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Christof Grüger (1926-2014): St. Bonifatius in Leinefelde (1989)

Nachdem die Kubatur des Kirchenbaus für die römisch-katholische St. Bonifatius-Gemeinde in Leinefelde bereits durch den Architekten Wolfgang Lukassek entwickelt worden war, verschloss sich dieser nicht einer Anregung Christof Grügers (1926-2014), die Altarwand mit einer Rosette aufzubrechen und so abends mit Beleuchtung eine Fernwirkung in den städtischen Raum zu erzielen. Überhaupt spielten Bezüge mit dem baulichen Umfeld eine Rolle – so wurde bei der Verglasung auch die Verschattung durch angrenzende Wohnblöcke berücksichtigt. Zudem sollte die Kirche wie ein Merkzeichen auf einem Hügel in das Land ausstrahlen, nach dem Vers aus der Bergpredigt: „Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein“.
In der Rückwand des Altarraumes wurde das Neue Jerusalem in einer Betonglas-Rosette, ausgeführt noch vor der Wende 1989, mit dem Lamm Gottes im Mittelpunkt abgebildet. Die zwölf Tore sind einfache Rundbögen, die sich nach allen vier Himmelsrichtungen öffnen. Über sie wurden zwölf verschiedenfarbige Glasscheiben gesetzt, die die Edelsteine markieren. In den Toren kann man, in verschiedenen Gelbtönen, die Häuser der Stadt sehen, dazwischen immer wieder die weißen Stufen zahlreicher Treppen. 

Richtfest in Leinefelde für die Bonifatius-Kirche: Bischof Dr. Wanke und Innenminister Böck zu Gast, in: Eichsfelder Heimatstimmen. Monatszeitschrift der Eichsfelder, 35, 1991, S. 51-51.
Bischof Wanke weiht ‚St. Bonifatius‘ in Leinefelde: größter Kirchenneubau in der früheren DDR, in: Eichsfeld. Heimatzeitschrift des Eichsfeldes, 37, 11, 1993, S. 336-337.
Thomas Rochow: Christof Grügers ermutigende Mitteilungen aus Glas und Licht: Glas und Batiken. In einem Schönebecker Atelier entstehen Kunstwerke von Rang, in: Magdeburger Volksstimme, 1999, 289, S. 1.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 3, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 26).

 

tags: Thüringen, Christof Grüger, DDR, Rosette, Treppe
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