Jacopo di Mino del Pellicciaio: Klosters San Francesco in Todi (1346)

Der Chor des Klosters San Francesco des Klarissenordens in Todi, einer Kleinstadt in Umbrien, ist mit umfassenden Fresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts ausstaffiert. Thema ist die Befreiung von Seelen aus dem Fegefeuer durch die Heilige Maria. Von der insgesamt 3,50 x 7,50 Meter großen Malerei ist hier die linke Seite mit dem Himmlischen Jerusalem zu sehen. Die drei Hauptfiguren im Vordergrund sind links Petrus (der die schmale Himmelspforte öffnet), der Heilige Filippo Benizi mit einem Olivenzweig und Maria, die gerade einen Menschen aus dem Fegefeuer empfängt. Vor allem die Gewänder der Heiligen sind so naturalistisch und gekonnt gearbeitet, dass das Fresko Ölmalereien vortäuscht.
Die lilafarbene und weiße Mauer im Hintergrund ist allein durch wenige Profilleisten strukturiert und ansonsten in der Fläche ungestaltet. Über ihr sind hinter Zinnen elf Engel um Christus versammelt. Im angrenzenden Torturm sind oben keine Figuren aufgesetzt, sondern unten sind bereits einige Menschen durch die Pforte gelangt.
Das Kunstwerk wurde im Jahr 1346 unter Mitarbeit von Jacopo di Mino del Pellicciaio aus der Malschule von Siena geschaffen. Von 1974 bis 1977 wurde es durch Marcello Castrichini umfassend restauriert.

Luciano Bellosi: Jacopo di Mino del Pellicciaio, (Rom) 1972.
Todi e S. Filippo Benizi: itinerario storico artistico, Todi 1985.
Luciano Bellosi: Jacopo di Mino del Pellicciaio, in: Luciano Bellosi: I vivi parean vivi. Scritti di storia dell’arte italiana del Duecento e del Trecento, Firenze 2006, S. 304-313.
Claus Bernet: Große Künstler, großartige Kunst, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 48).

 

Beitragsbild: Archivio Digitale Italiano

tags: Klarissenorden, Umbrien, Italien, Fegefeuer, Gewand, Mittelalter, Gotik, Trecento
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