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Der Maler und Schriftsteller Peter Clare aus Shropshire wurde 1935 in London geboren. Er wuchs als Quäker auf und konvertierte 1958 zum Katholizismus. Die meisten seiner figürlichen Arbeiten zeichnen sich durch Verständlichkeit und eine farbenfrohe Grundhaltung aus, was ihm Popularität über konfessionelle Grenzen hinweg sicherte.
„The Heavenly Jerusalem“ ist das 38. Gemälde einer Serie namens „The Journey Paintings“ („Die reisenden Bilder“) von insgesamt 42 Arbeiten. Die wurde 1990 abgeschlossen. Sie reflektiert autobiographische Reiseerfahrungen des Künstlers und war in den 1990er Jahren in fast zwanzig Kirchen Englands ausgestellt. „The Heavenly Jerusalem“ ist in der Serie das einzige Werk, das explizit auf ein biblisches Ereignis Bezug nimmt. Clare schrieb dazu: „For me a painting is not a window onto a scene, but a totality in which a unity of composition is central and paintings like ‚The Terminus’, ‚Cathedral Square’, ‚Hotel Paramount’ and ‚Heavenly Jerusalem’, while packed with anecdotal incident, centre on a simple compositional gesture“ („Für mich ist ein Gemälde kein Fenster zu einer Szene, sondern ein Gesamtbild, in dem die Einheit der Komposition im Mittelpunkt steht. Gemälde wie ‚The Terminus’, ‚Cathedral Square’, ‚Hotel Paramount’ und ‚Heavenly Jerusalem’ sind zwar voller anekdotischer Begebenheiten, konzentrieren sich aber auf eine einfache kompositorische Geste.“
Im oberen Teil des Gemäldes sieht man geöffnete Architekturbögen, die sich wie ein Schneckenhaus um die zentrale Figur auf einem Stuhl drehen: Christus in rotem Gewand auf dem Thron. Die zentrale Figur (die Schnecke) ist die Geste, die Clare in dem Statement anspricht. Er ist von zahlreichen Menschen umgeben, die sich freuen und feiern – kindliche Gestalten, allesamt nackt wie Gott sie schuf. In zwei unteren Medaillons sind Szenen aus dem Paradies dargestellt (hortus conclusus), wobei sich links unten der Künstler verewigt hat: Zu sehen sind nur Hände und der Kopf, der über den Rahmen zum Betrachter blickt.