Christof Grüger (1926-2014): Fensterwand aus St. Mechthild in Magdeburg (1983)

Christof Grüger (1926-2014) arbeitete viele Jahre in der DDR als freischaffender Künstler im architekturbezogenen Bereich und gestaltete 1979/80 die großformatigen Betonverglasungen für die römisch-katholische Kirche St. Mechthild in Magdeburg. Umgesetzt wurden die Entwürfe dann 1983 von der Berliner Glasmanufaktur Lehmann. Die Verglasung für den Neubau gilt als Hauptwerk des Künstlers. Diese Kirche konnte unter großen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in einer DDR-Plattensiedlung gebaut werden, wobei aber auf einen Kirchenturm verzichtet werden musste, da die Kirche zwar geduldet wurde, aber möglichst im Stadtbild nicht sichtbar sein sollte. Finanziert wurde der Bau durch das Bonifatiuswerk aus Paderborn.
Nicht verzichtet werden musste glücklicherweise auf eine künstlerisch ansprechende Innengestaltung. Besonders ins Auge fallen die Torbögen des Neuen Jerusalem im gleißenden Licht des Hauptfensters. Die Bögen sind ineinander verschobenen und bilden einen Kreis um die Fenstermitte, die ohne Motiv mit hellen, fast weißen Glasscheiben ausgestattet wurde.
Ihre Bogenmauerungen sind durch gelbliche, violette und rötliche Glasscheiben erkennbar. Man findet das Fenster im Chorbereich vor dem Altar. Darüber sind fünft zentralen Oberlichtfenster gesetzt, die das Thema der Bögen fortführen, ebenso wie sie seitlichen Oberlichtfenster. Hin und wieder ragen auf dem Hauptfenster auch dreidimensionale, gelbe Glassteine in den Innenraum hinein, in Anlehnung an die Edelsteine oder Perlen der Gottesstadt.

Ruth Pape: Der Glasgestalter Christof Grüger, in: Bildende Kunst, 33, 7, 1985, S. 316-316a.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 2, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 16).

 

tags: Glaswand, Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Christof Grüger, DDR
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