
Der Maler, Glasgestalter, Grafiker und Buchillustrator Matej Metlikovič (geb. 1956) schuf in Laibach/Ljubljana einen „Biblischen Zyklus“ aus zwölf Bildern in Hommage an Marc Chagall. Die Motiv – und Themenauswahl traf Metlikovič, der selbst der katholischen Kirche angehört und zahlreiche Sakralkunstwerke geschaffen hat, in Übereinkunft mit dem Bibelwissenschaftler Klaus Einspieler aus Klagenfurt. Das letzte Bild dieses Zyklus hat den Titel „Das neue Jerusalem“ und zeigt eine Komposition, die an Werke von Lisa Pöhlmann, Bernd Schwarzer oder Evert van Bommel erinnert. Auch hier dominiert ein hochkantes Oval in überwiegend hellgelber Farbe, dazwischen aber auch rote, blaue und grüne Streifen und Flecke am Rand und in den vier Ecken der Malerei. Typische religöse Merkmale des Himmlischen Jerusalem in der Architektur und der figuralen Ausstattung fehlen, womit sich die Arbeit einreiht in eine Zahl abstrakter Malereien, die gerade in den 1990er Jahren zum Thema Himmlisches Jerusalem aufkamen, etwa Glasbilder von von Ingrid Vetter-Spilker (1992), Malereien von Lode Keustermans (1996), Tabin-Darbellay (1997) und Fred Tomaselli (1999). Die konzentrischen kreisförmigen Bewegungen auf ein lichtdurchflutetes Zentrum hin (das aber selbst figürlich unbesetzt ist) soll hier ein Zeichen der Vollendung sein. Am Ende wird eine wunderbare Vision entworfen: Gott führt die Menschheit zur Vollendung und stillt den Durst des Menschen nach dem Leben in Fülle. Das Gemälde entstand im Jahr 1996. 2011/12 wurde es dann auf einer Bibelausstellung in der Volksschule von Hochfeistritz (Marktgemeinde Eberstein) öffentlich gezeigt und in den Medien diskutiert und besprochen.
Matej Metlikovič, Pavel Pibernik, Milček Komelj, Silvana Orel Kos, Barbka Stramšek: Biblijski kontrapunkti, Ljubljana 2002.
Reinhold Meier: Ich komme in der Bibel vor. Lebensgeschichtliche Zugänge zur Bibel, Neukirchen-Vluyn 2006.
Claus Bernet: Gemälde, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 21).