Anonymer Meister/anonyme Meisterin: St. Marien-Hospitals in Borken (1966)

Glasfenster mit Darstellungen des Neues Jerusalem außerhalb von Kirchen sind eine Rarität, am häufigsten findet man sie noch in Krankenhäusern. Die Kapelle im Untergeschoss des St. Marien-Hospitals in Borken (Münsterland) wird von der örtlichen römisch-katholischen Remigiuskirche betreut. Das Betonfenster links neben dem Altar zeigt das göttliche Lamm. Es ist hier nicht weißfarben, sondern pechschwarz. Überzogen ist es mit dreizehn Augen, die sich über seinen ganzen Körper verteilen. Umgeben ist es von losen goldgelben Glasbrocken, die die Häuser der Stadt markieren. Beides ist von einem weißen quadratischen Band umzogen, das an jeder Seite an drei Stellen von grünen Steinen durchbrochen ist. Die vier Ecken sind mit einem roten Stein, in den ein Stern eingezeichnet ist, geschmückt.
Das Betonfenster wurde im Februar 1966 zusammen mit dem von den Architekten Burlage und Niebuhr aus Osnabrück erbauten Krankenhaus eingeweiht. Die ganze apokalyptische Szene ist mit wenigen Scheiben gesetzt, die Primärfarben heben sich deutlich vor der breiten, schwarzen Fassung ab. Betonfenster dieser Art waren eine Besonderheit der 1960er Jahre. Für das Himmlische Jerusalem ist diese Arbeit ein exzellentes Beispiel, das nur von einem Meister mit akademischer Ausbildung, theologischem Wissen und künstlerischer Erfahrung gestaltet werden konnte. Leider ist er oder sie namentlich nicht bekannt geworden.

Teamgeist und Menschlichkeit: wir sind immer für Sie da. 150 Jahre St.-Marien-Hospital Borken, 1845-1995, Borken 1995.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 3, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 26).

 

tags: Münsterland, Lamm, Auge, Beton, Kapelle, Krankenhaus, anonym
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