Christuskirche in Fürstenberg (1899)

Die evangelische Christuskirche im Porzellanort Fürstenberg an der Weser wurde im Jahr 1899 im Stil der Neoromanik errichtet. Der Bau besteht aus einem Langhaus mit halbrunder Chorapsis. Der Innenraum ist reichlich mit Fresken ausgemalt worden, wobei die Altarkuppel einen Christus-Pantokrator in einem Tondo vor einem kobaltblauen Himmel zeigt. Über dem Bogen erhebt sich das Himmlische Jerusalem. Es besitzt ein Rundbogentor, welches gleichzeitig der Eingang Tor zu einer breiten Hauptkuppel ist, direkt über dem Scheitelpunkt des Chorbogens. Weitere Türme mit Kuppeln ziehen sich an den beiden Seiten symmetrisch nach unten, nach oben berühren sie fast die Decke. Es befinden sich jeweils drei an einer Seite. Sie sind der historischen Bebauung Jerusalems nachempfunden.
Die hellblaue Farbe des Himmels und die gleichmäßig hellbraune Farbe der Bauten ist zurückhaltend bis blass; sie setzt sich im Chorbogen fort. In diesem sind massive Quadersteine aufgemalt, die in roter und grüner Farbe die Edelsteine des Fundamentes der Gottesstadt anzeigen. Ein Wechseln von Hell- zu Dunkelbraun verleiht diesem Bogen Struktur und grenzt ihn von der monochromen Malerei darüber ab. Der Künstler dieser historistischen Ausmalung ist nicht bekannt, sie wurden erst 1983 bei einer Renovierung durch den Denkmalschutz freigelegt.

Ev.-luth. Kirchengemeinde Fürstenberg (Hrsg.): Chronik 240 Jahre Kirchengemeinde Fürstenberg, 90 Jahre Christuskirche, Fürstenberg (1983).
Herbert Gardner Mc Taggart: Geschichte der Gemeinde Fürstenberg, Teil 2, Bad Karlshafen 2005.
Claus Bernet: Denkmalschutz, Denkmalpflege und UNESCO-Weltkulturerbe, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 47).

 

tags: Niedersachsen, Neoromanik, Historismus, Chorbogen, Christus Pantokrator, Kaiserzeit
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