenturms im Jahr 1987 und des Cross Way Centers im Jahr 1991. Erst dann kam es zum Einbau hochwertiger

Karl Alexander Dedy (1935-2020): Fenster aus der Kapelle des St. Josefshauses in Refrath (1986)
Das St. Josefshaus ist ein Altenheim mit vollstationärer Pflege in Refrath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach. 1954 war das Haus von den Pallottinerinnen gegründet worden und es befindet sich heute in der Trägerschaft der Altenhilfe St. Marien gGmbH.Hinter der Empore, auf der Seite dem Altar gegenüber, befand sich ursprünglich eine

„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ aus Moskau (1912)
„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ erschien 1912 in Moskau. Es war ein Projekt der christlichen Druckerei des Preobraschenski-Almosenhaus, dem spirituellen Zentrum der altgläubigen Kultur der Fedoseyevo-Gemeinde seit dem frühen 19. Jahrhundert. Vorlage war ein handgeschriebenes Menäon des Metropoliten Makarios.

Gury Nikitin (um 1620-1691): Fresken im Dreifaltigkeitskloster Danilov in Pereslawl (1661-1668)
Eine der ersten großen Aufträge des russischen Malers Gurij (Gury) Nikitin war die Ausschmückung des Danilov-Klosters der Heiligen Dreifaltigkeit in Pereslawl (auch Dreifaltigkeitskloster Danilov). Danilov bezieht sich dabei auf den Heiligen Daniel, dessen 1652 entdeckten Reliquien in der Kathedrale aufbewahrt werden. Die Folge: Zahlreiche Pilger aus der gesamten Rus pilgerten

Escudos de Monja (Nonnenschilder) aus Mexiko (17. Jh.)
„Escudos de Monja“ gab es in Deutschland kaum, daher fehlt auch eine gängige Bezeichnung. Wortwörtlich heißt es aus dem Spanischen übersetzt „Nonnenschild“ oder „Nonnenabzeichen“. Es waren kleine Medaillons von etwa zehn Zentimetern im Durchmesser mit einer frommen Malerei, fast immer Maria. Sie konnten dazu verwendet werden, am Hals das Gewand

Weltgericht aus Iwanowo (1700-1750)
Diese russische Weltgerichtsikone befindet sich heute in der Sammlung des Museum-Reservats Pereslavl. Pereslavl gehört zum sogenannten „Goldenen Ring“ nordöstlich von Moskau mit zahlreichen historischen Klosteranlagen und Kirchen mit einem heute noch beachtlichen Bestand an Ikonen. Diese mit dem Motiv des Weltgerichts soll aus dem 18. Jahrhundert stammen, als die bildlichen

Iwan Plotnikow: Weltgerichtsikone aus Kostroma (1750-1800)
Die russische Stadt Kostroma war im 17. und 18. Jahrhundert führend in der Produktion von Ikonenmalereien. Die Motive waren von großer Unterschiedlichkeit, viel Neues lässt sich erstmals in Kostroma nachweisen. Was das Neue Jerusalem angeht, lässt sich hier ebenfalls Vielfalt feststellen; die Stadt konnte als barockes Jerusalemoval ebenso erscheinen wie

Gury Nikitin (um 1620-1691): Wandmalerei aus der Kirche zum Heiligen Kreuz in Tutajew (1658)
Die Kirche zum Heiligen Kreuz (auch Kreuzerhöhungskathedrale) ist eine von zwei Kathedralen in Tutajew in der Oblast Jaroslawl, einem Zentrum der russischen Ikonenmalerei. Demnach besitzt auch diese Kirche zahlreiche Ikonen im typischen Jaroslawl-Stil, ermöglicht durch das Adelshaus der Romanows, die den Bau dieser Kirche 1658/59 maßgeblich förderten. Die Kirche ist

MS 119: Französisches Stundenbuch (um 1550)
In der Mitte des 16. Jahrhundert war das Thema Tota Pulchra, also die Maria Immaculata mit ihren Symbolen der Reinheit nach der Lauretanischen Litanei, längst etabliert. Die großen Stundenbücher waren geschrieben, das Thema findet sich jetzt eher auf Kupferstichen und als Glasmalerei. Dennoch ist um 1550 noch eine letzte Miniatur

Mönch Palladius „Predigt über die Wiederkunft Christi“ (um 1760)
Es ist ein Charakteristikum der Ostkirche, dass das Himmlische Jerusalem stark von Paradiesvorstellungen mit geprägt ist, mit zwei Konsequenzen, erstens: Die Himmelspforte wie auch die Paradiespforte ähneln sich, und zweitens wird das Neue Jerusalem mitunter als Paradiesgarten mit Wiesen, Blumen, Büschen und Bäumen dargestellt. Beides zeichnet auch diese Miniatur aus,

