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Das Bild „Heavenly Jerusalem“ (65 x 50 Zentimeter) des messianischen Juden Jochanan Ligtenberg (geb. 1942) war um 2000 ein beliebtes Jerusalemer Postkartenmotiv christlicher Pilger un Pilgerinnen in Jerusalem. Die Lithographie zeigt eine schwebende Stadt, die von außen wie ein Karton aussieht. Die kahlen Wandflächen sind lediglich von Türmen unterbrochen, die sich erstaunlicherweise nach oben wie nach unten über die Mauerkante hinweg fortsetzen und an beiden Enden mit einem Turmhelm schließen. Einziger Zugang ist mittig ein gotisches Tor, durch dass man jedoch nicht sehen kann. Lediglich von oben wird ein Einblick in das Innere gewährt. Dort schaut man auf eine belebte Dachlandschaft analog zur Altstadt von Jerusalem, mit Kuppel und dazwischen gesetzten grünen Pinienbäumen. Im farbbetonten Zentrum kann man den Platz vor der Klagemauer erkennen. Der Blick ist etwas durch weiße Wolken beeinträchtigt, die über die Stadt hinwegziehen. Beleuchtet wird sie von einer Lichtquelle rechts außerhalb des Bildes, darauf deutet der Schattenwurf der Stadtmauern.
Johan Gerrit Ligtenberg ist Australier, der in den Niederlanden geboren wurde. In der Nähe seiner Heimatstadt Zwolle überlebte er mit seinen Geschwistern die deutsche Besatzung auf einer Farm versteckt. 1956 zog er mit seiner Familie nach Adelaide, wo er Jean Robertson heiratete. In Brisbane erlernte er die Freskomalerei sowie antike Mosaiktechniken. Nach seiner Konversion zum Judentum wanderte er 1992 nach Israel aus. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit den Maltechniken der holländischen Meister und deren zeitintensiven Lasurmalerei. Bekannt wurde Ligtenberg aber mit Darstellungen der Altstadt Jerusalems und des des jüdischen Tempels.
Claus Bernet: Neues vom Neuen Jerusalem: Kunstwerke ab dem Jahre 2000 (Teil 1), Norderstedt 2016 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 41).