Carel Bruens (1925-2024): „Open Hof Kerk” in Katwijk aan den Rijn (1994)

Im Jahr 1994 wurden die Buntglasfenster Nummer 22 bis 25 für die protestantische „Open Hof Kerk” in der Gemeinde Katwijk aan den Rijn nördlich von Leiden an der Nordsee (Provinz Südholland) fertiggestellt. Diese, wie auch die übrigen Glasfenster der Kirche, entwarf der römisch-katholische Künstler Carel Bruens aus Leiden, wo es, finanziert von Gemeindemitgliedern, von der Manufaktur Jilleba hergestellt wurde. Namentlich angeführt ist auch einmal das Team, das bei der Ausführung beteiligt war („haar medewerkers“): Gesellen, Lehrlinge, Hilfsarbeiter, an die kaum einmal gedacht wird, da sich alles auf den „Meister“ konzentriert.

Dieser Meister, Carel Bruens, wurde 1925 im niederländischen Ravenstein geboren. Nach seiner Schulausbildung besuchte er erst die Kunstakademie Arnheim, später die Königliche Akademie von Den Haag.
Die Tore der Stadt, in violetten, ockerbraunen Farbtönen, ziehen sich in einer breiten, leicht geschwungenen Linie nach oben bzw. nach unten. Es sind zwölf einfache Rundbogentore, die auf vier Fensterkompartimente verteilt wurden (oben jeweils drei Tore, unten links vier, rechts zwei Tore). Sie gehören zu insgesamt vier Fenstern, einer rückspringenden Wand, die den Gemeindesaal verengt und sich direkt gegenüber dem Altar findet. Dort kann diese Fenster der Pfarrer sehen, die Gemeinde nicht. Die beiden oberen Fenster haben einen spitzbogigen Abschluss, die unteren einen rechteckigen.

Manche der Tore sind vollständig zu sehen, von anderen erkennt man lediglich einen Teil. Dazwischen schlängelt sich der blaue Lebensfluss mäandernd nach unten, wo mit grüner Farbe die Welt angedeutet ist. In einem Schreiben an den Verfasser bestätigte Bruens ausdrücklich, dass hier kein Regenbogen, sondern die neue Schöpfung angedeutet ist. Dort (auf dem rechteckigen, unteren Fenster) findet man horizontale Bögen, die sich über die zwei Fensterbahnen ziehen und der Komposition ein horizontales Gegengewicht geben.

Insgesamt ist dieses Himmlische Jerusalem in hellen Pastelltönen gehalten, die gedämpftes Licht in den modernen Sakralbau lassen, teilweise auch die Umrisse der Gegenstände von außen andeuten (Bäume, angrenzende Bauten, meist als Schatten wiederzufinden). Das gilt vor allem auch für die hellen Glasscheiben an den Rändern dieser figürlichen Arbeit, die überwiegend in Hellblau gehalten sind. In diesem Bereich erinnert das Fenster an die Notverglasung der 1940er und 1950er Jahre, ansonsten in seiner Schlichtheit an Glaswerke von Clemens Hillebrand in Belgien oder auch Horst Bohatschek vornehmlich in Ostwestfalen.

Carel Bruens u.a.: Carel Bruens geloof in vormen, Leiden 2000.
Claus Bernet: Spezialband: Himmelspforten vom Mittelalter bis heute (Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 4), Norderstedt 2018 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 46).

 

tags: Niederlande, Firma Jilleba, Pastell
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