Weltgericht aus Melaya Guba (18. Jh.)
Den Aufbau dieser Ikone darf man als „klassisch“ bezeichnen, in Kürze: Christus in der der Mitte in einer runden Mandorla, von Engeln und Heiligen umgeben, die in langen Reihen geordnet sind. Links unten befindet sich das Paradies mit der ersten Pforte, recht die rot glühende Hölle. Von dort bewegt sich

Charles T. Russell: „The Finished Mystery“/„Das vollendete Geheimnis“ (1917 und 1919)
Ein älterer Mann, der auf einem Felssporn wie auf einer Theaterloge Platz genommen hat, blickt gebannt auf eine Himmelserscheinung. In seiner Hand befindet sich ein langer Stab: Er dient vermutlich nicht zum Vermessen der Stadt, sondern als Pilgerstab. Besonders beeindruckt die Anordnung des Lichtes und belegt zeichnerisches Können: Konzentrische Lichtkreis

Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)
Diese Temperamalerei auf goldenem Hintergrund hat den Titel „Die Versammlung der Engel“ und wird der russischen Schule der Ikonenmalerei zugerechnet. Sie zeigt eine Art himmlische Liturgie, bei der Engel und Heilige um Christus auf seinem Thron versammelt sind und das ewige Abendmahl einnehmen. Christus erscheint darauf in der Mittelachse drei

Ikone des Weltgerichts, ehem. Erlöserkathedrale in Kansk (um 1770)
Die Kirchenkunstabteilung des Regionalen Museums für Heimatgeschichte Krasnojarsk mit Sitz in Moskau zählt zu den größten Sammlungen sibirischer Kunst und wächst seit 1903 stetig. Sie entstand durch Schenkungen privater Sammler, staatlicher Beschlagnahmung, Spenden aus Kirchen- und Klosterdepots sowie durch Sammlungen von Museumsexpeditionen. Im Anschluss an diese Zugänge wurde 1911 die

Mikhail Vasilevich Nesterov (1862-1942): „Der Erlöser auf dem Thron“ (1905)
Diese Aquarellmalerei mit Graphitstift auf Karton steht in der Tradition der russischen Ikonenmalerei, sowohl thematisch als auch von der Ausführung her. Thema ist nicht, wie des Öfteren zu lesen, die Himmelfahrt Christi, sondern seine zweite Wiederkehr als Richter. Er sitzt dazu auf einem goldenen Thron, von Maria, Johannes dem Täufer

Alois Plum (1935-2024): Chorfenster aus St. Philippus und Jakobus in Herdecke (1985)
Alois Plum ist als Glaskünstler auch im Ruhrgebiet durchaus präsent, das belegen seine Glasfenster in Kirchen von Duisburg oder Essen. Einmal auch kann man von Plum eine Darstellung des Neuen Jerusalem im südöstlichen Ruhrgebiet finden, nämlich in der Kirche St.

Alois Plum (1935-2024): Fensterbahn aus der Kirche „St. Jakobus und Bruder Konrad“ in Frankfurt-Harheim (1986)
eIn der römisch-katholische Pfarrgemeinde mit dem Namen St. Jakobus und Bruder Konrad in Harheim, ein nördlicher Stadtteil von Frankfurt am Main, wurden im Jahr 1986 sechs neue Buntglasfenster eingebaut. Das geschah in Kooperation mit der Glasmanufaktur Wilhelm Derix in Taunusstein,

Hildegard Bienen (1925-1990): Kirche St. Johannes Bosco in Lohfelden (1978)
Auf einer Anhöhe von Lohfelden südlich von Kassel glaubt man fast bereits das Himmlische Jerusalem vor sich zu haben, so kann die gewaltige Anlage von Kirche, Gemeindehaus und freistehendem Turm beeindrucken. Das umso mehr, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es

Alois Plum (1935-2024): Verglasung von Herz-Jesu in Kassel-Niederzwehren (1984)
Alois Plum, ein Glaskünstler aus Mainz, hat zu Beginn der 1980er Jahre bis in 1990er Jahre eine Serie von ähnlichen Glasmalereien des Himmlischen Jerusalem geschaffen. Bei dieser wird die Stadt als rotgelber Lichtkreis dargestellt, mittels großer, ineinander greifender Bahnen. Diese

Weltgericht aus St. Petri Thronfeier und St. Bartholomäus in Weisbach (um 1470)
Den Ort Weisbach gibt es in Deutschland drei Mal. Hier geht es um die unterfränkische Ansiedlung aus dem 13. Jahrhundert in der Rhön. Der Name der dortigen römisch-katholischen Kirche setzt sich aus zwei Aposteln zusammen und ist in dieser Kombination

Hermann Wirth (1900-1973): Wandmalerei aus St. Franz-Xaver in Arzell (1948)
Sakralkunst aus den 1930er Jahren ist in Deutschland immer schwerer zu finden, für das Bildmotiv des Neuen Jerusalem gilt das im Besonderen. In der ersten Hälfte der 1930er Jahre verhinderten ökonomische Zwänge die Bautätigkeit, in der zweiten Hälfte politische Erschwernisse.
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.





