Wandfresko mit Maria-Immaculata-Darstellung aus Saint-Révérien in Burgund (um 1520)

Die Wandfresken in einer Kuppeldecke der römisch-katholischen Kirche von Saint-Révérien in Burgund sind aus dem frühen 16. Jahrhundert. Als Thema wählte man damals das Modernste, was zu jener Zeit auf dem Kunstmarkt zu bekommen war: eine Darstellung der Maria Immaculata mit samt ihren Symbolen nach der Lauretanischen Litanei.
Links von Maria ist auf türkisfarbenem Hintergrund die Himmelspforte abgebildet, als kompakte, geschlossene Stadttoranlage samt zweier Wappen auf den Seitenrundtürmen. Es handelt sich nicht um das Wappen der Stadt, sondern vermutlich um ein Fantasiewappen.

 

                                            Saint-Révérien, Civitas Dei

Die Civitas Dei erscheint rechts von Maria als spätmittelalterliche Burganlage, einschließlich Fallgitter und mehreren Wehrtürmen, die individuell und abwechslungsreich ausformuliert wurden. Über den Mauern schauen noch einige Bauten der Stadt aus dem Hintergrund hervor. Bei diesem Mariensymbol ist der umgebende Hintergrund ein tieferes Blau als zuvor.
Leider ist der Künstler oder die Malschule, die hier tätig war, nicht bekannt. Beide Marienmotive sind im Aufbau ähnlich gestaltet, können aber Dank der lateinischen Beischrift klar unterschieden werden.
Darstellungen der Mariensymbole als Wandfresken haben sich kaum einmal über die Jahrhunderte in dieser Qualität erhalten können. Auch in Saint-Révérien waren sie durch einen schweren Kirchenbrand bedroht, konnten jedoch gerettet werden. Die beiden Symbole Pforte und Himmelsstadt werden hier im restaurierten Zustand präsentiert.

Adolphe François Chauve-Bertrand: L’Eglise romane de Saint-Révérien, Clamecy 1951.
Guy Lobrichon: Bourgogne romane, Lyon (2013).
Claus Bernet: Maria Immaculata: Das katholische Jerusalem, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 14).

 

tags: Fresko, Burgund, Frankreich, Maria Immaculata, Porta Coeli, Civitas Dei
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