Hermann Gottfried (1929-2015): St. Marienkirche in Bergisch Gladbach-Gronau (1980)

In den Jahren 1979/1980 wurde die neu erbaute römisch-katholische St. Marienkirche in Bergisch Gladbach-Gronau mit Glasfenstern ausgestattet. Der Fensterwand im Altarraum war das Thema „Anbetung des Lammes im Himmlischen Jerusalem“ vorgegeben; sie ist aus blauem und grauem Antikglas, Blei und Schwarzlot. Geschaffen hat sie der Glaskünstler Hermann Gottfried (1929-2015), der schon einmal zuvor im Jahr 1962 in Duisburg-Laar eine Kirche mit einem Glasfenster des Himmlischen Jerusalem gestaltet hatte. Ende der 1970er Jahre lebte der Künstler in Bergisch Gladbach und pflegte Kontakt zu der Gemeinde. Im Vergleich zu der farbigen und mehr figürlichen Arbeit von 1962 hatte sich Gottfried nach knapp zwanzig Jahren stilistisch erstaunlich weiterentwickelt. Grundform der neuen Arbeit ist jetzt das Quadrat. In dessen Mitte befindet sich das Christuslamm auf einer Wassersäule, von einem Tondo umzogen. Ansonsten ist hier viel Freiraum belassen, der Künstler hat auf Details wie Häuser, Straßen oder Kanäle verzichtet. Nach außen hin sind die zwölf Tore der Stadt angeordnet, drei an jeder Seite, in geschwungenen, gerundeten Bögen. In die vier Eckfelder hat Gottfried die Symbole der vier Evangelisten eingefügt. Die Darstellung ist zwar noch figürlich, geht aber stark in die Abstraktion über. Sie ist in zurückhaltenden grau-blauen Farbtönen unterlegt und mit blauen Farbbändern gerahmt.

Hermann Gottfried – andere Welten. Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich, 27. März bis 4. Juli 2004, Bönen 2004.
Claus Bernet: Spezialband: Himmelspforten vom Mittelalter bis heute (Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 4), Norderstedt 2018 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 46).

 

tags: Bergisches Land, NRW, Anbetung, Evangelistensymbole, Hermann Gottfried
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